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Kind 4 Jahre: Übersicht zur Entwicklung mit allen Schritten

Kind 4 Jahre

Wo ist nur die Zeit geblieben? Mit vier Jahren ist euer Kind bereits ein Vorschulkind, denn der Gang in den Kindergarten steht an. Vierjährige absolvieren wahre Sprünge in ihrer Entwicklung und sind dabei schon richtig selbstständig.

Wie sich die Sprache und die Motorik bei Vierjährigen entwickelt und wie es sich mit der sozialen sowie emotionalen Entwicklung verhält, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem klären wir euch unter anderem darüber auf, wie viel Schlaf im fünften Lebensjahr nötig ist.

Hör mal, wer da spricht – Sprache und Sprachverständnis

Vierjährige Kinder können ohne Punkt und Komma reden und unzählige Fragen stellen, weshalb Eltern manchmal das Gefühl haben, ihnen wurde mindestens ein Ohr abgekaut. Zudem saugen Kinder in diesem Alter alles auf, was ihnen wichtig erscheint und sind an jeder noch so kleinen Information interessiert. Das viele Sprechen und die Wissbegierde sind sehr wichtig, damit euer Kind ein Gespür für den richtigen Satzbau sowie die unterschiedlichen Zeiten bekommt. Dabei werden die Vergangenheit sowie die Zukunft meist schon richtig eingesetzt.

Die Babysprache gehört langsam, aber sicher der Vergangenheit an. Mittlerweile enthalten Sätze oft schon zwischen sechs und acht Wörter und gleichzeitig werden die gesprochenen Sätze zunehmend komplexer. Natürlich ist die Grammatik dabei nicht immer korrekt und hin und wieder fehlen eurem Kind schlicht und ergreifend die richtigen Worte. Hier seid ihr gefragt: Bringt eurem Kind so oft wie möglich neue Wörter bei, damit es sich besser ausdrücken kann.

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Ortsbezeichnungen (unter, über, auf, neben, usw.), Personalpronomen sowie die Mehrzahl werden immer häufiger in Sätze eingebaut. Zudem können Kinder bereits das Gegenteil von einigen Adjektiven benennen und ihr Geschlecht, ihren Namen und ihr Alter angeben. Bis auf die komplizierten Zischlaute sowie die schwierigen Konsonantenverbindungen (kl, dr, etc.) können einfache Laute immer besser ausgesprochen werden und die Aussprache wird generell verständlicher.

Außerdem erzählt euer Kind mit Vorliebe Geschichten, die an Fantasie kaum zu überbieten sind. In diesen kommen nicht selten Feen, Zauberer, Prinzessinnen, Monster, Tiere oder andere zauberhafte Wesen vor. Die sogenannte magische Phase beflügelt nicht nur die Fantasie eures Kindes, sondern verbessert auch die Vorstellungskraft. Mit der Zeit lernen Kinder immer besser, zwischen der realen Welt und ihrer Fantasiewelt zu unterscheiden. Bis es so weit ist, kann es gut sein, dass ihr regelmäßig im Schrank eures Lieblings nach Monstern oder Geistern Ausschau halten müsst. Denn manchmal seid ihr nicht nur Eltern, sondern eben auch Geisterjäger.

Zeit für Schimpfwörter

Im Alter zwischen vier und fünf Jahren erlernen Kinder unfassbare fünf bis sechs neue Wörter am Tag. Kein Wunder, dass sich dazu mit der Zeit auch das ein oder andere Schimpfwort gesellt. Es ist jedoch völlig normal, dass Schimpfwörter sowie die sogenannte Fäkalsprache in diesem Alter immer interessanter werden. Vor allem die Wörter „Kacka“ und „Arsch“ finden Vierjährige besonders lustig. Aufgeschnappt werden diverse Schimpfwörter meist im Kindergarten oder auf dem Spielplatz von älteren Kindern. Und auch in den eigenen vier Wänden kann es natürlich passieren, dass Kinder aus Versehen ein Schimpfwort zu hören bekommen.

Doch wie verhaltet ihr euch am besten, sollte euer Kind plötzlich mit Schimpfwörtern um sich werfen? Erwähnt euer Kind das Schimpfwort nur beiläufig, solltet ihr gelassen reagieren und nicht weiter darauf eingehen. Dadurch wird die Fäkalsprache bald schon wieder uninteressant. Spricht euer Kind andere Personen oder gar euch mit einem Schimpfwort, also zum Beispiel mit „Scheiß Mami“ oder „Papa ist ein Arschi“, direkt an und ist dabei womöglich noch wütend, heißt es jedoch: Grenzen ziehen! Hier kann es helfen, eine „schimpfwortfreie Zone“ einzuführen und die Verwendung der Fäkalsprache zum Beispiel nur im Badezimmer zu erlauben.

Guter Tipp:
So lustig Schimpfwörter wie „Kacka-Pups“ oder „Arschi-Kacka“ vielleicht auch klingen, solltet ihr nicht im Beisein eures Kindes darüber lachen. Ansonsten fühlt sich euer Kind bestärkt und will euch mit seinen lustigen Schimpfwörtern zum Lachen bringen.

Entwicklung in der Motorik

Bewegung ist für Kinder das Allergrößte und dabei sind sie schneller als ein Wirbelwind. Es wird gerannt, getobt, Gegenstände geworfen, über kleinere Hindernisse gehüpft, auf Bäume, Möbel oder Spielgeräte geklettert, auf einem Bein balanciert und zur Musik getanzt. Bei Regenwetter lieben es Kinder von einer Pfütze zur nächsten zu springen, um sich zur Freude der Mama so richtig schön nass und dreckig zu machen. Auch Ballspiele oder Fangen stehen bei vierjährigen Kindern hoch im Kurs und sogar Purzelbäume können bereits geschlagen werden.

Durch das Werfen, Fangen, Laufen und wieder Abbremsen beim Spielen werden unter anderem die Bein- sowie Armmuskeln trainiert und die Kinder bekommen ein Verständnis für Geschwindigkeit sowie Entfernungen. Vierjährige Kindern können mittlerweile außerdem rückwärtsgehen und laufen Treppen im Wechselschritt (ein Fuß pro Stufe) hoch und runter, ohne sich festzuhalten. Diese Beispiele zeigen erneut: Kinder haben wahrlich Hummeln im Hintern und das ist auch gut so!

In der Feinmotorik tut sich im fünften Lebensjahr auch so einiges. Kinder können bereits richtige Figuren aus Knete formen und greifen beim Basteln immer häufiger auf Kleber sowie stumpfe Kinderscheren zurück. Auch beim Malen zeigen sich weitere Fortschritte, denn Kinder beginnen damit, Stifte mit dem sogenannten Dreipunktegriff zu halten. Dabei werden vorwiegend bunte Strichmännchen sowie unterschiedliche Formen aufs Papier gebracht oder Vorlagen farbenfroh ausgemalt. Außerdem können Vierjährige fast alle Grundfarben unterscheiden und diese richtig benennen.

Bitte beachten:
Obwohl Kinder Gefahrensituationen immer besser einschätzen können, bringt sie ihr ausgeprägter Forschungs- und Bewegungsdrang dennoch in brenzlige Situationen. Da der Blick oft gen Himmel gerichtet oder euer Liebling in seine Gedanken versunken ist, kann es zu leichten Stürzen kommen. Auch die ein oder anderen Gegenstände im Haushalt können eurem kleinen Entdecker auf diese Weise zum Opfer fallen. Behaltet euer Kind so gut es geht im Auge, damit es seine Umgebung ohne Verletzungen entdecken kann. Vor allem in der Nähe von Teichen, Schwimmbecken oder anderen Gewässern sowie bei Straßen ist stets Vorsicht geboten.

Soziale und emotionale Entwicklung

Euer Kind erweckt in manchen Situationen vielleicht den Anschein, bereits sehr selbstständig zu sein und tatsächlich wollen Vierjährige viele Sachen allein und ohne elterliche Hilfe schaffen. Nichtsdestotrotz steht eure Zuneigung, Liebe, Nähe und Geborgenheit bei eurem Schatz auf Platz eins und dies ist auch ganz wichtig, damit sich sowohl die Selbstständigkeit als auch die Persönlichkeit weiter entwickeln können.

Neben der Beziehung zu den Eltern oder zu möglichen Geschwisterkindern werden in diesem Alter auch Freundschaften immer wichtiger. Dabei spielt vor allem das eigene Geschlecht eine große Rolle, was damit zusammenhängt, dass sich Vierjährige nun ihrem Geschlecht zugehörig fühlen. Damit sich Kinder dennoch uneingeschränkt und individuell entwickeln können, solltet ihr eurem Sohn weiterhin Puppen oder eurer Tochter nach wie vor Autos zum Spielen geben. Dennoch werdet ihr wahrscheinlich ab jetzt öfters von eurem Kind hören, dass etwas „typisch Mädchen“, beziehungsweise „typisch Jungs“ ist.

In diesem Zusammenhang ist es sehr interessant, dass sich Kinder zwischen vier und sechs Jahren besonders gut mit dem gegengeschlechtlichen Elternteil verstehen. So werden aus vielen Mädchen in dieser Zeit vorübergehend wahre Papakinder, Söhne werden hingegen zu Mamakindern und rivalisieren in gewisser Weise sogar mit ihren Vätern. Dies ist lediglich eine Phase in der kindlichen Entwicklung, die wieder vorübergeht.

Kinder können jetzt immer besser die Gefühle und Emotionen von anderen Menschen deuten und erkennen, wenn jemand traurig, glücklich oder wütend ist. Diese Fähigkeit könnt ihr fördern und nachhaltig festigen, indem ihr eurem Kind zum Beispiel Bilder zeigt, in denen die Gefühlslage von anderen Menschen klar ersichtlich ist und daraufhin eingeordnet werden kann. Kinder entwickeln in diesem Alter nicht nur eine Empathie für andere Menschen, sondern können auch ihre eigenen Gefühle immer besser regulieren.

Spiel- und Lernverhalten

Die meisten Kinder in diesem Alter leben in einer wahren Fantasiewelt und leben diese in Spielen, die sogar über mehrere Tage gehen können, intensiv aus. Vierjährige malen sowie basteln gerne und bauen aus Lego, Duplo oder anderen altersgerechten Konstruktionsmaterialien Tiere, Fahrzeuge oder andere Gegenstände, die sogar als diese zu erkennen sind. Zudem beteiligen sich Kinder immer häufiger an Rollenspielen, die unter anderem im Kindergarten zu einem beliebten Zeitvertreib gehören. Dabei werden beim gemeinsamen Spielen mittlerweile Regeln eingeführt, welche aber noch nicht immer eingehalten werden.

Das Spielen mit Gleichaltrigen findet zwar bisher vorwiegend nebeneinander statt, doch auch das Spielen miteinander tritt nach und nach in den Vordergrund. In diesem Zuge lernen Kinder, dass sie beim Spielen auch mal kooperieren, abwarten, sich abwechseln und Spielsachen untereinander teilen müssen. Des Weiteren werden Konflikte zunehmend mit Worten und nicht mehr durch Taten, wie an den Haaren ziehen, zwicken oder hauen, geklärt.

Kognitive Entwicklung

Im fünften Lebensjahr steigt die Aufmerksamkeitsspanne von fünf auf zehn Minuten an und auch Geschichten können Vierjährige für mehrere Minuten am Stück folgen. Zudem können die meisten Kinder bereits bis fünf und in seltenen Fällen sogar bis zehn zählen. Puzzle mit bis zu zehn Teilen stellen zwar nach wie vor eine Herausforderung dar, können jedoch mit etwas Geduld und Geschicklichkeit zusammengesetzt werden.

Im Alter von vier Jahren sind Kinder zudem in der Lage, Geschichten in Bilderbüchern anschaulich zu erklären, die Zusammenhänge zu verstehen und die Handlung zu beschreiben. Gleichzeitig verbessert sich das Verständnis für Mengen sowie Zahlen und Vierjährige können mittlerweile besser einschätzen, wie groß, klein, schwer oder leicht unterschiedliche Gegenstände sind. Wollt ihr euer Kind für einige Minuten sinnvoll beschäftigen, könnt ihr es zum Beispiel damit beauftragen, Gegenstände nach Farben, Größe oder nach einem wiederkehrenden Muster zu ordnen.

Zudem könnt ihr euer Kind mit kleineren Aufgaben in den Haushalt integrieren. Hierfür bieten sich unter anderem das Tischdecken, Haustiere füttern oder das Öffnen von Vorhängen am Morgen an. Euer Kind kann euch außerdem beim Backen oder Kochen diverse Zutaten reichen oder euch beim Zusammenlegen der Wäsche tatkräftig unterstützen, indem es euch die farblich passenden Strümpfe aus dem Wäscheberg heraussucht.

Durch das Einbeziehen in den Haushalt schlagt ihr gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Euer Kind hat Spaß und ist beschäftigt, ihr verbringt Zeit mit eurem Liebling und gleichzeitig wird die Konzentrationsfähigkeit verbessert sowie die motorische sowie sprachliche Entwicklung nachhaltig gefördert.

Welche Fähigkeiten sollten Vierjährige beherrschen?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Einige Kinder sind im Alter von vier Jahren eher still und reden nicht wie ein Wasserfall, dafür können sie vielleicht schönere Bilder malen als Gleichaltrige. Kurz gesagt: Kinder wachsen und entwickeln sich ganz individuell. Zudem beziehen sich all die hier aufgeführten Fähigkeiten sowie Entwicklungsschritte auf ein Durchschnittsalter und können daher nicht als Maßstab verwendet werden.

Sollte euer Kind also noch Hilfe beim Anziehen benötigen oder vorwiegend in Fünfwortsätzen sprechen, ist dies absolut kein Grund zur Sorge. Bei der sogenannten U8-Untersuchung, die in der Regel um den vierten Geburtstag herum stattfindet, kontrolliert der Kinderarzt die körperlichen sowie geistigen Fähigkeiten und kann in diesem Zuge feststellen, ob Entwicklungsstörungen bei eurem Kind vorliegen. Gleichzeitig macht sich der Kinderarzt ein Bild über das soziale sowie emotionale Verhalten und untersucht euer Kind von Kopf bis Fuß.

Wie viel Schlaf brauchen Vierjährige?

Ich bin doch gar nicht müde.“, „Warum muss ich schlafen?“ oder „Ich will noch nichts ins Bett!“. Kann es sein, dass ihr diese Sätze schon häufig aus dem Mund eures Kindes und vor allem abends vor dem Zubettgehen gehört habt? Damit seid ihr nicht allein, denn die meisten Kinder wollen nicht freiwillig schlafen gehen. Kein Wunder, dass sich viele Eltern die Frage stellen, wie viele Stunden Schlaf ihr Kind im fünften Lebensjahr überhaupt benötigt.

Wie hoch der Schlafbedarf bei vierjährigen Kindern ist, kann nicht pauschal beantwortet werden und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Im Durchschnitt ist es jedoch so, dass Vierjährige zwischen elf und zwölf Stunden schlafen. Dabei sind Abweichungen von bis zu zwei Stunden absolut im Rahmen. Auch ist es sehr individuell, in welchem Alter Kinder keinen Mittagsschlaf mehr machen.

Einige Kinder brauchen bereits ab zwei oder drei Jahren keinen Mittagsschlaf mehr, um sich auszuruhen oder neue Kraft zu tanken. Es kann jedoch genauso gut sein, dass sich Kinder mit vier Jahren freiwillig gelegentlich am Nachmittag hinlegen oder sich eine kleine Ruhepause auf dem Sofa gönnen. Laut einer Statistik der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Stand: Juli 2019) legen 35 von 100 Kindern im Alter von vier Jahren tagsüber ein zusätzliches Schläfchen ein.

Kleiner Tipp:
Am besten ist es, ihr richtet euch in Sachen Mittagsschlaf nach eurem Kind und zwingt es nicht dazu, sich mittags zum Schlafen hinzulegen. Auf der anderen Seite solltet ihr den Mittagsschlaf nicht generell streichen, sollte euer Kind deutliche Anzeichen von Müdigkeit zeigen.

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