Startseite Kind Kind 12 Jahre: Was Eltern unbedingt wissen müssen

Kind 12 Jahre: Was Eltern unbedingt wissen müssen

Kind 12 Jahre

Langsam, aber sicher befindet sich euer Kind mit zwölf Jahren in der Pubertät. Ein großer Meilenstein in der Entwicklung, welcher nicht nur eurem Kind, sondern auch euch Eltern so einiges abverlangen kann.

In diesem Artikel klären wir euch unter anderem über die ersten Anzeichen der Pubertät bei Mädchen und Jungen auf und was es mit der wichtigen Ich-Entwicklung auf sich hat. Zudem haben wir einige Ratschläge für euch in Sachen Aufklärung von Zwölfjährigen und wir informieren euch über die erste Jugendvorsorgeuntersuchung, welche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren kostenlos in Anspruch genommen werden kann.

Entwicklung von Zwölfjährigen

Kinder mit zwölf Jahren setzen sich zunehmend mit gesellschaftspolitischen Themen, wie zum Beispiel Klimawandel, Umweltverschmutzung oder Rassismus, auseinander und ein politisches Denken bildet sich. Gleichzeitig reden Zwölfjährige mit ihren Eltern über Probleme in der Welt und versuchen Lösungen zu finden. In diesem Zuge bildet sich auch die eigene Selbstkritik weiter aus und die Kinder hinterfragen nicht nur die Handlungen von Freunden, Eltern oder Erwachsenen, sondern auch ihre eigenen.

Zudem sind Zwölfjährige mittlerweile in der Lage, bestimmte Denkoperationen, welche sich auf nicht wahrnehmbare, vorstellbare oder greifbare Dinge sowie Situationen beziehen, zu erfassen und anschließend durchzuführen. Auch prägt sich die Fähigkeit, Eigenschaften sowie Situationen in ihrem richtigen Zusammenhang zu erkennen, mehr und mehr aus. Somit fällt es zwölfjährigen Mädchen und Jungen leichter, Schlüsse für ihr eigenes Denken und Handeln abzuleiten.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Kind 12 Jahre: Was Eltern unbedingt wissen müssen! Aktuell gibt es 5 Bewertungen mit 3,60 von 5 Sternen!

Die eigenen sowie die Gefühle von anderen werden mit zwölf Jahren immer besser verstanden und auch mit stressigen Situationen können die Kinder um einiges besser umgehen. Zudem zeigen Zwölfjährige häufig großes Interesse an unbekannten Dingen und zeichnen sich durch Fleiß sowie Lernbereitschaft aus. Neben ihrem großen Wissensdurst haben zwölfjährige Kinder zudem Disziplin, eine realistische Wahrnehmung sowie Strategien zur Lösung von Problemen.

Auch auf sozialer und emotionaler Basis haben Zwölfjährige in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht: So werden Hilfsbereitschaft, Toleranz, Achtung, Höflichkeit sowie die Bereitschaft zur Kooperation und Teamarbeit großgeschrieben. Die Fähigkeit neue Freunde kennenzulernen und Freundschaften zu schließen, ist bei den meisten Zwölfjährigen stark ausgeprägt. Generell werden Freunde in diesem Alter immer wichtiger, um gemeinsam Dinge zu unternehmen und Spaß zu haben, aber auch, um über Sorgen, Ängste sowie Probleme zu reden.

Die Ich-Entwicklung

Im Zuge der Pubertät nimmt auch die Ich-Entwicklung immer deutlichere Formen bei zwölfjährigen Kindern an. Dabei wird der wichtige Prozess der Identitätsfindung unter anderem von folgenden Fragen begleitet: „Wer bin ich?“, „Was macht mich aus?“, „Wie will ich sein?“ und „Was halten andere Personen von mir?“ Die intensive Beschäftigung mit sich selbst ist nötig, damit sich die Heranwachsenden selbst finden und ihre eigene Persönlichkeit sowie ein Selbstvertrauen aufbauen können.

Je mehr die Kinder dabei in ihrer Auffassung und Einstellung von ihrem sozialen Umfeld unterstützt werden, umso stabiler ist die Identität. Natürlich schauen sich die Heranwachsenden dabei die ein oder anderen Interessen, Meinungen oder Verhaltensweisen von anderen Personen ab. Häufig sind diese Vorbilder ältere Geschwister, Freunde, die Eltern oder andere Erwachsene. Haben die ausgewählten Vorbilder einen positiven Einfluss auf die Kinder, kann dies für die Entwicklung und Persönlichkeitsfindung äußerst förderlich sein.

Das Aussehen und das gesamte äußere Erscheinungsbild werden nun immer wichtiger und vor allem Gleichaltrige werden kritisch begutachtet. Dies ist häufig auch der Zeitpunkt, an welchem Kinder ihre alten Klamotten durch neue austauschen wollen und kindische Pullover oder Shirts rigoros aussortiert werden. Durch angesagte Kleidung oder Frisuren versuchen die Kinder ihr Selbstwertgefühl, welches im Alter von zwölf Jahren häufig noch etwas labil ist, zu steigern und anderen Kindern aus dem Freundeskreis zu imponieren.

Pubertät bei Mädchen

Im Durchschnitt machen sich die ersten Anzeichen der Pubertät bei Mädchen bereits im Alter zwischen 10 und 12 Jahren und somit etwa zwei Jahre früher als bei Jungen bemerkbar. Die Brüste beginnen langsam zu wachsen und können sensibel auf Berührungen reagieren oder gar wehtun. Auch an der Haut macht sich die Pubertät bemerkbar, denn diese hat neuerdings mit Unreinheiten, Pickeln sowie Mitessern zu kämpfen und wird schnell fettig.

Die ersten feinen sowie glatten Schamhaare, welche sich erst im Laufe der Pubertät ausbreiten und kräuseln, beginnen zu sprießen. Zudem verändern sowohl die inneren als auch die äußeren Schamlippen sowie die Klitoris ihr Aussehen. Zu den körperlichen Veränderungen der Pubertät gehört auch, dass die Mädchen plötzlich in die Höhe schießen. Dabei ist es völlig normal, dass Arme und Beine vorübergehend nicht so gut mit dem restlichen Körper harmonieren. Die etwas ungleichen Proportionen verwachsen sich jedoch im Laufe der Pubertät wieder.

Doch nicht nur äußerlich beginnt sich die Pubertät zu zeigen, auch die Gebärmutter und die Eierstöcke verändern sich. Zwischen 11 und 14 Jahren setzt bei den meisten Mädchen daher die erste Monatsblutung ein. Die erste Blutung stellt eine sehr große Veränderung dar und ist ein prägender Moment in der körperlichen sowie seelischen Entwicklung. Dass die Monatsblutung zu Beginn der Pubertät meist noch ziemlich unregelmäßig auftritt, ist völlig normal, da sich der Zyklus erst einmal einpendeln muss.

Durch die Monatsblutung kommt es vermehrt zu Stimmungsschwankungen und viele Mädchen leiden während ihrer Tage unter prämenstruellen Beschwerden, wie Unterleibsschmerzen, Krämpfen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder einem generellen Unwohlsein. Zudem zählen anschwellende und berührungsempfindliche Brüste sowie eine Gewichtszunahme zu den typischen Symptomen der Monatsblutung.

Bitte beachten:
Mit Eintreten der ersten Periode sind Mädchen geschlechtsreif, weshalb Eltern unbedingt mit ihren Töchtern über Verhütungsmethoden sprechen sollten.

Pubertät bei Jungen

Bei den Jungen machen sich die ersten körperlichen Anzeichen der Pubertät im Durchschnitt zwischen 12 und 13 Jahren bemerkbar. Aufgrund der erhöhten Testosteron-Produktion schießen die Jungs plötzlich regelrecht in die Höhe und wirken zu Beginn der Pubertät unter Umständen ein wenig schlaksig. Auch die Hoden sowie der Penis verändern ihr Aussehen und die ersten Schamhaare beginnen zu sprießen.

Infolge der wachsenden Stimmbänder und der Ausbildung des Kehlkopfs kommt es bei den Männern der Schöpfung zum sogenannten Stimmbruch, der dafür sorgt, dass die Stimme nach der überstandenen Pubertät um eine ganze Oktave tiefer ist. Bis die oft langersehnten ersten Bartstoppeln wachsen, müssen sich die Jungen noch ein bisschen gedulden, denn der Bartwuchs an der Oberlippe beginnt meist erst im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

Ein sehr wichtiger Schritt in Sachen Entwicklung und Pubertät bei Jungen ist der erste Samenerguss. Dieser tritt meist im Alter zwischen 12 und 14 Jahren zum ersten Mal auf und wird entweder durch einen sexuellen Traum oder durch die ersten Erfahrungen in Sachen Selbstbefriedigung ausgelöst. Befruchtungsfähig sind die Spermien zum Zeitpunkt des ersten Samenergusses in der Regel jedoch nicht, da weder die Anzahl noch die Qualität der vorhandenen Spermien ausreichend sind.

Bitte beachten:
Obwohl es nach dem ersten Samenerguss noch einige Zeit dauern kann, bis Jungen zeugungsfähig sind, solltet ihr euren Sohn frühzeitig über die Sexualität sowie die Verhütungsmethoden aufklären.

Aufklärung von Zwölfjährigen

Früher spielten zwölfjährige Kinder noch mit Puppen oder ihren Spielzeugautos und mit dem Thema Sex wurde generell nicht so offen umgegangen, wie es in der heutigen Zeit der Fall ist. Das ist übrigens mitunter ein Grund, warum es vielen Eltern unangenehm ist, mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen.

Doch nicht nur für euch Eltern auch für euer Kind stellt die sexuelle Aufklärung oft ein heikles und gleichzeitig peinliches Thema in der Erziehung dar. Nichtsdestotrotz ist es überaus wichtig, zwölfjährige Mädchen und Jungen umfangreich aufzuklären und über die Veränderungen, welche die Pubertät mit sich bringt, zu reden: Schweigen ist hier wirklich völlig fehl am Platz.

Unter anderem aufgrund der Medien und der Internetnutzung werden Kinder bereits im frühen Alter mit der Sexualität konfrontiert. Zudem setzt die Pubertät mittlerweile früher ein als noch vor einigen Jahrzehnten und die Kinder werden immer früher reif. Dies führt dazu, dass die Unsicherheit unter den heranwachsenden Kindern wächst und vor allem die Phase der körperlichen Veränderungen mit vielen Fragen verbunden ist.

Aufgabe der Eltern ist es, die aufkommenden Fragen rund um das Thema Pubertät, Sexualität sowie Verhütung zu beantworten und die Kinder dementsprechend aufzuklären. Da zwölfjährige Kinder in der Regel ein Schamgefühl gegenüber ihren Eltern entwickelt haben, werden die Mädchen und Jungen nur selten von allein das offene Gespräch suchen. Geht daher entspannt auf euer Kind zu, schafft eine angenehme Atmosphäre und geht einfühlsam auf dessen Fragen ein.

Gut zu wissen:
Zwar ist es für einige Eltern ein befremdliches Gefühl mit ihrem Nachwuchs über das Thema Sexualität zu sprechen, dennoch ist es wichtig, auf das Kind einzugehen und Aufklärung zu leisten. Zudem stellt die Aufklärung eine Chance für Eltern dar, ihr Kind beim Erwachsenwerden zu begleiten und zur Seite zu stehen.

Tipps zur Aufklärung

Eine Schwangerschaft stellt zum Beispiel einen sehr guten Einstieg in das Gespräch über die Aufklärung eures Kindes dar. So könnt ihr auf die erste Menstruation sowie den ersten Samenerguss eingehen, denn diese beiden körperlichen Veränderungen läuten die Geschlechtsreife ein und machen eine Schwangerschaft überhaupt erst möglich. Des Weiteren könnt ihr eurem Kind erklären, was es mit der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle des Mannes auf sich hat.

Zudem solltet ihr schon jetzt auf die unterschiedlichen Verhütungsmethoden zu sprechen kommen und euer Kind über Krankheiten aufklären, die durch den Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Im Zuge dessen solltet ihr jedoch nicht nur auf den körperlichen Aspekt, sondern auch auf die Gefühle eingehen, die mit der Sexualität verbunden sind.

Das A und O bei der Aufklärung ist, dass ihr euer Kind auf keinen Fall unter Druck setzt. Gebt eurer Tochter oder eurem Sohn daher die nötige Zeit, um sich auf das Aufklärungsgespräch vorzubereiten. Habt stets ein offenes Ohr und reagiert vor allem sensibel auf die Sorgen, Fragen und Probleme eures Kindes. Sollte sich euer Kind so gar nicht auf ein Gespräch mit euch einlassen und sich regelrecht sträuben, könnt ihr natürlich auch Außenstehende in die Aufklärung mit einbeziehen. So bieten zum Beispiel immer mehr Frauenärzte sogenannte „Mädchen-Sprechstunden“ an, die eure Tochter wahrnehmen kann.

Gut zu wissen:
Die Aufklärung ist in erster Linie Aufgabe der Eltern und sollte unter keinen Umständen einzig und allein der Schule, den Medien oder den Freunden überlassen werden. Insbesondere in den Medien besteht die Gefahr, dass die Art und Weise der Aufklärung nicht für zwölfjährige Kinder geeignet ist. Zur Unterstützung bieten sich altersgerechte Aufklärungsbücher an, welche ihr zu den bestimmten Themen gemeinsam mit eurer Tochter oder eurem Sohn durchgehen könnt.

Vorsorgeuntersuchung J1 für Zwölfjährige

Im Alter zwischen 12 und 14 Jahren hat euer Kind Anspruch auf die sogenannte J1 Vorsorgeuntersuchung, die von allen Krankenkassen erstattet wird. Im Zuge der ersten Jugendgesundheitsuntersuchung wird der allgemeine Gesundheitszustand eures Kindes untersucht und der behandelnde Arzt kann sich einen Überblick über den körperlichen sowie geistigen Entwicklungsstand verschaffen sowie den Impfstatus kontrollieren. Wenn nötig und sollte dies erwünscht sein, können so überfällige Impfungen vorgenommen und vervollständigt werden.

Neben den Organen wird außerdem das Skelettsystem überprüft und Fehlhaltungen, welche aufgrund der Wachstumsschübe in der Pubertät häufiger vorkommen, können somit frühzeitig erkannt und dementsprechend behandelt werden. Neben einer eingehenden körperlichen Untersuchung wird anhand eines Gesprächs auch die kognitive und seelische Entwicklung sowie das Verhalten der Kinder untersucht. In einem ausführlichen Gespräch gibt der Arzt Tipps in Sachen ausgewogene Ernährung, gesunder Lebensstil sowie gewissenhafte Mediennutzung und der Jugendliche wird über die Gefahren von Zigaretten, Alkohol sowie Drogen aufgeklärt.

Im Zuge der J1 prüft der Arzt zudem den aktuellen Stand der Pubertätsentwicklung. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine verzögerte Pubertät (Pubertas tarda) vorliegt. Ist dies der Fall, kommt unter Umständen eine Hormontherapie infrage. Gleichzeitig kann die J1 dafür genutzt werden, um mit dem Arzt über die körperlichen sowie seelischen Veränderungen, die Sexualität und Verhütung sowie über soziale Probleme mit der Familie oder dem Freundeskreis zu sprechen.

Kindern mit zwölf Jahren fällt es häufig leichter, mit neutralen Außenstehenden über die ersten Anzeichen und Veränderungen der Pubertät zu sprechen als mit ihren Eltern. Somit stellt der Arzt im Idealfall eine wichtige Vertrauensperson für die Jugendlichen dar und kann nicht nur den Gesundheitszustand ermitteln, sondern kompetente Ratschläge erteilen.

Weitere Untersuchung der J1:

  • Messung von Gewicht, Blutdruck sowie Körpergröße
  • Urinuntersuchung
  • Gegebenenfalls Untersuchung der Blutwerte
Gut zu wissen:
Die J1 stellt eine wichtige Chance dar, Erkrankungen sowie soziale oder seelische Probleme frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Euer Kind kann ohne eure Begleitung zur Vorsorgeuntersuchung J1 gehen. Dabei gilt die ärztliche Schweigepflicht auch bei Kindern unter 18 Jahren, sofern keine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.