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Was kostet der Nuvaring?

Chemische Verhütungsmittel

Bei dem Nuvaring handelt es sich um einen empfängnisverhütenden Ring, der in die Vagina eingeführt wird. Der Nuvaring ist dabei sehr sicher und gut verträglich, weshalb dieser zu den meist verbreiteten hormonellen Verhütungsmethoden gehört.

Pro Monat kostet der Nuvaring zwischen 16 und 20 Euro. In der Regel werden die Nuvaringe in 3-Monats-Packungen angeboten.

Mit dem Nuvaring entfällt praktischerweise das tägliche Einnehmen der Pille, was unter Umständen leicht vergessen werden kann. Für das Einsetzen des Rings müsst ihr auch nicht extra euren Frauenarzt aufsuchen, so wie es bei der Hormonspirale der Fall ist. Zudem gibt der Nuvaring nur eine geringe Menge an Hormonen in den weiblichen Körper ab und wirkt lokal.

Hier erfahrt ihr, wie der Nuvaring wirkt, mit welchen Kosten ihr genau rechnen müsst und wir klären euch unter anderem über die Vor- und Nachteile auf, die der Verhütungsring mit sich bringt.

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Wie der Nuvaring eine Schwangerschaft verhindert

Der Nuvaring ist ein elastischer, durchsichtiger und etwa 4 Millimeter dünner Kunststoffring mit etwa 5 Zentimeter Durchmesser. Da sich der Ring dem Körper der Frau anpasst, ist dieser nur in einer Standardgröße erhältlich. Zudem müsst ihr euch keine Gedanken darüber machen, ob der Ring auch wirklich perfekt sitzt, da es nicht auf die millimetergenaue Lage in der Vagina ankommt.

Gegeben ist die empfängnisverhütende Wirkung des Rings dadurch, dass der Nuvaring mit den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen sowie Gestagen versehen ist. Da zwei verschiedene Hormone zur Verhütung eingesetzt werden, handelt es sich bei dem Ring um eine sogenannte kombinierte hormonelle Verhütungsmethode, ähnlich wie bei den häufig verwendeten Kombinationspillen.

Der Vorteil zur Kombinationspille ist jedoch, dass nicht täglich an die Einnahme gedacht werden muss und der Ring auch von Frauen verwendet werden kann, die an Magen-Darm-Beschwerden oder Verdauungsproblemen leiden.

Sobald der Ring eingesetzt ist, werden die enthaltenen Hormone langsam, kontinuierlich und in kleinen Mengen durch die Scheidenwände in den weiblichen Blutkreislauf abgegeben. Doch welche Aufgaben übernehmen das Östrogen und das Gestagen, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen?

Das enthaltene Östrogen sorgt dafür, dass der Eisprung unterdrückt wird. Durch das Gestagen wird der Schleimpfropf an der Gebärmutter verdickt und zähflüssiger. Dadurch wird die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt und diese können nicht bis in die Gebärmutter und die Eileiter vordringen. Gleichzeitig hemmt das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, was die Eizellen daran hindert, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Der sichere Verhütungsring hat einen Pearl-Index von 0,4 bis 0,65. Dies bedeutet: Von 1000 Frauen, welche ausschließlich und für ein Jahr den Nuvaring benutzen und diesen korrekt anwenden, werden 4 bis 7 Frauen schwanger. Ein Kondom besitzt im direkten Vergleich lediglich einen Pearl-Index von 2 bis 12.

So wird der Nuvaring angewendet

Ähnlich wie ein Tampon wird der Nuvaring am ersten Tag der Periode in die Vagina eingeführt. Dort bleibt der Ring ununterbrochen für drei Wochen, ohne entfernt werden zu müssen. Die Lage hat dabei keinen Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung des Rings, ein fester Sitz sollte hingegen unbedingt gegeben sein.

Setzt ihr den Nuvaring zum ersten Mal ein, solltet ihr in der ersten Woche zusätzlich ein Kondom verwenden. Unter Umständen ist der Hormonspiegel in der ersten Anwendungswoche noch nicht hoch genug, um euch vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen.

Für das Einsetzen wird der Ring zusammengedrückt und am besten im Stehen sowie mit einem Fuß nach oben, in der Hocke oder im Liegen eingeführt und am oberen Ende der Vagina platziert. Um das Einführen zu erleichtern, kann zusätzlich ein Applikator verwendet werden, der in jeder Packung vorhanden ist.

Ist der Ring richtig eingesetzt, sollte er weder beim Sport, noch beim Geschlechtsverkehr zu spüren sein. Fühlt sich das Tragen dennoch unangenehm an, solltet ihr den Ring noch etwas weiter nach oben schieben.

Nach 21 Tagen wird der Nuvaring von euch selbst entfernt und im Restmüll entsorgt. In den darauffolgenden sieben Tagen, in welchen kein Verhütungsring angewendet wird, setzt die Monatsblutung ein und durch die davor abgegebenen Hormone ist der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft weiterhin gegeben.

Am achten Tag wird ein neuer Nuvaring in die Vagina eingeführt. Achtet jedoch darauf, den Verhütungsring immer möglichst zur gleichen Zeit einzusetzen, zu dieser ihr den Ring in der Woche zuvor entfernt habt.

Gut zu wissen
Für drei Stunden täglich kann der Nuvaring entfernt werden, ohne die empfängnisverhütende Wirkung zu verlieren. So kann der Ring zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr entfernt werden, falls dieser dabei als störend empfunden wird. Bewahrt den Ring währenddessen hygienisch auf und reinigt diesen vor dem erneuten Einführen mit lauwarmen Wasser.

Nuvaring nur auf Rezept

Der verschreibungspflichtige Verhütungsring kann, genauso wie die Pille, nur gegen Vorlage eines Rezeptes in der Apotheke besorgt werden. Dies hat auch seinen guten Grund, da euch der Frauenarzt vor der Verwendung des Verhütungsrings eingehend über die Vor- und Nachteile sowie mögliche Nebenwirkungen aufklären muss.

Zudem müssen Herz-Kreislauferkrankungen sowie Gefäßerkrankungen und natürlich eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden. Im Zuge der Beratung wird euch der Frauenarzt außerdem fragen, ob Thromboseerkrankungen in der Familie vorliegen und ob ihr Raucherinnen seid.

Gegebenenfalls wird euch der Frauenarzt über alternative Verhütungsmethoden informieren oder euch, wenn nichts dagegenspricht, das Rezept für einen Verhütungsring ausstellen. Neben einer gynäkologischen Untersuchung sowie einer eingehenden Beratung wird euch der Frauenarzt außerdem erklären, wie ihr den Ring anwenden und auf was ihr achten müsst.

Kosten für den Nuvaring

Entscheidet ihr euch für den Nuvaring, müsst ihr für die gängige Dreierpackung mit Kosten um die 50 Euro rechnen. Somit kommt ihr auf einen monatlichen Preis von etwa 16 bis 20 Euro pro Ring. Eine Drei-Monats-Packung der Pille liegt dabei im Vergleich zwischen 20 Euro und 60 Euro.

Mittlerweile gibt es auch Verhütungsringe von anderen Herstellern und mit unterschiedlicher Hormondosierung. Diese Präparate sind etwas günstiger und teilweise sogar in einer praktischen 6-Monats-Packung erhältlich.

Werden die Kosten für den Nuvaring eigentlich von den Krankenkassen übernommen? Bei dem Verhütungsring verhält es sich genauso, wie bei der Pille. Seid ihr unter 18 Jahre alt, werden die Kosten für den Verhütungsring komplett von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Im Alter zwischen 18 und 20 Jahren übernehmen die Krankenkassen, bis auf die Zuzahlung, weiterhin die anfallenden Kosten für den Ring. Lediglich die Zuzahlung, in Höhe von 5 bis 10 Euro, muss ab dem 18. Geburtstag aus eigener Tasche bezahlt werden. Sobald ihr 20 Jahre alt seid, müssen die Kosten für den Verhütungsring sowie für andere hormonelle Verhütungsmethoden komplett selbst getragen werden.

Bei starken Menstruationsproblemen oder schlimmen Hautproblemen übernehmen die Krankenkasse die Kosten für bestimmte Pillen-Präparate unter Umständen weiter. Leidet ihr hingegen stark unter den Wechseljahren, kann euch der Frauenarzt ein Rezept für einen bestimmten Verhütungsring ausstellen.

Private Krankenkassen beteiligen sich in der Regel gar nicht an den Kosten für hormonelle Verhütungsmethoden.

Vorteile des Nuvarings

Ein großer Vorteil zur Pille ist, dass die Hormone des Nuvarings lokal und vor Ort wirken. Dies bedeutet einen geringeren Eingriff in den weiblichen Zyklus und der Körper wird weniger belastet. Zudem muss nicht täglich an eine Einnahme gedacht werden, was das Verhüten mit dem Nuvaring sehr sicher und gleichzeitig unkompliziert macht.

Da der Verhütungsring nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern vaginal aufgenommen wird, bleibt die empfängnisverhütende Wirkung auch bei Erbrechen oder Durchfall bestehen.

Weitere Vorteile des Nuvarings:

  • Beschwerden während der Menstruation können abnehmen
  • Regelblutungen werden abgeschwächt
  • Muss nur einmal pro Monat gewechselt werden
  • Hormone werden kontinuierlich und vergleichsweise in geringen Mengen abgegeben
  • Guter Überblick über den Zyklus
  • Kurze Zeit nach dem Absetzen des Verhütungsrings normalisiert sich der natürliche Eisprung wieder und eine Schwangerschaft ist möglich
  • Tampons können mit einem Verhütungsring wie gewohnt verwendet werden

Nachteile des Nuvarings

Der Nuvaring ist im Großen und Ganzen gut verträglich, dennoch ist der Verhütungsring nicht für alle Frauen gleichermaßen geeignet. Wir haben euch die Nachteile sowie möglich auftretende Nebenwirkungen auf einen Blick zusammengefasst:

Die Einnahme von Antibiotika, Penicillin und auch Johanneskraut können die Wirkung des Verhütungsrings negativ beeinträchtigen. Solltet ihr vorübergehend eines dieser Präparate einnehmen, solltet ihr deshalb zusätzlich auf Kondome zurückgreifen.

Bei starkem Husten, Verstopfungen oder auch beim Geschlechtsverkehr kann es unter Umstände passieren, dass der Nuvaring herausrutscht. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da der Ring einfach mit warmen Wasser abgewaschen und anschließend wie gewohnt eingesetzt werden kann. Die empfängnisverhütende Wirkung geht dadurch nicht verloren, allerdings sollte der Nuvaring spätestens drei Stunden nach dem Herausrutschen oder Entfernen wiedereingesetzt werden, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen.

Der Verhütungsring bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Chlamydien.

Durch die enthaltenen Hormone können Stimmungsschwankungen, sexuelle Unlust, Scheidenentzündungen, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Schmier- und Zwischenblutungen, Akne, Brust- sowie Bauchschmerzen auftreten.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Thrombose, Venen- und Gefäßerkrankungen sowie Embolien. Das Thromboserisiko wird außerdem von anderen Faktoren, wie dem Alter sowie der familiären Vorgeschichte, beeinflusst.

Frauen, die unter anderem viel rauchen, stark übergewichtig sind, unter Bluthochdruck, Diabetes, einer Lebererkrankung oder einer Blutgerinnungsstörung leiden, sollten wegen des sowieso erhöhten Thromboserisikos gänzlich auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten. Das Gleiche gilt bei Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie bei Brust- oder Gebärmutterkrebs.
Da der Nuvaring unter anderem Östrogen enthält, ist dieser nicht für stillende Mütter geeignet.

Wichtig
Stellt ihr starke oder ungewöhnliche Nebenwirkungen bei euch fest, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen. Dieser wird durch eine Untersuchung feststellen, ob der Nuvaring entfernt werden muss und euch gegebenenfalls über alternative Verhütungsmethoden aufklären.

Fazit

Der verschreibungspflichtige Nuvaring ist eine gute, sichere und unkomplizierte Alternative zur Pille. Ein großer Vorteil ist, dass nicht an die tägliche Einnahme gedacht werden muss, der Ring nur einmal pro Monat entfernt und nach einer siebentägigen Pause gegen einen neuen Verhütungsring ausgetauscht werden muss.

Die Kosten für drei Monate liegen durchschnittlich bei 50 Euro. Da der Nuvaring nicht für jede Frau geeignet ist und gewisse Nebenwirkungen birgt, ist eine vorherige Untersuchung sowie eingehende Beratung durch den Frauenarzt unabdingbar.

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