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KiSS-Syndrom – Ursachen, Symptome & Therapie

Kiss Syndrom

Das Kiss-Syndrom – behandelbare Schmerzen bei Babys

Hat Euer Kind Probleme beim Schlafen, liegt es angespannt und vielleicht mit überdehnter Wirbelsäule im Bettchen? Bemerkt Ihr Probleme beim Trinken oder Stillen, kann Euer Neugeborenes den Kopf sehr schlecht halten oder habt Ihr den Eindruck, dass Euer Nachwuchs ein so genanntes Schreikind ist? In diesen Fällen könnte Euer Kind unter dem KiSS-Syndrom leiden.

Kiss-Syndrom – Erkrankung nach medizinischen Maßstäben?

Unter Medizinern herrscht noch große Uneinigkeit, ob sie das so genannte KiSS-Syndrom tatsächlich als Erkrankung einstufen sollen oder es als Störung zu behandeln ist. Für die meisten Mediziner ist es keine Erkrankung, da viele der möglichen Symptome auch auf andere Ursachen zurückgeführt werden können. Auf jeden Fall solltet Ihr als Eltern wissen, worum es bei diesem KiSS-Syndrom geht, an welchen Symptomen es sich erkennen lässt und vor allem, was Ihr dagegen tun könnt

TypKlassifizierungWas geschieht mit dem Baby
Kiss Ieinseitige Haltung, Schiefhals, einseitiger Haarabrieb, abgeplatteter HinterkopfSchmerzen, die durch Haltung abgeschwächt werden
Kiss IIein mittiger, kreisrunder Verweigerung der Bauchlage, motorische Entwicklungsrückstände, Kopfhalteschwäche, deutliches Überstrecken nach hinten. Durch starke Schmerzen viel weinen, welches zur Kehlkopfverengung führen kann.

Kiss-Sndrom – Definition

Wenn vom KiSS-Sndrom die Rede ist, dann meint die Medizin beziehungsweise die Alternativmedizin damit die so genannte Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung. Damit wird eine Haltungsasymmetrie, also eine Fehlstellung der oberen Halswirbelsäule bei Kindern bezeichnet. Als Ursachen für diese Fehlstellung werden von der Schulmedizin folgende Möglichkeiten angegeben:

  • während der Geburt erlittene Traumata
  • physische Belastungen während der Geburt
  • mögliche Unfälle während der ersten Lebensmonate (z. B. Stürze)

Probleme können ebenfalls durch Not-Kaiserschnitte, Zangen- oder Saugglockengeburten, hohes Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm oder auch Zwillingsgeburten hervorgerufen werden.

Mögliche Symptome beim Kiss-Syndrom

Wenn Ihr Eltern geworden seid, werdet Ihr ohnehin sehr aufmerksam sein, wenn es um das Kind geht. Besonderes Augenmerk solltet Ihr auf die folgenden Verhaltensweisen Eures Kindes legen, denn sie könnten Symptome für das Kiss-Syndrom sein:

  • Asymmetrie bei der Kopfhaltung
  • Schieflage im Bett
  • Schlafstörungen
  • Entwicklung zum „Schreikind“
  • Probleme beim Trinken (häufiges Sabbern, Schluckbeschwerden)
  • einseitig auftretende Probleme beim Stillen
  • Berührungsempfindlichkeit (Weinen oder Schreien beim Anheben)
  • Kopfhalteschwäche und Kopfdrehschwäche
  • Schädel-/Kopfasymmetrie (gestörte Entwicklung einer Gesichtshälfte)

Zwar treten die genannten Symptome nicht alle zugleich auf, Ihr solltet aber auch bei einzeln auftretenden Symptomen wachsam bleiben und das Verhalten Eures Kindes genau beobachten. In der Folge kann das Kiss-Syndrom auch zu Wachstumshemmungen, HNO-Beschwerden, Motorik-Problemen (Fein- und Grobmotorik) sowie einem verminderten Gewichtszuwachs kommen. Es wird unter Kiss I und Kiss II Syndrom unterschiedene, die sich wie folgt bemerkbar machen:

Die Folgen eines Kiss-Syndroms bei Erwachsenen

Bleibt eine Behandlung des Syndroms im Kindesalter aus, kann dies für Betroffene Folgen bis hinein ins Erwachsenendasein nach sich ziehen. Aus dem KiSS-Syndrom kann sich in der Folgezeit aufgrund einer nicht vorgenommenen Therapie das so genannte KiDD-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie) entwickeln und zu anhaltenden Beschwerden führen. So können Haltungsschäden, Gelenk- oder Rückenschmerzen auftreten. Es kann aufgrund der dauerhaften Fehlbelastung zu Hexenschuss oder zum Bandscheibenvorfall kommen. Patienten können auch unter Migräne oder starken Kopfschmerzen leiden. Immer wieder berichten Betroffene auch von Tinnitus. Auch der Hexenschuss kommt bei Erwachsenen durch die dauerhafte Fehlbelastung beim KiSS-Syndrom vor.

Was wird beim Kiss-Syndrom diagnostiziert?

Wenn Ihr bei Eurem Kind die oben aufgeführten Symptome bemerkt, ist der Besuch bei einem Arzt sinnvoll. Er kann beispielsweise durch eine manuelle, chiropraktische Untersuchung, durch das Testen bestimmter Reflexe oder mithilfe einer Röntgenaufnahme eine entsprechende Diagnose stellen. Auch Eure Beobachtungen als Eltern fließen in die Diagnostik mit ein.

Welche Therapien gibt es?

Wurde bei Eurem Kind das KiSS-Syndrom festgestellt, wird der Arzt verschiedene Therapien mit Euch besprechen. Ziel jeder Therapie wird es sein, das blockierte Kopfgelenk wieder beweglich zu machen. Dadurch werden bestehende Verspannungen sowie Verhärtungen in der umgebenden Muskulatur aufgelöst und Adern, Venen und Nerven können wieder in ihre normale Position gebracht werden. Dazu werden hauptsächlich drei Methoden verwendet:

  • Osteopathie
  • Manualtherapie
  • Chiropraktik

Alle drei Therapieformen sind manuell ausgeführte Behandlungen. Dabei werden bestimmte Druckpunkte an der Halswirbelsäule oder auch in anderen Bereichen der Wirbelsäule mit der Hand bearbeitet. Dieses Verfahren wird auch als manuelle Therapie nach Gutmann, als Atlas-Therapie nach Arlen beziehungsweise als Hio-Technik bezeichnet.

Mit der Osteopathie lässt sich die Halswirbelsäule Eures Kindes auf sehr sanfte Art mobilisieren und wieder in die richtige Position bringen. Dadurch stellt sich eine normale Beweglichkeit ein und die Funktionsweise wird deutlich verbessert. Mit einer osteopathischen Behandlung ist es z. B. möglich, die Drehfähigkeit des Kopfes zu verbessern.

Auch die Dorntherapie, die Kraniosakraltherapie, die Myoreflextherapie, die Therapien nach Vojta und Bobath sowie die Therapie nach Feldenkrais finden Anwendung, um das KiSS-Syndrom zu behandeln.

Behandlungskosten beim Kiss-Syndrom

Da diese Erkrankung im Bereich der Schulmedizin umstritten ist und nicht als Erkrankung anerkannt wird, weigern sich meist auch die Krankenkassen, die Behandlungskosten für entsprechende Therapien zu übernehmen. Wenn Euer Kind also am KiSS-Syndrom leidet, müsst Ihr die Behandlung selbst finanzieren. Das gilt auch, wenn der Erfolg einer Therapie von Euch nachgewiesen werden kann und Ihr ein Attest von Eurem Arzt erhaltet.

Lediglich ein Teil der Privatkassen und in Ausnahmefällen vereinzelte gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten für die Behandlung.

Wichtig
Eine solche Behandlung kostet natürlich Geld. Eine Erstuntersuchung beim Arzt mit Röntgen kommt auf etwa 180 Euro, die einzelnen Therapiebehandlungen kosten je nach Osteopath zwischen 30 und 60 Euro. Die meisten Krankenkassen zahlen die Erstuntersuchung.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll, beispielsweise zu einem Facharzt für physikalische oder rehabilitative Medizin zu gehen. Aber auch ein ausgewiesener Osteopath (auch ärztlicher Osteopath genannt) kann sehr hilfreich sein und viele Eltern berichten über die erzielten Erfolge durch eine osteopathische Behandlung. Inzwischen gibt es zahlreiche Osteopathen, die sich auf Säuglinge, Kinder und Jugendliche spezialisiert haben. Am besten erkundigt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse, welche Behandlungsmethoden beim KiSS-Syndrom übernommen wird.

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