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Kind 11 Jahre: Überblick über die Vorpubertät und Entwicklung

Kind 11 Jahre

In der Regel besuchen Kinder im Alter von 11 Jahren eine weiterführende Schule und haben somit das Grundschulalter hinter sich gelassen. Kein Wunder also, dass sich elfjährige Mädchen und Jungen schon gerne wie kleine Erwachsene benehmen und sich nicht mehr alles von ihren Eltern sagen lassen.

Wann und wie genau sich die Vorpubertät bemerkbar macht und wie ihr mit dieser am besten umgehen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem haben wir euch hilfreiche Regeln zusammengestellt, was die Smartphone- und Tablet-Nutzung betrifft.

Die Vorpubertät lässt grüßen

Mit 11 Jahren steckt euer Kind gerade in einer sehr prägenden und zugegebenermaßen auch anstrengenden Lebensphase, nämlich in der Vorpubertät. Als Vorpubertät wird der Übergang zwischen der Kindheit und der eigentlichen Pubertät bezeichnet. Eine Zeit, die neben emotionalen sowie körperlichen Veränderungen häufig mit Türen knallen, Tränenausbrüchen und Stimmungsschwankungen begleitet wird. Es kommt ohne ersichtlichen Grund zum Streit mit den Eltern oder Geschwistern und die Kinder fühlen sich eigentlich in fast jeder Situation ungerecht behandelt und haben gleichzeitig das Gefühl, es keinem recht machen zu können.

Gefühlt beginnen die Kinder aus heiterem Himmel, Probleme mit sich selbst oder ihren Freunden auszumachen und beziehen ihre Eltern immer weniger in ihr Leben ein. Vielleicht merkt ihr das als Eltern auch daran, dass die Tür vom Kinderzimmer nun immer häufiger geschlossen bleibt oder euer Kind beim Eintreten genervt reagiert und euch mit der Frage „Was willst du denn jetzt schon wieder?“ begrüßt.

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Neben der verschlossenen Zimmertür macht sich die Vorpubertät auch im Kinderzimmer selbst bemerkbar, denn langsam, aber sicher findet ein Umdekorieren statt: Puppen, Kuscheltiere, Rennautos und andere Spielsachen wandern plötzlich unter das Bett oder in diverse Kisten, um dort immer seltener herausgeholt zu werden. Die Wände werden hingegen mit YouTube-Stars, angesagten Musikern oder Sportlern tapeziert mit dem Ziel, das Zimmer nicht mehr kindlich, sondern jugendlich wirken zu lassen.

Durch die Veränderungen im Hormonhaushalt, welche sich schon jetzt deutlich bemerkbar machen können, durchlebt euer Kind eine Achterbahnfahrt der Gefühle und es weiß oft selbst nicht, wohin mit seiner Wut und den unbekannten Gefühlen. Neben Gefühlsausbrüchen ist die Vorpubertät zudem mit Desinteresse sowie ungebremster Energie gekennzeichnet. Doch auf dem Weg zum Jugendlichen müssen elfjährige Kinder erst nach und nach lernen, ihre Gefühle einzuschätzen und zu kontrollieren. Ausgelöst werden die Gefühlsschwankungen in diesem Alter übrigens von dem noch nicht vollständig entwickelten Vorderhirn.

Kognitive und soziale Entwicklung von Elfjährigen

Etwa im Alter zwischen 11 und 12 Jahren beginnen sich die neuronalen Systeme von Kindern zu verändern: Ungenutzte Verbindungen von Nervenzellen werden mehr oder weniger eliminiert, wohingegen häufig verwendete Nervenzellen zunehmen. Auf längere Sicht gesehen, wirken sich diese neuronalen Veränderungen positiv auf die Aufmerksamkeitsspanne, das Gedächtnis und den allgemeinen Denkprozess der Heranwachsenden aus.

Die ersten Veränderungen sind dabei unter anderem bei der räumlichen Orientierung sowie in der Sprache zu erkennen. So sind Elfjährige immer besser in der Lage, ihr Sprachverhalten verschiedenen Situationen anzupassen und die sogenannte Jugendsprache wird immer häufiger im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Indem Elfjährige vermehrt Informationen in ihr Denken mit einbeziehen, ist mittlerweile auch ein systematisches Vorgehen in ihren Handlungen möglich.

Freunde nehmen einen immer höheren Stellenwert bei elfjährigen Mädchen und Jungen ein. Jede freie Minute innerhalb und außerhalb der Schule wollen die Kinder, wenn möglich mit ihren Freunden verbringen oder „abhängen“, wie es im Jugendjargon so schön heißt. Unter den Freunden bilden sich bestimmte Subkulturen, die unter anderem Modetrends, Vorbilder in der Musik- oder YouTube-Szene sowie verschiedene Sprach- und Verhaltensformen beinhalten. Durch die eigene Sprache oder den Kleidungsstil wollen sich die Kinder bewusst von den Eltern, beziehungsweise der Erwachsenenwelt abgrenzen.

Gut zu wissen:
Die Aufmerksamkeitsspanne von elfjährigen Kindern liegt im Schnitt bei etwa 25 Minuten. Nach dieser Zeit nimmt die Konzentration rapide ab. Aus diesem Grund sollten Eltern darauf achten, dass ihr Kind beim Erledigen der Hausaufgaben oder beim Lernen für die Schule nach dieser Zeit eine Pause einlegt. Vor allem mit frischer Luft und etwas Bewegung kann das Gehirn neue Energie tanken.

Körperliche Entwicklung von Elfjährigen

In den letzten Jahren hat sich die Körpergröße eures Kindes zwar kontinuierlich, aber dennoch eher langsam verändert. Hier handelt es sich um die sogenannte Ruhe vor dem Sturm, denn in der Pubertät machen die Kinder einen riesigen Schritt in Sachen Körpergröße und schießen regelrecht in die Höhe. Acht bis zehn Zentimeter Körperwachstum pro Jahr sind in der Pubertät keine Seltenheit.

Dabei ist es völlig normal, dass die Gliedmaßen nach einem Wachstumsschub erst einmal etwas unharmonisch zum restlichen Körper wirken. Im Laufe der Pubertät gleichen sich der Körper sowie die Arme und Beine jedoch wieder an und das Aussehen ist generell erwachsener. Auch die Füße wachsen plötzlich in unvorhersehbaren Schüben, was wiederum den Schuhverbrauch ganz schön in die Höhe treibt.

Aufgrund der körperlichen Veränderungen werden Elfjährige in der Vorpubertät immer häufiger von Schamgefühlen heimgesucht. Diese äußern sich unter anderem dadurch, dass die Kinder beginnen, sich im Badezimmer einzusperren und sich nicht mehr nackig vor ihren Eltern oder den Geschwistern blicken lassen. Bei den Mädchen zeigen sich die ersten körperlichen Veränderungen, indem die Brüste zu wachsen beginnen und das Becken weiblichere Formen annimmt, wohingegen bei den Männern der Schöpfung die sichtbare Pubertät häufig von einem Bartflaum angekündigt wird.

Bitte beachten:
Die Veränderungen am eigenen Körper führen bei Kindern in diesem Alter verständlicherweise zu einer vorübergehenden Verunsicherung, weshalb ihr als Eltern die Privatsphäre umso mehr respektieren solltet.

Beginnende Abgrenzung von den Eltern

Nicht nur körperlich, vor allem auf emotionaler Basis macht sich die Vorpubertät bemerkbar und läutet eine neue Phase im Leben eures Kindes ein. Auf der einen Seite suchen Elfjährige nach wie vor die Nähe und Zuwendung ihrer Eltern, auf der anderen Seite will der Nachwuchs unabhängig sein und seine eigenen Entscheidungen treffen können. Auch ist es den Kindern jetzt häufig peinlich, in der Öffentlichkeit Hand in Hand mit den Eltern gesehen zu werden. Im Prozess der Abnabelung werden Eltern zudem Sätze wie „Raus aus meinem Zimmer“ oder „Das geht dich gar nichts an!“ garantiert nicht nur einmal von ihrem Kind zu hören bekommen.

Die beginnende Abgrenzung von den Eltern kann sich auch durch die Kleiderwahl, die Frisur oder die Wahl der Freunde bemerkbar machen. All das sind jedoch wichtige Prozesse der Selbstfindung und sorgen dafür, dass die Kinder ihren Platz im Leben finden können. Es ist klar, dass Eltern an der neuerdings auftretenden Zurückweisung ihrer heranwachsenden Kinder zu knabbern haben. Dennoch ist die Abnabelung ein wichtiger und nötiger Schritt in Sachen Entwicklung und Erwachsenwerden.

Auch wenn es sicherlich nicht immer leicht fällt, ist es für euch als Eltern wichtig, die Vorpubertät mit Gelassenheit sowie einer Portion Humor zu nehmen. Versucht nicht jedes Wort eures Kindes auf die Goldwaage zu legen und nehmt die plötzlichen Wutausbrüche nicht persönlich. Bringt stattdessen Verständnis für euer vorpubertierendes Kind auf und macht euch bewusst, dass die Vorpubertät durch die ständig verrückt spielenden Hormone eine enorme Belastung für euer Kind darstellt. Zudem muss euer Kind nicht nur mit den hormonellen, sondern auch mit den ersten körperlichen Veränderungen zurechtkommen.

Ein wichtiger Schritt für Eltern ist zudem das Loslassen ihres Kindes. Dabei heißt Loslassen, dass Eltern ihre eigene Neugier bekämpfen müssen und ihre Kinder nicht über jede Minute ihrer Freizeit ausfragen. Kinder brauchen ihren Freiraum und das bedeutet eben auch, nicht haargenau über alles Bescheid zu wissen. Es ist selbstverständlich und auch wichtig, dass Eltern ihre Kinder beschützen wollen, dennoch darf es nicht in einem Kontrollwahn ausarten. Neben Vertrauen und Verständnis sind Liebe, Geborgenheit und Rückhalt der Eltern daher das A und O, um sein Kind durch die Pubertät zu begleiten.

Bitte beachten:
Helft eurem Kind dabei, sich von euch abzunabeln und selbstständig zu werden. Dadurch fördert ihr sowohl das Selbstvertrauen als auch das Selbstbewusstsein eures Kindes und ihr könnt Spannungen im Vorfeld, so gut es eben in der Vorpubertät geht, verhindern. Haltet euch zudem immer vor Augen, dass Streitereien und Meinungsverschiedenheiten völlig normal sind. Wichtig ist jedoch, dass ihr immer ein offenes Ohr für euer Kind habt und dessen Meinung akzeptiert und ernst nehmt.

Regeln zur Smartphone-Nutzung

In der heutigen Zeit verbringen die Kinder und Jugendlichen deutlich mehr Zeit vor dem Smartphone, Tablet oder Laptop und das Internet ist schon seit langem kein geheimer Zeitvertreib mehr. Angesagte Internetadressen oder Musikvorschläge erhalten die Kinder dabei in erster Linie von Freunden oder älteren Geschwistern. Neben Apps zur mobilen Nutzung sind vor allem Videoportale sowie soziale Netzwerke unter den Elfjährigen beliebt.

Auch Klassenchats über WhatsApp sind in unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken: Die Kinder tauschen sich in ihren Gruppen über Hausaufgaben, Schularbeiten oder anstehende Tests aus und können sich unkompliziert über schulische Belange informieren. Besitzt ein Kind in der Klasse kein Smartphone und ist somit nicht Teil der Gruppe, kann dies schnell zu einer Ausgrenzung führen. Aus diesem Grund ist es keine Lösung, eurem elfjährigen Kind die Smartphone-Nutzung komplett zu untersagen.

Doch leider ist das Internet voller Gefahren für Kinder und Jugendliche. Zudem ist es sehr leicht, mit Gewalt oder pornografischen Inhalten in Kontakt zu kommen, weshalb sich viele Eltern die berechtigten Fragen stellen: „Welche Regeln sollten Elfjährige bei der Nutzung von Smartphone & Co. befolgen?“ und „Wie lange darf mein Kind pro Tag ins Internet?“.

Wie intensiv das Internet in der Freizeit genutzt wird und welche Rolle es im Lebens eines Kindes spielt, ist vom Alter, der allgemeinen Interessenlage sowie dem Entwicklungsstand abhängig. Auch die Art und Weise, wie die Mediennutzung in der Familie gehandhabt wird, spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. In erster Linie müssen Eltern ihre Kinder so gut es geht schützen und ihnen bei der Mediennutzung gleichzeitig Vertrauen entgegenbringen.

Wichtig in Sachen Smartphone- und Tablet-Nutzung ist außerdem, dass euer Kind noch genügend Zeit für seine Schul- und Hausaufgaben, aber vor allem für andere Aktivitäten mit Freunden und an der frischen Luft hat. Um dies zu gewährleisten, müsst ihr als Eltern feste Regeln für das Internet und die Smartphone- oder Tablet-Nutzung aufstellen und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass ihr gewisse Freiräume für euer Kind schafft.

Wir haben euch einige hilfreiche Regeln für den verantwortungsbewussten Umgang mit der Internet-Nutzung und dem Smartphone zusammengestellt:

Jugendschutzprogramme installieren: Durch die Installation eines alters- sowie erfahrungsgerechten Jugendschutzprogramms kann euer Kind surfen und erhält gleichzeitig wichtige Freiräume. Mit einem speziellen Programm können beispielsweise YouTube oder Google in einen sogenannten SafeMode gesetzt werden, was bedeutet, dass Gewaltvideos oder pornografische Videos automatisch herausgefiltert und nicht angezeigt werden. Zudem können Eltern im Vorfeld einstellen, welche Webseiten oder sozialen Netzwerke aufgerufen werden dürfen. Auf der Seite jugendschutzprogramm.de findet ihr weitere hilfreiche Informationen und Programme zum Download.

Kontrolle ja, aber nicht heimlich: Natürlich könnt und sollt ihr regelmäßig kontrollieren, welche Webseiten euer Kind auf seinem Smartphone, Laptop oder Tablet aufruft und besucht. Tut dies jedoch nicht heimlich hinter dem Rücken eures Kindes, sondern gemeinsam. Heimliche Kontrollen können zu einem tiefen Vertrauensbruch führen und eure Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig schädigen.

Gutscheine zur Mediennutzung: Zusätzlich zu euren aufgestellten Regeln was die Internet-Nutzung betrifft, bieten sich für elfjährige Mädchen und Jungen auch sogenannte Mediengutscheine an. So können die Kinder ihre Zeit vor dem Smartphone, Tablet oder der Spielekonsole frei einteilen, was wiederum die Selbstständigkeit sowie die Eigenverantwortung fördert.

Vereinbart eine Offline-Zeit: Kinder brauchen einen ungestörten Schlaf, weshalb das Smartphone oder das Tablet zum Schlafen nichts im Kinderzimmer zu suchen hat. Das Gleiche sollte für die Zeit beim Essen gelten.

Gut zu wissen:
Experten empfehlen Elfjährigen eine tägliche Smartphone- oder Tablet-Nutzung von ungefähr 60 Minuten. Allerdings kommt es darauf an, ob euer Kind das Internet auch für die Schule und zum Lernen nutzt. Ist dies der Fall, könnt ihr die Mediennutzung natürlich dementsprechend erhöhen.

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