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Zeugnisgeld: Alle Vor- und Nachteile im Überblick!

Zeugnisgeld

Gute Noten im Zeugnis sowie schulische Leistungen mit Geld prämieren, um den Ehrgeiz zu wecken und die Schulkinder zum Lernen zu animieren? Oder ist die finanzielle Belohnung nach einem überstandenen Schuljahr doch nicht das ideale Mittel zur Motivation von Schulkindern? Spätestens, wenn das Ende des Schuljahres naht, stellen sich viele Eltern die Frage, ob sie Zeugnisgeld zahlen sollen oder lieber nicht.

Nach wie vor gilt die Auszahlung von Zeugnisgeld für gute erbrachte Leistungen während des Schuljahres als umstritten und die Meinungen der Eltern, Lehrkräfte und Pädagogen gehen diesbezüglich auseinander. In diesem Artikel klären wir euch unter anderem über die möglichen Vor- und Nachteile von Zeugnisgeld auf.

Zeugnisgeld – ja oder nein?

„Ohne Fleiß kein Preis“. Bestimmt kennt ihr diesen Spruch aus eurer eigenen Kindheit oder ihr habt diesen bereits in einer passenden Situation selbst zu eurem Kind gesagt. Doch gilt dieser Spruch auch bei einer finanziellen Entlohnung in Sachen schulische Leistungen? Viele Eltern versuchen die Lernmotivation ihrer Kinder mit der Aussicht auf eine finanzielle Belohnung zu erhöhen. Dabei heißen vor allem gute Schüler das halbjährliche oder jährliche Zeugnisgeld mehr als willkommen, wohingegen die Aussicht auf eine finanzielle Belohnung am Ende des Schuljahres bei leistungsschwächeren Schulkindern, die weniger gute Noten erzielen, häufig zu einem zusätzlichen Druck führt.

So können einige Schüler den Zeugnistag, an welchem sie ihre guten Leistungen schwarz auf weiß in den Händen halten können und sich über Lob sowie Anerkennung ihrer Eltern freuen dürfen, kaum erwarten. Fällt das Zeugnis jedoch anders aus als erhofft, weil zum Beispiel in einem Fach nun doch die schlechtere Note vergeben wurde, ist die Enttäuschung verständlicherweise groß. Hinzu kommt, dass sich einige Schüler über sich selbst ärgern und von ihren Leistungen frustriert sind.

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Somit stellt das Zeugnisgeld einen schmalen Grat zwischen der Motivation auf eine Belohnung und einem negativen Leistungsdruck dar. Ganz wichtig für Eltern ist deshalb, dass das Zeugnisgeld nicht das einzige Mittel schulischer Motivation darstellt und die finanzielle Belohnung nicht die Unterstützung beim Erlernen und Üben des Schulstoffs ersetzt. Zudem sind weder Kürzungen beim Taschengeld noch eine Taschengelderhöhung aufgrund von guten oder schlechten Noten angebracht.

Bitte beachten:
Zeugnisgeld oder Geld für gute schulische Leistungen sollte niemals die elterliche Unterstützung beim Lernen und Erledigen der Hausaufgaben ersetzen.

Vor- und Nachteile von Zeugnisgeld

Vor allem, wenn sich das Schuljahr zum Ende neigt, stellen sich viele Eltern die Frage, ob sie ihren Kindern Zeugnisgeld für gute schulische Leistungen auszahlen sollen, um die Motivation weiterhin zu steigern. Vorneweg sei gesagt, dass auf die Frage bezüglich einer Auszahlung von Zeugnisgeld nicht pauschal mit „ja“ oder „nein“ geantwortet werden kann. Hinzu kommt, dass diese Entscheidung von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist: So sind unter anderem die Anzahl der Kinder, der Altersunterschied der Kinder, das Einkommen der Eltern, die finanzielle Situation der Familie sowie die persönliche Einstellung in Bezug auf Belohnungen für die Entscheidung ausschlaggebend.

Vorteile von Zeugnisgeld

Wir haben euch nachfolgend die möglichen Vorteile von Zeugnisgeld auf einen Blick zusammengefasst:

1. Schafft Motivation

Stellen Eltern ihren Kindern während dem Schuljahr eine finanzielle Belohnung in Form von Zeugnisgeld in Aussicht, kann das die Lernmotivation positiv beeinflussen. Dennoch ist es wichtig, dass die Kinder auch im hier und jetzt Anerkennung sowie Lob für ihre Bemühungen sowie schulischen Leistungen von ihren Eltern bekommen. Jeder noch so kleine Arbeitsschritt und Lernerfolg sollte von den Eltern anerkannt werden, anstatt gemachte Fehler oder Schwächen in den Mittelpunkt zu stellen. Elterliches Lob schafft eine nachhaltige Motivation und stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein der Kinder. Natürlich können auch kleine Geschenke oder gemeinsame Ausflüge, wie ein Besuch im Erlebnisbad oder im Kino, motivierend wirken, nichtsdestotrotz kann Zeugnisgeld einen Anreiz darstellen, um sich am Ende des Schuljahres einen materiellen Herzenswunsch zu erfüllen.

2. Sinnvoller Umgang mit Geld wird vermittelt

Kinder brauchen ihr regelmäßiges „Gehalt“ in Form von Taschengeld, um im Jugend- und Erwachsenenalter besser mit Geld umgehen und mit ihrem verfügbaren Finanzen auskommen zu können. Somit trägt neben dem Taschengeld auch das Zeugnisgeld dazu bei, den Kindern einen sinnvollen Umgang mit Geld, finanzieller Verantwortung sowie Sparsamkeit zu vermitteln. Gleichzeitig lernen die Kinder den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld, sie erkennen den materiellen Wert von Dingen und können daraufhin abwägen, ob sich eine Anschaffung lohnt oder nicht unbedingt nötig ist.

Indem Kinder frühzeitig ihr eigenes Geld verwalten, können sie zum Beispiel aus unnötigen Fehlkäufen lernen, es beim nächsten Mal richtig machen und ihr Geld sinnvoll sowie weise ausgeben. Kommt in dem Monat, in welchem das Zeugnis vergeben wird, ein zusätzliches „Extra-Gehalt“ zum normalen Taschengeld hinzu, werden die Kinder automatisch dazu aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, ob das Geld für eine besondere Anschaffung gespart oder lieber sofort für Kleinigkeiten ausgegeben wird.

Gut zu wissen:
Durch regelmäßiges Taschengeld, beziehungsweise Zeugnisgeld wird den Kindern bereits in jungen Jahren grundlegendes Wissen in Bezug auf Finanzen vermittelt.

3. Extra-Geld für die Sommerferien

Das verdiente Zeugnisgeld kann in den Sommerferien ausgegeben werden, was den Kindern unter anderem ermöglicht, sich auch mal aus der Reihe den ein oder anderen Luxus, wie zum Beispiel ein Buch, einen Eisbecher oder einen Kinobesuch mit Freunden, zu gönnen. Auf diesem Weg bleiben die Ferien in guter Erinnerung und die Kinder sind stolz auf sich, dass sie sich aufgrund ihrer Leistungen bestimmte Sachen ermöglichen konnten.

4. Eigener Verfügungsrahmen wird geschaffen

Durch Zeugnisgeld schafft ihr, zusätzlich zum regelmäßigen Taschengeld, einen eigenen Verfügungsrahmen für euer Kind, sodass es nicht vor jedem kleinen Einkauf um euer Einverständnis bitten muss. Die Kinder lernen unter anderem Prioritäten zu setzen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, was wiederum für viele Bereiche im Leben äußerst wichtig ist. Wird das Zeugnisgeld beispielsweise gespart, können sich die Kinder in der Zukunft einen größeren Wunsch erfüllen, was wiederum die schulische Motivation erhöhen kann.

5. Vorbereitung auf das Berufsleben

Natürlich ist es noch einige Jahre hin, bis die Kinder eine Ausbildung beginnen oder in das Berufsleben einsteigen. Nichtsdestotrotz kann ein für die Kinder angemessener „Lohn“ für ihre Bemühungen einen Vorgeschmack auf das spätere Berufsleben geben. Es ist also nicht verwerflich, wenn die Kinder bereits im jungen Alter Erfahrungen damit machen, dass sich ihre Leistungen finanziell oder materiell durchaus lohnen können und sich auszahlen. Zeugnisgeld kann außerdem dazu beitragen, Kindern den Wert von Arbeit und dem damit verbundenen Fleiß aufzuzeigen und gleichzeitig bekommen die Kinder ein Gespür für das Verhältnis zwischen Leistung und Belohnung.


Nachteile von Zeugnisgeld

Wie so oft, gibt es auch bei der Frage um Zeugnisgeld zwei Medaillen und wir wollen euch nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile einer finanziellen Belohnung am Ende des Schuljahres aufzeigen:

1. Konkurrenz zwischen Geschwistern

Wenn Geschwisterkinder vorhanden sind, kann das Zeugnisgeld Nachteile mit sich bringen, denn sind die Zensuren sehr unterschiedlich, stellt sich bei den Kindern schnell ein Gefühl von Ungerechtigkeit, Neid sowie Bestrafung ein. Das führt unter anderem zu einem gesteigerten Konkurrenzkampf zwischen den Geschwistern und kann das Gefühl des geschwisterlichen Zusammenhalts negativ beeinflussen.

2. Zensuren lassen sich schwer vergleichen

Das Wissen der Kinder allein an den Zensuren zu messen, ist nicht möglich, denn wie die Noten im Zeugnis letztendlich ausfallen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So kann es sein, dass ein Lehrer in der Notengebung besonders streng ist oder der Unterrichtsstoff im Laufe des Schuljahres um einiges anspruchsvoller geworden ist und plötzlich Probleme bereitet. Hinzu kommt, dass es dem einen Kind sichtlich leichtfällt zu lernen und gute Noten zu schreiben, wohingegen das andere Kind stundenlang büffeln muss, um mit viel Mühe und Anstrengung eine 3 zu bekommen. Für einige Schüler bricht zum Beispiel bereits eine Welt zusammen, sollte in der Mathe-Klausur nur die Note 3 erreicht worden sein, wohingegen eine 3 bei anderen Schülern zu einem Freudentanz führt.

3. Höhe des Zeugnisgeldes schwer bestimmbar

Die Höhe des Zeugnisgeldes lässt sich nur schwer bestimmen und ist unter anderem von dem Alter des Kindes, der Schulform sowie den schulischen Leistungen abhängig. Geht man zum Beispiel davon aus, dass es für die Note 1 zehn Euro, für die Note 2 acht Euro und für die Note 3 fünf Euro gibt, ist das für einen Vierzehnjährigen ein netter Zuschuss zum Taschengeld, wohingegen ein solcher Betrag für Grundschüler beinahe schon ein kleines Vermögen darstellt.

4. Messen mit anderen Kindern

„Was? Du hast nur zehn Euro für dein Zeugnis bekommen?“. Mit solchen Fragen müssen sich einige Kinder auseinandersetzen, denn nicht selten führt das ausgezahlte Zeugnisgeld nicht nur unter Geschwisterkindern, sondern auch zwischen Freunden und Klassenkameraden zu Unmut und einem Gefühl von Ungerechtigkeit. Somit kann das Zeugnisgeld dazu führen, dass sich die Kinder untereinander messen und das Konkurrenzdenken angestachelt wird.

5. Selbstbewusstsein leidet

Leistungsschwächere Kinder fühlen sich durch das Zeugnisgeld womöglich unter Druck gesetzt. Durch den Leistungsdruck können zusätzliche Lernblockaden sowie eine Prüfungsangst oder gar Angst vor der Schule entstehen, was wiederum negative Auswirkungen auf die Persönlichkeit sowie das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Schüler hat. Doch nicht nur Kinder mit weniger guten Noten können unter der Situation leiden, auch Kinder mit einkommensschwachen Eltern sowie aus sozial benachteiligten Familien profitieren in den wenigsten Fällen von einem Zeugnisgeld. Im Gegenteil: Haben die Eltern schlicht und ergreifend kein Geld zur Verfügung, schämen sich die betroffenen Kinder häufig vor ihren Freunden und Klassenkameraden und ziehen sich im schlimmsten Fall infolgedessen zurück.


Alternativen zum Zeugnisgeld

Es muss definitiv nicht immer Geld sein, um Kinder für erbrachte Leistungen zu belohnen. Auch gemeinsame Ausflüge mit der Familie, wie zum Beispiel ein Besuch im Zoo, im Erlebnisbad, eine aufregende Übernachtung im Zelt, oder ein großer Eisbecher tragen maßgeblich dazu bei, den Kindern eine Freude zu bereiten und diese für ihre Leistungen zu belohnen.

Weitere Alternativen zum Zeugnisgeld sind unter anderem:

  • Gutschein für einen Besuch im Kino
  • Gemeinsamer Filmabend mit Popcorn
  • Gutschein für einen Besuch im Freizeitpark
  • Besuch beim Lieblingsrestaurant
  • Temporärer Wegfall von bestimmten Pflichten im Haushalt während der Ferien
  • Materielle Geschenke, die sich auf die Interessen des Kindes beziehen

Der Vorteil von dieser Art der Belohnung ist unter anderem, dass das Zeugnis und die erbrachten schulischen Leistungen nicht kurz nach der Zeugnisvergabe in Vergessenheit geraten. Zudem werden Ausflüge, Geschenke & Co., vor allem von den Kindern im Grundschulalter, meistens ebenso geschätzt wie Zeugnisgeld. Sobald der Ausflug stattfindet, erinnern sich die Kinder erneut an ihre guten Leistungen und erfreuen sich daran. Bei Jugendlichen und Schülern in den Abschlussklassen punkten die alternativen Belohnungen in der Regel jedoch weniger, wohingegen Zeugnisgeld die Motivation steigert.

Gut zu wissen:
Lob, Umarmungen und motivierende Worte steigern das Selbstwertgefühl der Kinder nachhaltig und tragen, ebenso wie finanzielle und materielle Belohnungen, dazu bei, sich in der Schule anzustrengen.

Einsatz belohnen und nicht nur die Leistungen

Manche Kinder tun sich enorm schwer mit dem Erlernen des Schulstoffs und müssen sich mehr anstrengen, um eine gute Note zu schreiben. Anderen Kindern wiederum scheint der Schulstoff förmlich entgegenzufliegen und für eine Eins im Mathe- oder Deutschtest muss so gut wie gar nicht gelernt werden. Kinder und deren Lernprozesse sind völlig unterschiedlich, weshalb die erzielten Noten nicht über einen Kamm geschoren werden dürfen. So gibt es Kinder, die sich für die Note 3 wahnsinnig ins Zeug legen müssen, wohingegen andere Kinder mit Leichtigkeit und ohne Aufwand die Note 1 oder 2 erzielen.

Anstatt ausschließlich die erzielten Noten sollten der gesamte Lernprozess und die Anstrengungen der Schüler prämiert und anerkannt werden. Alternativ können die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern ein Ziel setzen, welches zum Halbjahr oder zum Ende des Schuljahres erreicht werden soll. Werden die gesetzten Ziele daraufhin erreicht oder gar übertroffen, kann zum Beispiel entweder ein Zeugnisgeld ausgezahlt werden oder das Kind darf sich einen bestimmten Ausflug oder ein Geschenk wünschen. Wichtig hierbei ist, dass vor allem für leistungsschwächere Kinder Ziele gesetzt werden, welche realistisch erreicht werden können. Auf diesem Weg haben auch Kinder, die meist nur Noten im mittleren Durchschnitt erzielen, einen Ansporn sowie ein Ziel vor Augen.

Trost bei schlechten Noten

Kinder, die eine schlechte Note mit nach Hause bringen, sind oft von sich selbst enttäuscht und haben gleichzeitig Angst vor der Reaktion ihrer Eltern. Was die enttäuschten und traurigen Kinder jetzt vor allem brauchen, ist die liebevolle Aufmunterung der Eltern. Zeigt euren Kindern, dass es völlig in Ordnung ist, nicht immer mit seinen Leistungen zu glänzen. Macht ihnen stattdessen klar, dass Enttäuschungen zum Leben dazu gehören und dazu da sind, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Bestrafungen, Taschengeldkürzungen oder Ähnliches sind bei schlechten Noten hingegen völlig fehl am Platz und sollten daher auf keinen Fall angewendet werden. Dadurch werden die Zensuren auch nicht besser und das Selbstwertgefühl leidet zusätzlich.

Geht stattdessen die Aufgaben nochmal gemeinsam mit eurem Kind durch und stellt folgende Fragen: „Was hast du bei der Aufgabe nicht verstanden?“, „Wie kann ich dir helfen, um dir das geforderte Wissen näherzubringen?“, „Würde dir Nachhilfe etwas bringen?“. Zudem sind Umarmungen, tröstende sowie aufmunternde Worte sowie die Rückendeckung von euch Eltern das A und O. Vor allem, wenn die schlechten Noten nicht aufgrund von Faulheit hervorgerufen werden.

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