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Kind 8 Jahre: Alle Entwicklungsschritte auf einen Blick

Kind 8 Jahre

Kinder im Alter von acht Jahren haben einen großen Gerechtigkeitssinn entwickelt und Vertrauen sowie Zuverlässigkeit nehmen einen großen Stellenwert ein. Die Aufmerksamkeitsspanne wird immer größer und das Lesen sowie Rechnen geht mittlerweile leichter von der Hand. Was im 9. Lebensjahr noch alles in Sachen Entwicklung bei eurem Kind vonstattengeht, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Kind 8 Jahre: Kognitive und geistige Entwicklung

Das Denken von Achtjährigen wird immer komplexer, flexibler und gleichzeitig organisierter. So können die Kinder in der Schule die verschiedenen Aspekte von Sachverhalten besser erfassen und den Zusammenhang verstehen. Zudem können konkrete Probleme gezielter gelöst werden und gerne werden Gleichaltrige oder die Geschwister zur Problemlösung zurate gezogen. Dies ist ein weiterer Schritt in Sachen Entwicklung, denn die Kinder haben gelernt, dass man im Team oft erfolgreicher ist.

Fortschritte gibt es auch im räumlichen Denken, denn achtjährige Mädchen und Jungen sind immer besser in der Lage, Objekte aus einer anderen Perspektive als der eigenen zu beschreiben. Auch Entfernungen zwischen zwei Orten können um einiges besser wahrgenommen werden, weshalb der Heimweg von der Schule oder von Freunden mittlerweile ohne Probleme gefunden und gemeistert werden kann.

Die Aufmerksamkeitsspanne nimmt kontinuierlich zu und Achtjährige können sich bereits gute 20 Minuten auf eine Sache konzentrieren. Dabei führen die Kinder ihnen gestellte Aufgaben in der Schule oder daheim konsequent und mit Bedacht durch. Ist das Interesse des Kindes geweckt, kann sich die Konzentrationsfähigkeit sogar auf etwa eine halbe Stunde erhöhen. Wichtig ist jedoch, dass zwischendrin immer mal wieder Pausen eingelegt werden sowie ein körperlicher Ausgleich geschaffen wird.

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In der Schule, aber auch im Umgang mit der Familie oder Freunden werden mittlerweile häufiger kritische Gedanken geäußert, was mitunter daran liegt, dass Achtjährige bereits mit tieferen Gedankengängen überraschen können. Die gesamte Umwelt und die Umgebung werden haargenau beobachtet, hinterfragt und anschließend analysiert.

Persönliche und schulische Entwicklung

Unter anderem durch die Schule sowie Freundschaften entwickelt sich nicht nur die Persönlichkeit weiter, sondern auch das Selbstwertgefühl. Kinder in diesem Alter vergleichen sich in bestimmten Situationen miteinander und können ihre eigenen Leistungen zudem immer besser einschätzen. Schlechte schulische Leistungen können allerdings das aufgebaute Selbstwertgefühl beeinträchtigen, was durch die Tatsache verschärft wird, dass sich Kinder anhand ihrer Noten miteinander messen. Sind Kinder nicht gut in der Schule oder können dem Unterrichtsstoff nur schwer folgen, ist eine entsprechende Unterstützung erforderlich, um das Selbstwertgefühl nachhaltig zu steigern.

Das Lesen sollte mittlerweile flüssig vonstattengehen und manche Kinder sind im Alter von acht Jahren bereits leidenschaftliche Leseratten. Ein wunderbares Hobby, mit welchem Kinder mitunter ihren Wortschatz erweitern und sich neues Wissen aneignen können. Kinder, die in diesem Alter das flüssige Lesen eines Textes noch nicht richtig beherrschen, haben in den meisten Fällen auch in anderen Fächern Probleme. Doch vor allem bei schulischen Tests ist das flüssige Lesen das A und O, um gute Leistungen vollbringen zu können.

Damit ihr wisst, wie es um die Lesefähigkeit eures Kindes bestellt ist, solltet ihr euch hin und wieder die Zeit nehmen und euch laut vorlesen lassen. Hat euer Kind tatsächlich Probleme mit dem Lesen, solltet ihr dies unbedingt gemeinsam und regelmäßig üben. Eltern können das Lesen fördern und schnelle Leseerfolge erzielen, indem sie ihr Kind für altersgerechte Bücher und Buchreihen begeistern und diese gemeinsam lesen. Dabei sind 15 bis 30 Minuten täglich vor dem Schlafengehen ausreichend.

Zu den beliebtesten Buchklassikern für Achtjährige gehören unter anderem:

  • Die kleine Hexe von Ottfried Preußler
  • Pünktchen und Anton von Erich Kästner
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende
  • Immer dieser Michel von Astrid Lindgren
  • Das Sams (Buchreihe) von Paul Maar
  • Oma und Frieder (Buchreihe) von Gudrun Mebs
  • Das magische Baumhaus (Buchreihe) von Mary Pope Osborne

Nicht nur in Sachen Lesen, sondern auch im Rechnen machen Achtjährige deutliche Fortschritte. Vor allem das Subtrahieren und Addieren läuft zunehmend flüssiger und das Gespür für Zahlen wird im Allgemeinen immer besser. Zudem fangen Kinder in diesem Alter mit dem Multiplizieren an, was zu Beginn natürlich noch zu Schwierigkeiten führt und daher geübt werden muss.

Einige Kinder entwickeln bereits in der 2. Klasse eine Aversion gegen die Mathematik oder haben regelrecht Angst vor dem Rechnen. Selbstverständlich muss Mathe nicht jedem Kind gefallen, dennoch sollte kein Kind Bauchschmerzen von der Rechnerei und vor der Mathestunde bekommen. Eltern, die vielleicht selbst keine großen Mathe-Fans sind, können sich zum Erklären das Buch „Der Zahlenteufel“ zur Hilfe nehmen, in welchem die Mathematik humorvoll, aber verständlich vermittelt wird.

Körperliche und motorische Entwicklung

Mittlerweile sind die Muskeln von achtjährigen Kindern gut ausgebildet, sofern diese in der Vergangenheit durch viel Bewegung trainiert wurden und sich ausdauernd ausgetobt werden konnte. Die kleinen Racker, die jetzt allerdings gar nicht mehr so klein sind, können geschickt mit Bällen umgehen und beherrschen sowohl das Werfen als auch das Fangen mehr als gut. Zudem wird gerne gerannt, Fangen gespielt, geklettert, getanzt oder mit einem Fußball gekickt.

Achtjährige haben nach wie vor einen ausgeprägten Bewegungsdrang, der in der Freizeit, so gut es geht, ausgelebt werden sollte, denn dies hat wiederum positive Auswirkungen auf die schulische sowie kognitive Entwicklung. Im Alter von acht Jahren kristallisiert sich jedoch immer deutlicher heraus, ob ein Kind eher sportlich ist oder sich weniger für sportliche Betätigungen begeistern kann.

Sportbegeisterte Kinder wollen dementsprechende Hobbys, wie zum Beispiel Fußball spielen, Gymnastik oder Schwimmunterricht, aufnehmen und unbedingt einem Sportverein beitreten. Andere Kinder hingegen wollen in ihrer Freizeit lieber malen, musizieren, puzzeln oder ein Buch nach dem anderen verschlingen. Körperlich austoben können sich Kinder beim Malen oder Puzzeln zwar nicht, doch dafür wird die Feinmuskulatur trainiert und die Feinmotorik ausgebildet. Die verbesserte Feinmotorik macht sich wiederum dadurch bemerkbar, dass sowohl die Schrift als auch Zeichnungen sauberer und gleichzeitig feiner werden.

Gut zu wissen:
Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren wenig oder nur selten Bewegung hatten, entwickeln sich in der Regel motorisch etwas langsamer. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie dieses Defizit mithilfe einiger Maßnahmen in Zukunft nicht noch aufholen können.

Soziale und emotionale Entwicklung

Achtjährige Kinder drücken ihre Gefühle zunehmend mit Worten aus und benutzen häufig Sätze wie „Ich fühle mich heute sehr glücklich“, „Ich bin gerade genervt von meinem Bruder“ oder „Ich freue mich schon sehr auf meinen Geburtstag“. Zudem können die Gefühle im Falle einer Niederlage oder bei Trauer besser kontrolliert und damit umgegangen werden. Allerdings verspüren Kinder in diesem Alter häufig Ängste oder sind unsicher, weshalb trotz der neu erworbenen Unabhängigkeit nach wie vor die elterliche Zuneigung gesucht wird.

Neben den Eltern werden auch gleichaltrige Kinder oder Lehrer zu wichtigen Bezugspersonen, welche bei Problemen oder Konflikten um Hilfe gebeten werden. Dabei wirkt sich eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung sehr positiv auf den Schulerfolg sowie den schulischen Alltag aus. Sobald ein Lehrer andere Schüler jedoch bevorzugt oder ungerecht handelt, erhält die Beziehung sehr schnell einen Dämpfer, denn Gerechtigkeit wird in diesem Alter großgeschrieben und nimmt einen sehr hohen Stellenwert bei Achtjährigen ein.

Achtjährige Mädchen und Jungs fordern nicht nur von ihren Freunden oder Lehrern Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, sondern vor allem von ihren Eltern: Sind diese einmal nicht ganz ehrlich zu ihrem Sprössling oder verhalten sich nicht korrekt, werden die Eltern sofort zur Rede gestellt. Doch obwohl die Eltern immer kritischer betrachtet und gerne auch mal kritisiert werden, sind und bleiben sie die größten Vorbilder und engsten Bezugspersonen für die Kinder.

Innerhalb einer Gruppe ist Angeberei und das gegenseitige Übertrumpfen unter Achtjährigen an der Tagesordnung, wobei auch gerne mal der soziale und finanzielle Status der Familie eine Rolle spielt. Aus diesem Grund sind Sätze wie „Unser Haus ist größer“ oder „Meine Eltern haben ein teureres Auto als deine Eltern“ keine Seltenheit. Fühlt sich euer Kind von Angebereien gekränkt oder entpuppt sich vielleicht selbst ab und zu als kleiner Angeber, macht ihm in einem Gespräch klar, dass Angeberei nicht erstrebenswert ist und oft Unsicherheiten verbergen soll.

Freundschaften werden immer wichtiger

Freundschaften werden gehegt und gepflegt. Dabei fällt es einigen Kindern deutlich leichter, in der Schule oder auf dem Spielplatz Freundschaften zu schließen. Kinder, die sich in andere hineinversetzen und Gefühle besser interpretieren können, finden in der Regel schneller Freunde als verschlossene oder sehr schüchterne Kinder. Achtjährige sind sich zudem immer mehr bewusst, dass eine Freundschaft auf Gegenseitigkeit beruht und hin und wieder Kompromisse eingegangen werden müssen. So darf zum Beispiel jeder einmal entscheiden, was gespielt werden soll.

Nicht nur Spaß, auch Zuverlässigkeit, Treue, Ehrlichkeit und Verantwortung stellen bereits für Schulkinder die Grundmauern einer Freundschaft dar und werden daher sehr ernst genommen. Insbesondere das gegenseitige Vertrauen gewinnt zunehmend an Bedeutung und das Bewahren von Geheimnissen stellt ein wichtiges Freundschaftskriterium dar. Vor allem Mädchen fangen in diesem Alter an, ihrer besten Freundin Geheimnisse anzuvertrauen und versprechen in diesem Zuge hoch und heilig, auch ihre Geheimnisse für sich zu behalten und diese keiner anderen Menschenseele zu verraten.

Nicht immer sind Eltern von der Freundschaftswahl begeistert, dennoch ist es wichtig, dass sich die Kinder ihre eigenen Freunde aussuchen dürfen und nicht zu einer Freundschaft gezwungen werden. Indem ihr eurem Kind erlaubt, Freunde nach Hause einzuladen, könnt ihr euch einen guten Überblick über den Freundeskreis verschaffen.

Die Pausen und auch die Freizeit werden dabei hauptsächlich mit dem gleichen Geschlecht verbracht. Befreundet sich ein Mädchen in der 2. oder 3. Klasse doch einmal mit einem Jungen, wird das meist mit den Sätzen „Die sind verliebt“ oder „Verliebt, verlobt, verheiratet“ kommentiert. Eben ganz normale Neckereien, die seit vielen Generationen bestehen und sich bestimmt auch in Zukunft nicht ändern werden.

Gut zu wissen:
Freunde sind nicht nur dafür da, um gemeinsam spielen zu können, sie helfen Kindern außerdem beim durchaus wichtigen Ablösungsprozess von den Eltern. Durch das Ablösen wird eine zusätzliche Vertrauensbasis zwischen den Eltern und den Kindern geschaffen, was das Eltern-Kind-Verhältnis nachhaltig stärkt.

Sprachentwicklung und Sprachverständnis bei Achtjährigen

Vielleicht ist euch auch schon aufgefallen, dass euer Kind nun gerne und häufig mit euch argumentieren möchte und dabei fast wie ein Erwachsener klingt. Zudem wird nach Begründungen oder Erklärungen gesucht, sollte das Kind gewisse Dinge für unlogisch halten, beziehungsweise diese nicht nachvollziehen oder verstehen können. Darüber hinaus sind Achtjährige der Überzeugung, dass ihre Denkweise und ihr Handeln stets logischer Natur sind.

Auch die Ausdrucksweise wird nach und nach seinem Gegenüber angepasst. So sprechen die Kinder mit Gleichaltrigen oder jüngeren Kindern anders als mit den Eltern oder anderen Erwachsenen. Gespräche werden mittlerweile häufig humorvoll ausgeschmückt oder mit kleinen Witzen versehen. Auch ironische und sarkastische Bemerkungen sind in diesem Alter an der Tagesordnung, womit die Kinder den Eltern manchmal ganz schön auf die Nerven gehen können.

Um Erzählungen anschaulicher zu vermitteln, verwenden achtjährige Mädchen und Jungen zunehmend beschreibende Wörter sowie Vergleiche. Gleichzeitig benutzen die Kinder gerne die sogenannte Umgangssprache und schauen sich bestimmte Wörter bei älteren Geschwistern, Gleichaltrigen oder aus den Medien ab, um diese in ihren eigenen Wortschatz zu übernehmen.

Können Achtjährige schon allein gelassen werden?

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob und wie lange sie ihr achtjähriges Kind allein daheim lassen können. Eine allgemein gültige Antwort gibt es hier zwar nicht, dennoch wird geraten, Kinder zwischen sieben und acht Jahren nicht länger als zwei bis drei Stunden ohne Beaufsichtigung daheim zu lassen. Dabei kommt es jedoch immer darauf an, wie selbstständig euer Kind schon ist. Einige Kinder haben zum Beispiel große Angst allein zu bleiben, weshalb das Alleinsein nach und nach geübt werden muss, andere Kinder hingegen genießen die sturmfreie Zeit sogar.

Solltet ihr euren Liebling allein lassen müssen, achtet auf Folgendes:

  • Hinterlasst eine Telefonnummer, auf der ihr in eurer Abwesenheit erreichbar seid.
  • Fertigt eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern an (Großeltern, Nachbarn, Polizei, Feuerwehr, etc.) und geht diese in einem ruhigen Moment mit eurem Kind durch.
  • Kommt pünktlich zurück, damit euer Kind weiß, dass es sich auf euer Wort verlassen kann.
  • Sprecht im Vorfeld darüber, wie sich euer Kind verhalten soll, falls es zum Beispiel an der Tür klingelt oder das Telefon läutet.
  • Klärt euer Kind auf, was es im Notfall zu tun hat.
Bitte beachten:
Ab wann Kinder allein gelassen werden können, hängt in erster Linie von der individuellen Entwicklung und Persönlichkeit eures Kindes ab. Stellt eurem Kind unbedingt die Frage, ob es sich überhaupt zutraut, allein zu bleiben und geht im Vorfeld mögliche Szenarien durch. Zudem müsst ihr eurem Kind klarmachen, dass es sich unbedingt an Absprachen und Regeln zu halten hat. Verzichtet vorerst darauf, euer Kind unbeaufsichtigt zu lassen, sollte es noch keine Verantwortung tragen können, sehr ängstlich sein oder eure Abwesenheit ausnutzen.

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