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Nachtschreck beim Baby: Ursachen, Vorbeugung und hilfreiche Tipps

Nachtschreck

Pavor nocturnus? Zwar hört es sich so an, aber der Pavor nocturnus ist keine Figur aus Harry Potter, sondern der medizinische Fachausdruck für den sogenannten Nachtschreck.

Dabei sucht der Nachtschreck vor allem Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter heim und lässt diese, wie der Name ja schon vermuten lässt, panisch und scheinbar ohne Grund aus ihrem Schlaf aufschrecken.

In diesem Artikel erfahrt ihr, warum der Nachtschreck vor allem bei Kleinkindern auftritt und welche Ursachen dahinterstecken. Zudem klären wir euch darüber auf, wie ihr euch im Falle eines Nachtschrecks am besten verhalten solltet und wie ihr einem erneuten nächtlichen Aufschrecken vorbeugen könnt.

Was ist ein Nachtschreck?

Meist sind die Nächte gerade erst etwas ruhiger geworden, da leiden manche Kinder unter einem Nachtschreck, wie die im Kindesalter verbreitete Schlafstörung genannt wird. Schreckt das Kind plötzlich schreiend oder weinend aus dem Schlaf, ist dabei völlig verwirrt sowie ängstlich und reagiert dabei weder auf Ansprache noch auf Beruhigungsversuche, jagt das den Eltern natürlich einen riesigen Schrecken ein. Dabei sind insbesondere Kleinkinder und Kinder zwischen zwei und sechs Jahren von einem Nachtschreck betroffen.

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Sogar bei Babys ab neun Monaten kann bereits ein Nachtschreck, der auch Nachtterror oder Pavor nocturnus genannt wird, auftreten. Am häufigsten kommt der Nachtschreck bei Jungen zwischen vier und fünf Jahren vor. Ab einem Alter von sieben Jahren ist ein Nachtschreck nur noch äußerst selten, bis dieser im Teenager- sowie im Erwachsenenalter so gut wie nie auftritt.

Technisch wird unter einem Nachtschreck das plötzliche Aufschrecken aus der Nicht-Traum-Phase, beziehungsweise aus der Nicht-REM-Phase verstanden. Im Prinzip befinden sich die Kinder bei einem Nachtschreck im Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Schlafphasen: der Tiefschlaf- sowie der Traumphase. Vereinfacht ausgedrückt, ist der Körper wach, wohingegen das Bewusstsein schläft. Der Nachtschreck geschieht völlig unbewusst und dies ist auch der Grund, warum sich die Kinder am nächsten Tag an nichts erinnern können.

Während dem Nachtschreck weinen, wimmern oder schreien die betroffenen Kinder urplötzlich los und schlagen in manchen Fällen sogar um sich. Hinzu kommen eine Verwirrung sowie Angstgefühle und die Kinder wirken oft wie weggetreten. Das Beunruhigende für Eltern ist, dass die Kinder in der Regel nicht auf ein Ansprechen reagieren und die Augen oft weit aufgerissen sind.

Kein Wunder, dass sich Eltern Sorgen machen, denn ein bisschen erinnern diese Szenen wirklich an einen Horrorfilm. Bei den meisten Kindern kommt der Nachtschreck zum Glück nur ein- oder zweimal vor, nur in den seltensten Fällen handelt es sich um eine regelmäßige und häufiger auftretende Schlafstörung.

So macht sich ein Nachtschreck bemerkbar

Der Nachtschreck dauert in der Regel zwischen zwei und dreißig Minuten. Dabei tritt dieser meist zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen sowie in der ersten Nachthälfte und vor dem Träumen auf. Während der Nachtschreck im vollen Gange ist, sind die betroffenen Kinder oft weggetreten, schreien oder weinen und können im schlimmsten Fall sogar um sich schlagen und sich selbst oder die Eltern verletzen.

Dabei sitzen die Kinder häufig aufrecht und mit schreckgeweiteten sowie ins Leere blickenden Augen in ihrem Bett, was Eltern verständlicherweise Angst einjagt und verstört zurücklässt. Ist der Nachtschreck mit Schlafwandeln verbunden, kann es unter Umständen passieren, dass das Kind panisch im Haus umherläuft. Kinder sind während des Nachtschrecks weder am Schlafen noch richtig wach, vielmehr befinden sie sich in einer Art Zwischenphase. Zudem bekommen sie die Anwesenheit der Eltern überhaupt nicht mit.

Meist schlafen die Kinder nach einem Nachtschreck schnell wieder ein und können sich am nächsten Tag an nichts mehr erinnern. Diverse Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Fieber oder Schmerzen, treten bei einem Nachtschreck nicht auf. Hier seht ihr auf einen Blick, wie sich ein Nachtschreck bei Kindern äußern kann:

  • Plötzliches Aufschrecken aus dem Schlaf, welches mit einem Weinen und Wimmern verbunden ist.
  • Die Pupillen sind geweitet und der Blick geht ins Leere.
  • Das Kind sitzt mit offenen und schreckgeweiteten Augen im Bett und schreit.
  • Das Kind schlägt um sich und wirkt weggetreten sowie verwirrt.
  • Das Kind wacht schweißgebadet auf und zittert.
  • Der Puls ist stark erhöht und kann zusammen mit einer Gänsehaut auftreten.
  • Es kann zum Schlafwandeln kommen.
  • Das Kind spricht oder murmelt vor sich hin.
  • Das Kind kann sich nicht an den Nachtschreck erinnern.
  • Das Kind lässt sich nicht von den Eltern beruhigen oder trösten.
  • Das Kind schläft nach einem Nachtschreck schnell wieder ein.

Unterschied zwischen Nachtschreck und Albtraum

Zahlreiche Kinder schlafen in den ersten Lebensjahren sehr unruhig, wachen häufig auf und werden hin und wieder von Albträumen heimgesucht. Doch handelt es sich beim Nachtschreck auch um einen Albtraum? Fängt euer Kind im Schlaf plötzlich zu wimmern oder weinen an und sitzt mit offenen Augen aufrecht in seinem Bett, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Nachtschreck und nicht um einen Albtraum.

Der größte Unterschied dabei ist, dass ein Nachtschreck in der Nicht-Traum-Phase stattfindet. Ein Albtraum hingegen kommt vor, wenn sich das Kind in der Traum-Phase, beziehungsweise in der REM-Phase befindet. Zudem erinnern sich Kinder bei einem Albtraum in der Regel daran, was ihnen Angst gemacht hat und sie können im Nachhinein sogar von den Einzelheiten erzählen, was bei einem Nachtschreck nicht der Fall ist. Die Kinder wirken zwar wach, können sich aber nicht an das Erlebte erinnern und reagieren nicht auf Ansprache. Nach einem Albtraum finden die Kinder, anders als bei einem Nachtschreck, außerdem nur schwer wieder in den Schlaf.

Ursachen eines Nachtschrecks

Nach wie vor handelt es sich bei einem Nachtschreck um ein noch nicht komplett erforschtes Phänomen. Laut Forschern hängt ein Nachtschreck jedoch mit der Tatsache zusammen, dass sich das Nervensystem des Kindes noch nicht vollständig entwickelt hat. Demzufolge hat das kindliche Gehirn noch nicht gelernt, von der Tiefschlafphase in die Traumphase (REM) zu wechseln. Infolgedessen ist das Nervensystem überreizt und kann darauf mit einem Nachtschreck reagieren.

Neben einer genetischen Neigung sowie Stress kann auch eine starke Übermüdung sowie Erschöpfung zu einem Nachtschreck führen. Zudem können bestimmte Umstellungen im Alltag eines Kindes, wie zum Beispiel der Wechsel von der Kita in den Kindergarten, die Einschulung oder eine neue Umgebung, sowie bestimmte Medikamente den Nachtschreck begünstigen. Dabei neigen insbesondere feinfühlige und sensible Kinder häufiger zu einem Nachtschreck.

Konntet ihr den Nachtschreck bei eurem Baby feststellen?

In einigen Fällen kann der Nachtschreck auch von bestimmten Inhaltsstoffen in Lebensmitteln oder Getränken ausgelöst werden. Dabei muss euer Kind nicht zwangsläufig an einer Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit leiden. Auch ätherische Öle stehen in Zusammenhang mit einem Nachtschreck und können diesen begünstigen.

Was ihr bei einem Nachtschreck tun könnt

Hatte euer Kind schon mal einen Nachtschreck, wisst ihr ja, wie hilflos man sich fühlt, weil das Kind nicht auf das Trösten und Beruhigen reagiert. Zu sehen, wie das eigene Kind unter einem Nachtschreck leidet und nicht helfen zu können, ist für Eltern natürlich sehr belastend. Bewahrt dennoch Ruhe und macht euch bewusst, dass der Nachtschreck meist schnell vorübergeht, keine Gefahren für euer Kind birgt und auch keine Schäden hinterlässt.

Sollte euer Kind wild um sich schlagen, was bei einem Nachtschreck hin und wieder vorkommen kann, setzt euch neben das Bett und passt auf, dass es sich nicht selbst verletzt. Vorsicht ist vor allem bei einem Hochbett geboten. Am besten ist es, dieses mit einer extra Decke zu polstern, um möglichen Verletzungen vorzubeugen.

Leider nimmt euer Kind eure Anwesenheit sowie Berührungen während dem Nachtschreck nicht wahr und reagiert außerdem nicht auf eure Stimme und Beruhigungsversuche. So schwer es natürlich ist, könnt ihr nicht mehr machen, als auszuharren, bis sich der Nachtschreck wieder verabschiedet und euer Liebling weiterschlafen kann.

Zwar kann euch euer Kind in diesem Zustand nicht hören, doch wenn ihr möchtet, könnt ihr ihm dennoch leise etwas vorsingen oder beruhigend mit ihm sprechen. Seid einfach für euer Kind da und lasst es nicht in seinem Zimmer allein. Spätestens nach dreißig Minuten ist der Nachtschreck wieder vorbei und euer Kind schläft weiter, als wäre nichts gewesen. Von dem für euch sicherlich erschreckenden Nachtschreck solltet ihr eurem Kind am nächsten Tag nichts erzählen, da dies für eine unnötige Angst sorgen kann.

In seltenen Fällen kann ein starker Temperaturwechsel helfen, euer Kind aus seiner vorübergehenden Trance zu holen. Ihr könnt also versuchen, euer Kind während dem Nachtschreck auf den Arm zu nehmen und es nach draußen auf den Balkon oder die Terrasse zu bringen. Bei den meisten Kindern hat dies jedoch keinen großen Einfluss auf die Dauer sowie Intensität des Nachtschrecks.

Gut zu wissen:
Wecken oder wach rütteln solltet ihr euer Kind bei einem Nachtschreck lieber nicht. Dies kann unter anderem dazu führen, dass euer Kind wütend auf euch wird oder sich noch mehr erschreckt.

Kann einem Nachtschreck vorgebeugt werden?

Stress, Schlafmangel, ungeregelte Schlafenszeiten, eine fehlende Tagesroutine und Übermüdung können einen Nachtschreck begünstigen. Deshalb ist es wichtig, dass euer Kind nicht zu übermüdet oder aufgekratzt ins Bett geht. Achtet unbedingt auf einen ausreichenden sowie regelmäßigen Schlaf und legt vor allem jüngere Kinder zum Mittagsschlaf hin. Zudem wirkt es sich positiv auf den Schlaf aus, wenn euer Kind immer zur gleichen Zeit ins Bett geht und Aufregung vor dem Schlafen vermieden wird.

Hilfreich ist auch, wenn sich euer Kind tagsüber auspowert und sich regelmäßig an der frischen Luft aufhält. Denn Bewegung ist essenziell, damit euer Kind in der Nacht gut und erholsam schlafen kann. Wir haben euch weitere hilfreiche Tipps zusammengestellt, die einem Nachtschreck vorbeugen können:

Abendrituale integrieren

Abend- sowie Bettgeh-Rituale sind sehr sinnvoll, damit sich euer Kind auf das Schlafen vorbereiten kann und generell ruhiger wird. Es ist sehr wichtig, den Tag ruhig ausklingen zu lassen, denn ist euer Kind am Abend aktiv, kann dies einen Nachtschreck begünstigen. Zudem wirken sich gleiche Abläufe vor dem Schlafen positiv auf Kinder aus. Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen könnte dabei ein mögliches Abendritual darstellen. Weiter abendliche Rituale sind unter anderem das Vorsingen eines Einschlaf-Liedes, ein warmes Bad oder ein gemeinsames Kuscheln im Bett.

Raumtemperatur anpassen

Um erholsam schlafen zu können, sollte die Raumtemperatur laut Experten nicht mehr als 18 Grad betragen, denn ein zu warmes Schlafzimmer kann die Schlafqualität negativ beeinflussen. Zudem sorgen ruhige Räume für einen guten Schlaf.

Kein Fernsehen vor dem Schlafen

Fernsehen vor dem Schlafengehen sorgt für eine Überreizung bei eurem Kind und hat einen negativen Einfluss auf das Schlafverhalten. Das Gleiche gilt für das Spielen mit einem Tablet sowie einem Handy, denn diese wühlen euer Kind nur auf, anstatt es müde zu machen und auf das Schlafen vorzubereiten. Auf Medienkonsum jeglicher Art sollte vor dem Schlafen also konsequent verzichtet werden.

Probleme und Streit vermeiden

Einige Kinder reagieren sehr sensibel darauf, wenn sich ihre Eltern streiten oder der Haussegen schief hängt. Nicht selten leidet die Schlafqualität unter einer angespannten Atmosphäre, was wiederum einen Nachtschreck begünstigen kann. Natürlich kommt ein Streit in den besten Beziehungen vor, versucht diesen jedoch nicht vor eurem Kind auszutragen. Bekommt euer Kind doch einmal mit, dass es Probleme oder Streit zwischen euch gibt, macht ihm klar, dass er nicht der Grund dafür ist und ihr es liebt.

Essensgewohnheiten überprüfen

Da der Nachtschreck bei manchen Kindern auf bestimmte Lebensmittel oder Getränke, beziehungsweise auf deren Inhaltsstoffe zurückzuführen ist, solltet ihr bei einem häufiger stattfindenden Nachtschreck darauf achten, was euer Kind am Abend gegessen oder getrunken hat. Werden die bestimmten Nahrungsmittel weggelassen, kann dies zu einer schnellen Verbesserung der Schlafqualität führen.

Ist es nötig, einen Kinderarzt aufzusuchen?

Tritt der Nachtschreck nur einmal oder im Abstand von Monaten oder Jahren auf, besteht überhaupt keine Notwendigkeit, diesen durch einen Kinderarzt abzuklären. Sollte euer Kind hingegen häufig oder sehr stark von einem Nachtschreck heimgesucht werden, schadet es nicht, einen Kinderarzt aufzusuchen.

Das Gleiche gilt, sollte der Nachtschreck bis in die Vorpubertät oder in kurzen Abständen auftreten. Um eine Epilepsie auszuschließen, kann unter anderem ein EEG durchgeführt werden und gegebenenfalls kann der Kinderarzt auch eine schlafmedizinische Untersuchung im Schlaflabor anordnen. In einigen Fällen wirkt sich auch die Gabe von Schüssler Salzen, Globuli oder pflanzlichen Mitteln positiv auf den Nachtschreck aus.

Ist der wiederkehrende Nachtschreck psychisch bedingt, sollte hingegen eine Psychotherapie bei einem speziellen Kinderpsychologen in Betracht gezogen werden. Bei einem regelmäßig auftretenden Nachtschreck kann es unter Umständen helfen, einen Osteopathen aufzusuchen, um mögliche Verspannungen oder gar Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und behandeln zu lassen.

Fazit zum Nachtschreck

Beim Nachtschreck handelt es sich um eine spezielle Schlafstörung, die vor allem bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren auftreten kann. Der Nachtschreck ist in der Regel nach einigen Minuten vorüber, kann aber auch bis zu einer halben Stunde andauern. Ausgelöst wird dieser unter anderem, weil das kindliche Gehirn noch nicht gelernt hat, von der Tiefschlafphase in die Traumphase zu wechseln. Zudem können Stress, Schlafmangel, Überreizungen sowie Umstellungen im Alltag einen Nachtschreck begünstigen.

Kinder, die von einem Nachtschreck heimgesucht werden, weinen oder schreien plötzlich und sitzen häufig mit schreckgeweiteten Augen im Bett. Dabei lassen sie sich weder beruhigen noch reagieren die Kinder auf die Anwesenheit der Eltern. Am nächsten Tag können sich die Kinder nicht an den Nachtschreck erinnern, was diesen von einem Albtraum unterscheidet. Den Tag ruhig ausklingen lassen, ein geregelter Tagesablauf sowie ausreichend Schlaf und Bewegung können einem Nachtschreck vorbeugen.

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