Startseite Ratgeber Die 12 besten Tipps, um den Kindern eine Trennung zu erklären

Die 12 besten Tipps, um den Kindern eine Trennung zu erklären

Kind Trennung erklären

Eine Trennung oder Scheidung wird nicht leichtfertig getroffen, sind dann auch noch Kinder involviert, ist die Entscheidung umso schwerwiegender. Haben sich die Eltern jedoch zu diesem weitreichenden Schritt entschlossen, müssen die Kinder möglichst schonend und liebevoll auf die neue Situation vorbereitet werden. Zudem müssen die Eltern ihren Kindern die Trennung altersgerecht und je nach Reife des Kindes sowie zum richtigen Zeitpunkt vermitteln. Natürlich gibt es hierfür keinen allgemeingültigen Weg, dennoch könnt ihr die aktuelle Situation für eure Kinder vereinfachen.

Damit dies so gut wie nur möglich gelingt, zeigen wir euch in diesem Artikel die besten Tipps, wie ihr euch auf das Gespräch mit euren Kindern vorbereiten und was ihr dafür tun könnt, damit euer Nachwuchs eure Trennung besser verarbeiten und mit dieser umgehen kann.


Schwere Zeiten für alle Beteiligten

Eine Ehe oder Partnerschaft hält die Familie zusammen und sorgt für ein Gefühl des Zusammenhalts und der familiären Geborgenheit. Kommt es zu einer Trennung, ist das Paar in den meisten Fällen mit verletzten Gefühlen, einem zerstörten Vertrauensverhältnis sowie einer großen emotionalen Belastung konfrontiert. Doch eine gescheiterte Beziehung hat nicht nur auf das ehemalige Paar enorme Auswirkungen, sondern auf die gesamte Familie sowie den gemeinsamen Freundeskreis. Sind zudem noch Kinder in der Beziehung vorhanden, ist die Situation besonders schwer. Jedes Kind ist mehr als traurig, wenn es erfährt, dass seine Eltern in Zukunft getrennte Wege gehen und sich somit das Familienleben sowie der Alltag maßgeblich ändern werden. Die Angst der Kinder, einen geliebten Elternteil im Alltag zu verlieren und diesen nicht mehr regelmäßig sehen zu können, ist verständlicherweise sehr groß.

Doch obwohl Kleinkinder nichts mit den Begriffen Scheidung oder Trennung anfangen können, spüren sie, dass etwas zwischen ihren Eltern nicht stimmt, diese sich häufig streiten und generell eine komische Stimmung herrscht. Vor allem in den ersten Monaten nach der Trennung fühlen sich viele Kinder mit der neuen Situation überfordert, denn ihre bis dato gewohnte familiäre Geborgenheit löst sich gefühlt von heute auf morgen in Luft auf. Die Folge ist, dass sich die Kinder oft nicht mehr sicher fühlen und sie sich selbst die Schuld an der gescheiterten Ehe oder Partnerschaft ihrer Eltern geben. Fragen, wie „Habt ihr euch meinetwegen nicht mehr lieb?“ oder „Was habe ich denn falsch gemacht, dass ihr nicht mehr eine Familie sein wollt?“, sind nicht selten und zerbrechen den Eltern wahrlich das Herz.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Aktuell gibt es leider noch keine Bewertung für den Beitrag: Die 12 besten Tipps, um den Kindern eine Trennung zu erklären! Wenn er dir gefällt, dann bewerte ihn bitte!
Gut zu wissen:
Bis sich alle Familienmitglieder an die neue Situation gewöhnt haben und damit umgehen können, wird einige Zeit vergehen. Vor allem Kinder brauchen Zeit, um die Trennung der Eltern zu akzeptieren, weshalb ein offenes Ohr sowie viele liebevolle Zuwendung sowohl von der Mama als auch vom Papa notwendig sind.

Die 12 besten Tipps bei einer Trennung

Eine glückliche Familie zu sein, wünschen sich viele Paare, doch leider ist dies aus unterschiedlichen Gründen nicht immer möglich und eine Trennung ist der einzig richtige Weg. Doch vor allem dann, wenn Kinder im Spiel sind, sollte eine Trennung niemals leichtfertig getroffen werden. Auf der anderen Seiten sollten Kinder unter keinen Umständen dafür verwendet werden, um eine längst zerbrochene Beziehung zu kitten oder diese zu retten. In manchen Situationen ist eine Trennung unumgänglich, um letzten Endes alle Beteiligten auf längere Sicht gesehen, glücklich machen zu können.

Doch wie teilt ihr euren Kindern die traurige Nachricht mit, dass Mama und Papa in Zukunft zumindest beziehungstechnisch getrennte Wege gehen? Und wie könnt ihr euren Kindern das Gefühl vermitteln, dass ihr sie dennoch immer lieben werdet und sie nicht das Geringste mit eurer Entscheidung zu tun haben? Das sind nur wenige von unzähligen Fragen, die Eltern im Zuge ihrer Trennung im Kopf haben und über die sich im Vorfeld Gedanken gemacht werden muss.

Eltern streiten Trennung

Wir haben euch die besten Tipps zusammengestellt, die euch und euren Kindern dabei helfen sollen, die Trennung besser zu verkraften und gemeinsam mit der neuen Situation umzugehen:

1. Das Gespräch mit den Kindern gemeinsam vorbereiten

Bevor ihr euch an das sicherlich nicht einfache Gespräch mit euren Kindern setzt, solltet ihr euch gemeinsam im Vorfeld überlegen, was ihr sagen und wie ihr eure Trennung mitteilen wollt. Zudem solltet ihr absprechen, wie ihr auf schwierige Fragen eurer Kinder reagiert. In diesem Zuge ist es ratsam, sich auf folgende Fragen eurer Kinder vorzubereiten:

  • Liebt ihr uns denn nicht mehr?
  • Sind wir schuld daran, dass ihr euch trennen wollt?
  • Wo werden wir in Zukunft wohnen?
  • Werden wir Mama/Papa dann kaum mehr sehen?
  • Werden wir auch verlassen?

2. Passenden Zeitpunkt wählen

Vor allem ältere Kinder oder Jugendliche ahnen bereits vor der offiziellen Bekanntgabe, dass sich die Eltern nicht mehr miteinander verstehen und eine Trennung bevorsteht. Häufige Streitereien, eine körperliche sowie emotionale Distanz zwischen den einst liebenden Eltern oder eisiges Schweigen am Esstisch werden von den Kindern meist richtig gedeutet. Einen passenden Zeitpunkt, um den Kindern die Trennung zu verkünden, gibt es leider genauso wenig wie eine Patentlösung. Können die elterlichen Konflikte nicht mehr komplett vor den Kindern versteckt werden, solltet ihr zumindest ehrlich mitteilen, dass ihr gerade Probleme miteinander habt, aber ihr gemeinsam nach einer Lösung sucht.

Sobald ihr euch endgültig für eine Trennung entschieden habt, ist es an der Zeit, den Kindern eure Entscheidung mitzueilen. Zudem solltet ihr bereits die wichtigsten Rahmenbedingungen, wie der zukünftige Wohnort oder die Betreuung der Kinder, im Vorfeld klären. Je konkreter die Kinder über die anstehenden Veränderungen in ihrem Leben Bescheid wissen, umso besser können sie mit der Situation umgehen.

3. Rahmenbedingungen vorab ohne Kinder klären

Bevor ihr das gemeinsame Gespräch mit euren Kindern sucht, solltet ihr euch als Eltern an einen Tisch setzen und folgende Fragen im Vorfeld besprechen und euch darüber Gedanken machen:

  • Wo werden die Kinder in Zukunft leben?
  • Kommt ein Wechselmodell infrage?
  • Behaltet ihr das gemeinsame Sorgerecht?
  • Wie wird der Kontakt mit dem Elternteil aussehen, das nicht mehr im gemeinsamen Haushalt leben wird?
  • Wie soll der Unterhalt geregelt werden?
  • Wie sieht die Betreuung an den Wochenenden sowie in den Ferien aus?
Bitte beachten:
Bevor ihr eure Kinder über die Trennung oder Scheidung in Kenntnis setzt, solltet ihr unbedingt im Vorfeld klären, wo und bei wem die Kinder zukünftig leben werden. Diese Entscheidungen solltet ihr dann gemeinsam als Eltern euren Kindern mitteilen.

4. Gemeinsam Trennung bekannt geben

Im besten Fall klärt ihr eure Kinder gemeinsam als Eltern und in einem gewohnten Umfeld über eure Entscheidung bezüglich einer Trennung oder Scheidung auf. So vermittelt ihr eurem Nachwuchs, dass ihr zwar als Paar getrennte Wege geht, aber weiterhin als Eltern im Leben eurer Kinder präsent bleiben werdet. Ganz wichtig ist, dass ihr euch während dem gemeinsamen Gespräch keine Vorwürfe macht. Entscheidet ihr euch für ein Einzelgespräch ohne den Ex-Partner, solltet ihr nicht schlecht von dem anderen Elternteil reden, um eure Kinder nicht zusätzlich zu belasten.

Auf die Gründe eurer Trennung solltet ihr nicht im Detail eingehen, klärt eure Kinder stattdessen über die reinen Fakten auf. Zudem solltet ihr eure Kinder auf keinen Fall belügen, indem ihr zum Beispiel berufliche Verpflichtungen für den Auszug des einen Elternteils verantwortlich macht. Erfahren eure Kinder im Nachhinein, dass ihr sie belogen habt, ist das Vertrauensverhältnis angeknackst und die Enttäuschung ist natürlich sehr groß.

5. Den Kindern klarmachen, dass beide Elternteile präsent bleiben

Ganz egal, ob im Alltag zukünftig mehr Zeit mit der Mama oder dem Papa verbracht wird: Kinder sind mit beiden Elternteilen verbunden und werden das auch in Zukunft bleiben. Diese Tatsache müsst ihr euren Kindern unbedingt vermitteln, denn der Gedanke, ein Elternteil könnte schon bald aus dem Leben verschwinden, setzt verständlicherweise große Ängste frei und kann im schlimmsten Fall psychische Probleme hervorrufen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass eure Kinder wissen, ihr bleibt beide als Elternteil präsent.

6. Keine Schuldzuweisungen vor den Kindern

Wichtig ist, dass ihr die Gründe eurer Trennung nicht vor den Kindern ausbreitet. Haltet eure Erklärung so einfach wie möglich und achtet unbedingt darauf, euch nicht gegenseitig die Schuld für die Trennung zuzuschieben. Hat ein Elternteil zum Beispiel eine Affäre begonnen oder war eine andere Verfehlung Grund für die Trennung, ist dies nicht unbedingt ein Thema, welches mit den Kindern geteilt werden sollte. Auch gegenseitige Vorwürfe sowie Schuldzuweisungen sind völlig fehl am Platz und führen höchstens dazu, dass sich eure Kinder auf eine Seite stellen.

Macht euren Kindern klar, dass die Trennung von euch beiden ausgeht und ihr euch gemeinsam für diesen Schritt entschieden habt. Zudem solltet ihr darauf achten, dass ihr in einem ruhigen Ton miteinander sprecht und eure Stimmen nicht ärgerlich und voller Vorwürfe klingen. Eure Kinder brauchen von Anfang an das Gefühl, dass ihr auch weiterhin gemeinsam an einem Strang zieht, obwohl ihr in Sachen Partnerschaft in Zukunft getrennte Wege geht. Streit oder Vorwürfe in Gegenwart eurer Kinder sind in dieser sowieso schon sehr schweren Situation mehr als unangebracht.

7. Verlässlichkeit bieten

Viele Kinder fürchten sich vor ungewohnten Situationen sowie einer fremden Umgebung, weshalb es umso wichtiger ist, dass so viele Dinge wie möglich beim Alten bleiben. So kann es von Vorteil sein, wenn die Kinder mit einem Elternteil zumindest vorerst in der gemeinsamen Wohnung bleiben und der andere Elternteil auszieht. Auf diesem Wege werden die Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und die Veränderungen halten sich diesbezüglich in Grenzen. Zudem sorgen festgelegte Umgangsregeln für Sicherheit sowie Geborgenheit, indem die Kinder sich darauf verlassen können, wann sie ihren Papa oder ihre Mama wiedersehen und wie sie diese in der Abwesenheit dennoch erreichen können.

8. Weitere Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld einweihen

Weiht die Großeltern, andere nahestehende Verwandte, die Kita oder den Kindergarten sowie die Eltern der besten Freunde eurer Kinder in eure Trennung ein. Indem das soziale Umfeld Bescheid weiß, kann besser auf die Kinder eingegangen werden und es kann behutsamer mit der neuen Situationen umgegangen werden. Zudem bewahrt ihr eure Kinder davor, dass sie immer wieder über eure Trennung berichten müssen.

9. Platz im neuen Zuhause schaffen

„Wo sollen wir in Zukunft leben?“ Diese Frage werden sich wohl alle Kinder stellen, sobald sie von der Trennung ihrer Eltern erfahren. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Kindern das neue Zuhause ihrer Mama oder ihres Papas zu zeigen. Sobald der ausgezogene Elternteil eine neue Wohnung gefunden und sich eingerichtet hat, sollte den Kindern unbedingt ein Zimmer geboten werden, in welchem sie sich unter anderem zurückziehen, spielen und sich wohlfühlen können. Ein gemütlicher sowie altersgerechter Ort mit einem bequemen Bett sowie Spielsachen tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Kinder heimisch und vor allem willkommen fühlen.

10. Bleibt ein Familien-Team

Zwar geht ihr als Paar getrennte Wege, als Familie seid ihr durch eure Kinder jedoch weiterhin miteinander verbunden und das wird auch in Zukunft so bleiben. Selbst, wenn ein Elternteil durch die wohnliche Trennung wahrscheinlich weniger Zeit mit seinen Kindern verbringen wird als früher, heißt das nicht, dass man nie wieder Zeit mit der gesamten Familie verbringen kann. Vor allem an den Geburtstagen sollten sich die Eltern daher auch bei Differenzen zusammenreißen und die gemeinsamen Kinder in den Mittelpunkt stellen und hochleben lassen. Sagt und zeigt euren Kindern vor allen Dingen so oft wie möglich, dass ihr weiterhin eine Familie seid und sowohl Mama als auch Papa immer da sind.

11. Kinder einbeziehen

Versucht eure Kinder so gut wie möglich in die Überlegungen, wie es in Zukunft weitergehen soll, einzubeziehen. Dies ist natürlich in erster Linie von dem Alter der Kinder abhängig, dennoch können Kinder im Kindergartenalter zum Beispiel sagen, ob sie ihre Lieblingsspielsachen oder Bastelsachen lieber bei Mama oder bei Papa haben möchten. Zudem können sie bei der Frage einbezogen werden, wie und wann Zeit mit dem ausgezogenen Elternteil verbracht werden möchte. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Trennung ist es völlig normal, dass die Kinder Widerstand zeigen. In diesem Fall hilft lediglich, die Gefühle zu akzeptieren und geduldig zu sein. Mit der Zeit gewöhnen sich die Kinder an die neue Situation und können besser damit umgehen.

12. Altersgerechte Gespräche mit den Kindern führen

Wie ihr eure Trennung verkündet, ist in erster Linie von dem Alter eurer Kinder abhängig. So könnt ihr natürlich mit älteren Kindern oder Jugendlichen viel offener reden als mit Kleinkindern. Bis zum Alter von etwa 2,5 oder 3 Jahren können Eltern die Situation gar nicht richtig erklären, da die Kinder die damit verbundenen Veränderungen weder einschätzen noch verstehen können. Anders als Kleinkinder können ältere Kinder jedoch sehr gut erahnen, was es bedeutet, wenn die Eltern in Zukunft getrennte Wegen gehen und nicht mehr unter einem gemeinsamen Dach leben.

Um euch besser zu veranschaulichen, was mit altersgerechten Gesprächen genau gemeint ist, gehen wir nachfolgend näher darauf ein:

Kleinkindern und Kindergartenkindern die Trennung erklären

Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter können natürlich noch nichts mit den Worten „auseinandergelebt“, „Trennung“, „Scheidung“ und „wohnliche Trennung“ anfangen, dennoch haben sie sehr feine Antennen und spüren ganz genau, wenn es zwischen den Eltern kriselt und die elterliche Beziehung nicht mehr liebevoll und harmonisch ist. Erklärt euren Kindern altersgerecht und mit den entsprechenden Worten, was sich in Zukunft in der Familie ändern wird und warum das so ist. So könnt ihr zum Beispiel sagen, dass ihr euch früher sehr lieb hattet und ihr deshalb Eltern geworden seid, diese Liebe allerdings nicht mehr da ist.

Beteuert euren Kindern, dass ihr sie immer noch genauso liebt wie eh und je und sich daran nie und nimmer etwas ändern wird und sowohl Mama als auch Papa in der Zukunft immer da sind. Es ist das A und O, den Kindern Sicherheit sowie Geborgenheit und bedingungslose Liebe zu vermitteln. Erwähnt zudem, dass ihr nach wie vor eine Familie seid und immer bleiben werdet, auch wenn Mama und Papa nicht mehr als Paar zusammen sind. Vielen Kindern fällt es leichter zu wissen, dass Geburtstage sowie andere wichtige Feiertage weiterhin zusammen als Familie verbracht werden und sich das Kind nicht zwischen Mama oder Papa entscheiden muss.

Grundschulkindern die Trennung erklären

Sind die Kinder bereits in der Grundschule könnt ihr viel offener über die bevorstehende Trennung sprechen und erklären, was eine Scheidung bedeutet und welche Konsequenzen diese für das bisherige Familienleben hat. Wie offen und ehrlich ihr dabei mit euren Kindern seid, kommt in erster Linie auf das Alter, die persönliche Entwicklung und die individuelle Reife an. Auch wenn Kinder in der ersten oder zweiten Klasse bereits den Begriff „Scheidung“ kennen, heißt das nicht, sie wissen, was das im familiären Alltag bedeutet und welche Konsequenzen bevorstehen. Daher ist es umso wichtiger, dass ihr auf die damit einhergehenden Folgen eingeht und euren Kindern erklärt, was die Scheidung in der Praxis und für euer gemeinsames Familienleben bedeutet.

Zudem sind Kinder in diesem Alter bereits in der Lage, die Veränderungen, welche durch die Trennung oder Scheidung zwangsläufig hervorgerufen werden, zu spüren. Sofern eure Kinder ein Elternteil in Zukunft deutlich weniger sehen werden, dürft ihr das ebenfalls nicht verheimlichen, sondern solltet das von Anfang an offen kommunizieren und erklären, warum das so ist. Indem ihr ehrlich seid, können sich eure Tochter oder euer Sohn so früh wie möglich auf die aktuelle Situation einstellen. Nichtsdestotrotz sollten die Kinder nicht mit den Details eurer Trennungsgründe konfrontiert werden, da sie diese häufig nicht richtig einordnen oder nachvollziehen können.

Jugendlichen Kindern die Trennung erklären

Je älter die Kinder sind, umso offener könnt ihr mit diesen über eure Trennung sprechen. Allerdings sollten auch Kinder im Teenageralter nicht in die genauen Trennungsgründe involviert werden. Vielmehr solltet ihr euren Kindern vermitteln, dass ihr nach wie vor beide eine feste Bezugs- und Respektsperson darstellt. Gerade Jugendliche in ihrer rebellischen Phase versuchen gerne mal, einen Vorteil aus der Trennungssituation zu ziehen. Aus diesem Grund und damit euch die Kinder in Zukunft nicht gegeneinander ausspielen, solltet ihr klar und deutlich machen, dass ihr beide gleichberechtigte Erziehungspersonen bleiben werdet.

Jugendliche können auch schon besser in die Zukunftsplanung einbezogen werden, indem ihr sie beispielsweise fragt, wo sie in Zukunft lieber leben wollen. Hierbei macht es oft einen großen Unterschied, ob ein Elternteil weiter wegziehen wird, denn der Freundeskreis sowie das gesamte soziale Umfeld spielen im Jugendalter eine nicht zu unterschätzende Rolle und natürlich wollen die wenigsten Mädchen und Jungen eine neue Schule besuchen müssen. In diesem Fall ist die Entscheidung von pragmatischer Natur und nicht damit zu begründen, dass ein Elternteil bevorzugt wird. Liegen die beiden Wohnungen der in Zukunft getrennt lebenden Elternteile nicht weit voneinander entfernt, kann zudem über ein Wechselmodell nachgedacht werden. Dies ermöglicht den Kindern, wohnlich zwischen beiden Eltern abzuwechseln und auf ihrer Schule bleiben zu können.

Weitere Tipps sind:

  • Viel Zuwendung, Verständnis und stets ein offenes Ohr für die Kinder haben
  • Die Trauer der Kinder ernst nehmen und durch Gespräche, Zuhören oder durch ganz viel Kuscheln auffangen
  • Gebt den Kindern Zeit und viel Aufmerksamkeit, um eure Trennung zu verarbeiten
  • Erklärt, dass eine Trennung nicht ungewöhnlich ist und viele Kinder mit getrennten Eltern aufwachsen
  • Bleibt emotional ansprechbar, auch wenn ihr selbst unter der Trennung leidet
  • Seht das Gute an eurer gemeinsamen Vergangenheit
  • Schaut positiv in die neue Zukunft und stellt die Vorteile heraus

Wie geht es nach dem Gespräch weiter?

Jedes Kind reagiert anders auf die Verkündung, dass sich die Eltern trennen und in Zukunft nicht mehr unter einem Dach leben werden. Allerdings müsst ihr damit rechnen, dass eure Kinder zuerst wütend reagieren und eure Trennung nicht akzeptieren wollen. Das ist völlig verständlich, denn eure Kinder haben Angst, dass sie keine Familie mehr haben und sie entweder Papa oder Mama nicht mehr so oft sehen werden. Die mit der Trennung einhergehende Trauer, Wut und Verzweiflung können erst mit der Zeit und mit eurer Zuwendung sowie eurem Verständnis verarbeitet werden.

Einige Kinder reagieren auf die Trennung mit vorübergehenden Verhaltensauffälligkeiten und andere Kinder wiederum sprechen so gut wie gar nicht über ihre Gefühle. Es ist zudem gut möglich, dass die Kinder noch nicht bereit sind, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen oder sie haben die Hoffnung, dass die Eltern doch wieder zusammenkommen. Einige Kinder verdrängen die Trennung zuerst, bis ihnen nach einigen Monaten erst so richtig bewusst wird, dass ihre Eltern sich tatsächlich getrennt haben und ein Elternteil aus dem gemeinsamen Zuhause ausgezogen ist.

Wichtig ist, dass ihr den Dialog mit euren Kindern fortführt, nachdem ihr eure Trennung verkündet habt und ihr viel mit euren Kindern sprecht und diesen zuhört. Auch kurze Dialoge, zum Beispiel während dem Spielen oder Kuscheln, tragen dazu bei, das momentane Bedürfnis des Kindes zu befriedigen und ihm seine Frage zu beantworten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.