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Kindergeld für Menschen mit Behinderung – Alle Details zum Kindergeldanspruch

Kindergeld Auszahlungstermine

Kindergeldberechtigte mit einer Behinderung erhalten grundsätzlich genau wie normale Kinder und junge Erwachsene die monatlichen Auszahlungen der Familienkasse. Allerdings können Kinder mit einer Behinderung auch noch über das 25. Lebensjahr hinaus das Kindergeld bekommen. Hierfür gibt es jedoch Voraussetzungen, über die wir euch hier in diesem Ratgeber-Beitrag im Detail aufklären.

Wie hoch ist das Kindergeld für kindergeldberechtigte mit einer Behinderung?

Bei Kindern mit einer Behinderung gelten dieselben Staffelungen, was das Kindergeld betrifft. So gibt es für das erste und zweite Kind aktuell je 192 Euro, für das 3. Kind 198 Euro und für jedes weitere Kind monatlich 223 Euro. Die Auszahlung vom Kindergeld erfolgt dabei stets auf das Konto der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten oder Pflegeeltern. Ab dem Januar 2018 gibt es pro Kindergeld-Staffelung noch je 2 Euro mehr.

Die Voraussetzungen für den Kindergeldbezug ab dem 25. Lebensjahr bei Behinderten

Normalerweise endet der Kindergeldanspruch bei Menschen ohne eine Behinderung spätestens sobald das 25. Lebensjahr erreicht wurde. Kinder mit einer Behinderung können das Kindergeld jedoch auch noch weiter bekommen.

Diese Voraussetzungen müssen für einen solchen Fall erfüllt sein:

  • Grad der Behinderung von 50 oder höher
  • Das Kind ist mit seiner Behinderung nicht in der Lage den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten
  • Die Behinderung ist vor dem 25. Lebensjahr eingetreten bzw. festgestellt worden

In diesen Fällen gibt es dennoch kein Kindergeld für Behinderte

Ist die Behinderung beim Kind schon vor dem 01. Januar 2017 eingetreten, so gibt es nur bis zum Erreichen des 27. Lebensjahres das Kindergeld. Außerdem besteht nach wie vor kein Kindergeldanspruch, sofern das Kind genügend Einkünfte hat, um den vom Gesetzgeber festgelegten Lebensbedarf zu decken. Jahr für Jahr wird eine neue Grenze für das Einkommen festgelegt. 2014 waren es beispielsweise 8.354 Euro, die das behinderte Kind pro Jahr bekommen durfte, um das Kindergeld weiterhin zu erhalten. Man spricht hierbei auch von dem Mehrbedarf. Ab Januar 2017 liegt der angesprochene Grundfreibetrag nach § 32a EStG bei 8.820 Euro jährlich.

Hinweis
Je nach dem Pflegegrad bzw. dem Mehrbedarf können unterschiedlich hohe Kosten festgelegt werden. Dies ist im Einzelfall also immer individuell zu prüfen, was den Kindergeldanspruch betrifft. Ein Mehrbedarf ist vor allem bei der Unterbringung in Heimen anzumerken. Gleiches gilt für Pflegepersonal, das sich um das Kind kümmern muss, wodurch natürlich auch zusätzliche Kosten entstehen können.
Beispiele hierfür wären:

  • Unterbringung in einer vollstationären Einrichtung
  • Besuch einer teilstationären Einrichtung

Der Mehrbedarf bzw. Behinderten-Pauschbetrag

Zur Berechnung der Summe für den erforderlichen Lebensunterhalt muss noch der sogenannte Behinderten-Pauschbetrag hinzuaddiert werden. Dadurch vergrößert sich dann die Einkommensgrenze, die für den Kindergeldanspruch relevant ist. Grundsätzlich wird hierbei der Grad der Behinderung (GdB) beachtet, für den in Form einer Staffelung eine bestimmte Summe festgelegt wird. Bei 25 bis 30 GdB liegt der Behinderten-Pauschbetrag beispielsweise bei 310 Euro, während sich diese Summe auf bis zu 3.700 Euro pro Jahr belaufen kann. Anbei findet ihr die genaue Übersicht nach dem Grad der Behinderung:

  • GdB von 25 und 30 310 Euro
  • GdB von 35 und 40 430 Euro
  • GdB von 45 und 50 570 Euro
  • GdB von 55 und 60 720 Euro
  • GdB von 65 und 70 890 Euro
  • GdB von 75 und 80 1.060 Euro
  • GdB von 85 und 90 1.230 Euro
  • GdB von 95 und 100 1.420 Euro

Wann liegt für den Gesetzgeber eine Behinderung vor?

Um die Voraussetzungen erfüllen zu können, was die stetige Auszahlung vom Kindergeld betrifft, ist es natürlich notwendig, dass die Behinderung auch wirklich als solche eingestuft wird. Hierbei greift das § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG. Demnach werden die Behinderungen hierbei berücksichtigt, sofern die geistigen Fähigkeiten länger als sechs Monate von dem normalen Zustand des aktuellen Lebensalters abweichen. Außerdem ist eine Teilnahme am Leben in der normalen Gesellschaft somit beeinträchtigt. Eine Krankheit, die bei einer Behandlung nur beschränkend für den Menschen ist, gilt nicht als eine Behinderung.

Nachweise der Behinderung von Ärzten

Wir raten euch dazu, dass ihr dem Kindergeldantrag stets einen Nachweis zur diagnostizierten Behinderung belegt. Dadurch kann mithilfe einer solchen Bescheinigung von einem Arzt der Prozess der Prüfung stark beschleunigt werden. Beachtet bitte, dass der Nachweis wichtige Details zur Behinderung beinhaltet. So zum Beispiel Informationen, dass das Kind aufgrund der Behinderung nicht erwerbsfähig ist. Außerdem ist es relevant, dass das Datum vom Beginn der Behinderung auf dem Dokument vermerkt wird.

Hinweis
Oftmals gibt es von der Familienkasse in diesen Fällen individuelle Prüfungen. Diese erfolgen jährlich oder auch in einem anderen Turnus.

Wer bekommt das Kindergeld bei Behinderten ausgezahlt?

Das Kindergeld ist eine Leistung vom Staat, die die Eltern normalerweise ausgezahlt bekommen, da diese bezugsberechtigt sind. Selbstverständlich ist dies auch bei Kindern mit einer Behinderung der Fall. Sofern das behinderte Kind jedoch von anderen Personengruppen gepflegt wird, wie zum Beispiel von den Verwandten oder auch von Pflegeeltern, dann erhalten diese natürlich das monatliche Kindergeld.

Der Antrag muss in einem solchen Fall dann stets an die Familienkasse geschickt werden. Beachtet hierbei unbedingt, dass sämtliche Daten aktuell sind und bei etwaigen Änderungen auf dem neuesten Stand gehalten werden.

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