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Ab wann dürfen Babys sitzen?

Baby beschäftigen

Nach dem Krabbeln, Drehen, Rollen und Robben beginnen Babys damit zu sitzen. Dabei stellt das selbstständige Sitzen einen der größten Meilensteine im ersten Lebensjahr eines Babys dar und erfüllt die Eltern mit ganz viel Stolz. Ab wann Babys mit ihren ersten Sitzübungen anfangen und ohne Hilfe sitzen können, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem klären wir euch unter anderem darüber auf, ob das zu frühe Sitzen dem Rücken des Babys schadet und mit welchen kleinen Tipps und Tricks ihr das freie Sitzen gezielt fördern könnt.

Ab wann sind Babys bereit zu sitzen?

Im Durchschnitt sitzen Kinder im Alter zwischen acht und neun Monaten aufrecht und ohne Hilfe. Dabei ist das selbstständige Sitzen eine Errungenschaft fürs Leben, doch bis es so weit ist und euer kleiner Liebling ganz ohne Hilfe frei sitzen kann, erfolgen zuerst bestimmte Entwicklungsschritte. So müssen durch das Krabbeln oder Robben die Nacken- sowie Rückenmuskulatur gestärkt und ausreichend trainiert werden und gleichzeitig muss das Bewegungszentrum im Gehirn des Babys entsprechend entwickelt sein.

Der genaue Zeitpunkt ist natürlich von Baby zu Baby unterschiedlich, denn die gesamte Entwicklung läuft völlig individuell und im eigenen Tempo ab. So können einige Babys bereits mit sieben oder acht Monaten frei sitzen, andere Kinder hingegen sitzen erst mit elf Monaten aufrecht und ohne Hilfe. Beim Füttern, Spielen oder Anziehen im Schoß von Mama oder Papa gelingt das kurzzeitige Sitzen manchmal schon mit fünf oder sechs Monaten ganz gut. Ohne jegliche Hilfe fällt das Baby jedoch meist nach kurzer Zeit um und bis es völlig allein und aus eigener Kraft sitzen kann, dauert es noch einige Zeit.

Wir haben euch die verschiedenen Entwicklungsschritte vom Krabbeln zum Sitzen in einem Überblick zusammengestellt:

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Vierter bis fünfter Lebensmonat: Die Muskeln werden unter anderem durch die Bauchlage trainiert und für das Sitzen vorbereitet.

Etwa ab vier Monaten: Babys werden von Tag zu Tag neugieriger und wollen ihre Umwelt endlich auch aus anderen Perspektiven erkunden. Damit dies besser gelingt, beginnen die Kleinen etwa ab dem Alter von vier Monaten, sich von selbst aus der Bauchlage nach oben zu drücken. Ein schlauer Schachzug der Natur, denn durch diese kleinen Liegestützen werden die entsprechenden Muskeln gestärkt und durch das fleißige Training lässt das Krabbeln, Rollen und auf den Rücken drehen nicht mehr lange auf sich warten. Dabei lernen die meisten Kinder das Sitzen aus dem Krabbeln heraus, wobei die ersten Sitzversuche in diesem Alter vorerst nur mit Hilfe gelingen.

Zwischen sechs und acht Monaten: Das Sitzen ohne Hilfe ist frühestens ab jetzt möglich, allerdings nur für wenige Sekunden und verbunden mit einem häufigen Umfallen. Für längere Sitzeinheiten sind die Muskeln der Kinder sowie das Bewegungszentrum im Gehirn schlicht und ergreifend noch nicht ausreichend entwickelt. Um Verletzungen durch ein Umfallen zu vermeiden, solltet ihr deshalb in der Nähe eures Babys bleiben und gegebenenfalls eine Krabbeldecke oder eine dünne Matte als abfedernde Unterlage verwenden.

Zwischen acht und zehn Monaten: In dieser spannenden Entwicklungsphase bewegen sich Babys liebend gerne krabbelnd und robbend fort, um ihre Umwelt ausgiebig kennenlernen zu können. Dabei wird das aufrechte Sitzen in diesem Alter häufig durch den Vierfüßler oder den Seitstütz gelernt. Sobald euer Baby sicher und schnell krabbeln kann, dauert es bis zum selbstständigen Sitzen nicht mehr lange. Zuvor sind die Muskeln noch nicht kräftig genug und der Bewegungsapparat braucht noch etwas Übung. Etwa 90 Prozent der Babys können mit etwa zehn Monaten allein und frei sitzen, wobei frei sitzen bedeutet, dass weder die Hände abgestützt noch Gegenstände zum Festhalten gebraucht werden.

Zwischen zehn und zwölf Monaten: Durch die ausgiebigen Sitz-Übungen in den letzten Wochen sowie das fleißige Krabbeln, Robben und Rollen sind Babys mittlerweile immer besser in der Lage, völlig selbstständig und dabei stabil zu sitzen.

Hier ist jedoch anzumerken, dass sich Babys völlig individuell und unterschiedlich schnell entwickeln und unsere aufgezeigten Entwicklungsschritte lediglich das durchschnittliche Alter der Kleinen darstellt. Es ist völlig normal und kein Grund zur Sorge, sollte euer Baby erst etwas später damit beginnen, das selbstständige Sitzen zu üben. Aus diesem Grund kann die Frage, ab wann Babys sitzen können, nicht pauschal beantwortet werden.

Gut zu wissen:
Sobald sich euer Baby ohne Hilfe in eine sitzende Position begeben und diese anschließend auch wieder von selbst verlassen kann, ist es dazu bereit selbstständig zu sitzen. Bei einigen Babys ist dies bereits mit sieben oder acht Monaten der Fall, andere Kinder hingegen sitzen erst mit etwa einem Jahr aufrecht und ohne Hilfe.

Der Weg zum selbstständigen Sitzen

Immer nur liegen wird auf Dauer wirklich zu langweilig, weshalb die Babys ganz von selbst damit anfangen zu kabbeln und zu sitzen. Doch hierfür sind Muskeln gefragt! Bewegung und das Krabbeln sind somit das A und O, um Sitzen zu lernen, denn nur auf diesem Wege können sowohl der Rücken, die Schultern als auch der Nacken ausreichend trainiert und gestärkt werden. Kurz nach der Geburt ist die Wirbelsäule der Neugeborenen noch rund und c-förmig gebogen, was wiederum mit der Haltung des ungeborenen Babys im Mutterleib zusammenhängt. Aufgrund der Form der Wirbelsäule sowie der noch sehr schwachen Rücken- sowie Nackenmuskulatur ist natürlich in den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung nicht an eine sitzende Position zu denken.

Im Laufe des ersten Lebensjahres nimmt die Wirbelsäule ihre typische Doppel-S-Krümmung ein, was den aufrechten Gang der Menschen überhaupt erst möglich macht. Gleichzeitig sorgt die S-Krümmung dafür, dass Bewegungen sowie Erschütterungen abgefedert werden. Bis zum Sitzen und aufrechten Laufen ist jedoch viel Übung angesagt und euer Baby muss ganz schön viel leisten: Auf dem Baby-Trainingsprogramm steht zuerst, die Nacken- sowie Schultermuskulatur nachhaltig zu stärken. Sobald sich diese Muskeln aufgebaut haben, können die Babys ihren Kopf eigenständig halten und nach und nach ihren Halswirbel nach vorne strecken. Der Grundstein für das freie und stabile Sitzen ist somit gelegt.

Im nächsten Schritt müssen die Muskeln im Rücken sowie Bauch gestärkt werden, was unter anderem durch das Krabbeln und Robben passiert. Indem also die Rücken- und Bauchmuskeln trainiert werden, strecken sich unter anderem die Brustwirbel und die Körperform beginnt sich langsam, aber sicher zu verändern und sich auf das Sitzen und Laufen vorzubereiten. Doch wie in fast allen Bereichen des Lebens gilt auch hier: Übung macht den Meister und so wird euer Baby fleißig robben, sich von der Rücken- in die Bauchlage rollen und vergnügt durch die ganze Wohnung krabbeln. Sobald sich auch die Lendenwirbel gekrümmt haben, hat die Wirbelsäule ihre endgültige Form erreicht.

Um frei sitzen zu können, sind jedoch nicht nur die körperlichen Fähigkeiten sowie der Aufbau der Muskeln gefragt, auch das Gehirn muss sich entsprechend entwickeln. So steht der Ausbau der neuronalen Strukturen in den ersten Lebenswochen und -monaten im Vordergrund und zudem müssen sich die Hirnstrukturen im Kleinhirn des Kindes miteinander vernetzen, wofür sowohl das Sehen als auch das Hören wichtige Impulse setzen.

Hilfe beim Sitzen – ja oder nein?

Babys lieben es, wenn sich hin und wieder ihre Position ändert, sei es beim Spazierengehen mit dem Kinderwagen, beim Autofahren im Kindersitz oder beim „Abhängen“ in der Wippe. Hartnäckig hält sich jedoch die Ansicht, dass Nachhelfen beim Sitzen, Stehen oder Laufen Probleme an der Wirbelsäule verursacht, sofern das Kind dies noch nicht aus eigener Kraft kann. Kein Wunder also, dass sich nach wie vor viele Eltern Sorgen machen und sich fragen, ob zum Beispiel das auf dem Schoß sitzen beim Füttern oder Anziehen der Wirbelsäule des Babys schadet.

Kinderorthopäden geben diesbezüglich jedoch Entwarnung und sehen bei einem gelegentlichen auf dem Schoß sitzen keine Gefahr, eine Wirbelsäulen-Verformung davonzutragen. Allerdings muss natürlich darauf geachtet werden, dass das Baby nicht über einen längeren Zeitraum in ein und derselben Position verharren muss. Wichtig ist auch, dass der Rumpf des Kindes abgestützt wird, um unter anderem die Wirbelsäule zu entlasten. Dies geht am besten, indem ihr mit eurer Hand den Oberkörper eures Babys umgreift und somit für eine Entlastung sowie Unterstützung der Wirbelsäule sorgt.

Zudem wird in diesem Zuge zwischen einem aktiven und einem passiven Sitzen unterschieden: Aktives Sitzen bedeutet, dass euer Kind ohne Hilfe sowie ohne seine Hände frei und stabil sitzen kann. Zum aktiven Sitzen kommt es in erster Linie durch regelmäßige Bewegung. Beim passiven Sitzen hingegen kann euer Kind noch nicht selbstständig, sondern nur mit eurer Hilfe oder durch das Abstützen mit seinen Händen sitzen. Sitzt euer Baby beispielsweise für eine kurze Zeit mit eurer Hilfe auf dem Schoß, ist gegen die vorübergehende Position und das sogenannte passive Sitzen absolut nichts einzuwenden. Im Gegenteil, euer Baby wird die neue Aussicht genießen und alles ganz genau erkunden.

Auch ein kurzer Ausflug in den Hochstuhl oder ein durch Kissen gestütztes Sitzen ist in Ordnung, solange es eben nur für einen kurzen Moment ist. Ein stundenlanges Sitzen in einer aufrechten Position, was vor allem bei längeren Autofahrten der Fall ist, sollte hingegen unbedingt vermieden werden. Dies gilt auch, wenn euer Baby bereits aktiv, also selbstständig und frei sitzen kann. Achtet daher bei Autofahrten darauf, regelmäßige Pausen einzulegen, in denen ihr die Position eures Kindes verändern könnt. Kann euer Kind schon laufen, solltet ihr die Pausen zum Austoben und Herumlaufen nutzen.

Ab wann kann ein Hochstuhl verwendet werden?

Sobald euer Baby aktiv sitzen kann, ist die Zeit reif für einen Hochstuhl. Wichtig ist allerdings, dass der Hochstuhl über eine Ablage für die Füße sowie eine Fläche für die Arme verfügt. So sitzt euer Schatz nicht nur gemütlich, sondern die Wirbelsäule wird geschont und gleichzeitig kann sich der Rumpf besser ausrichten. Um Schäden an der Wirbelsäule und einem Verschlucken vorzubeugen, empfehlen Kinderärzte diesbezüglich, Babys erst im Hochstuhl zu füttern, sobald diese aktiv sitzen können. In Sachen Kinderwagen wird Eltern geraten, ihr Baby bis zum 9. Lebensmonat in einer liegenden Position zu schieben. Sobald euer Baby mit etwa zehn Monaten stabil sitzen kann, darf es endlich die neue Aussicht sitzend und in einer aufrechten Position genießen.

So könnt ihr das Sitzen fördern

Viele Eltern wollen ihrem Baby natürlich bei den Sitzübungen helfen und ziehen es demzufolge bei jeder Gelegenheit an den Händen nach oben. Dennoch solltet ihr eurem Kind die nötige Zeit geben, bis es das Sitzen von selbst erlernt und vor allem bereit dazu ist. Der Übergang vom Liegen zum Sitzen muss eigenständig gemeistert werden, um den Bewegungsablauf später zu beherrschen. Unter Umständen müssen noch weitere Muskeln aufgebaut und trainiert werden, weshalb das Sitzen manchmal noch ein bisschen vertragt werden muss.

Das Sitzen fördern könnt ihr jedoch mit folgenden Tipps:

  • Das Wichtigste ist, dass der Bewegungsdrang eures Kindes von euch gefördert und unterstützt wird, denn durch das fleißige Krabbeln, Robben, Rollen und Drehen aus der Bauchlage heraus wird die Muskulatur nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig werden der Entdeckergeist und die Neugierde der Kleinen geweckt.
  • Indem ihr ein Tragetuch verwendet, wird die sogenannte Anhock-Spreizhaltung unterstützt, was wiederum für eine gesunde Entwicklung von Rücken sowie Hüfte sorgt. Übrigens unterstützen auch Babytragen die optimale Entwicklung der Hüfte.
  • Um Verletzungen durch das Umfallen zu vermeiden, solltet ihr eine Krabbeldecke oder eine andere weiche Matte unterlegen.
  • Legt euer Baby regelmäßig auf den Bauch und animiert es beispielsweise mit Spielzeug dazu, sein Köpfchen zu heben. Durch das Heben des Kopfes wird unter anderem die Nacken- sowie Rückenmuskulatur gestärkt, was für das Sitzen essenziell ist.
  • Die Babyschale sollte nur bei Autofahrten verwendet werden, da die Krümmung beim Sitzen nicht der natürlichen Rückenhaltung der Kinder entspricht. Bei längeren Fahrten mit dem Auto sollten daher auch regelmäßige Pausen eingelegt werden, damit euer Baby hin und wieder eine andere Position einnehmen kann und die Wirbelsäule entlastet wird.

Das Baby will nicht sitzen?

Generell ist beim Sitzen lernen keine Eile geboten und solange euer Kind Interesse an seiner Umwelt zeigt sowie seine Motorik nach und nach verbessert, gibt es in der Regel keinen Grund zur Sorge. Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich schnell und das ist auch ganz natürlich. Wichtig ist, dass ihr euer Kind nicht zum Sitzen drängt, denn unter Umständen ist die Rückenmuskulatur noch nicht ausreichend gestärkt. Kann euer Kind allerdings mit 14 Monaten noch nicht aktiv sitzen und zeigt auch keine Ambitionen zu laufen, solltet ihr zur Vorsicht euren Kinderarzt aufsuchen.

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