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Morka,
die weiße Robbe
| Bochum
- Einmal ging Sonja auf den Flohmarkt. Sie war sieben Jahre alt und hatte
abends immer schreckliche Angst und lag lange wach. Sie hatte zwei DM mit.
Zuerst ging sie an allen Ständen vorbei und guckte sich alles genau
an. Sie kaufte ein Comicheft, ein Quartett und ein Puppenkleid. Zum Schluß
hatte Sonja nur noch 50 Pf übrig. Sie ging durch die Stände,
guckte hier hin und dort hin, und plötzlich sah sie etwas. Eine kleine,
weiße Robbe, ganz schmuddelig und dreckig lag sie zwischen vielen
anderen Kuscheltieren, und die Leute eilten achtlos an ihr vorbei. Sofort
ging Sonja auf sie zu. Ihr Herz klopfte , als sie sich dem Preisschildchen
näherte. "Oh bitte", dachte sie, "bitte! Sie darf nicht mehr als 50
Pf kosten." Sie schaute sich um und las, was auf dem Preisschildchen stand:
50 Pf. Erleichtert griff sie in ihr Portemonnaie und bezahlte die kleine,
weiße Robbe. Als sie die Robbe in den Armen hielt, wußte sie,
daß sie einen richtigen Kauf gemacht hatte. Die Robbe war sehr weich,
und am Bauch war sie noch schneeweiß. "Ich werde dich Morka nennen,"
flüsterte Sonja der Robbe zu.
Zu Hause steckte die Mutter
Morka in die Wäschetrommel. Am Abend, nachdem sie gewaschen war, sah
Morka wie neu aus. Sonja nahm sie in die Arme und legte sich ins Bett. |
Nach einiger
Zeit bekam sie wieder Angst. Da hörte sie plötzlich eine Stimme.
Du brauchst keine Angst zu haben. "Komm, ich erzähle dir eine Geschichte."
"Wer bist du ?" fragte Sonja verwundert und ängstlich. "Ich bin es,
Morka." "Morka, Du?" "Ja." antwortete Morka. "Ja ,aber... Wie kommt es,
daß du sprechen kannst?" fragte Sonja. "Jedes Kuscheltier kann sprechen
", antwortete Morka, "denn jedes hat eine Seele. Wenn man sie lieb hat
und sie jeden Tag in den Arm nimmt und mit ihnen kuschelt, sind sie froh,
dann können sie auch sprechen. Aber wenn sie nicht beachtet werden,
verkümmert ihre Seele, und sie verlernen auch das Sprechen wieder.
Ich lag jahrelang auf diesem Stand. Mein ehemaliger Besitzer ist jedesmal
auf dem Flohmarkt gewesen. Nie hat mich jemand gewollt. Aber jetzt bist
du gekommen, und du hattest mich sofort lieb, das habe ich gespürt.
Deshalb spreche ich wieder. Möchtest du nun eine Geschichte hören
?" "Weißt du denn eine ?", fragte Sonja. "Ja ,weißt du denn
nicht, daß wir Kuscheltiere die besten Geschichtenerzähler der
Welt sind? Jedes Kuscheltier weiß mindestens 1000 Geschichten zu
erzählen. Möchtest du die Schönste von ihnen hören?"
fragte Morka. "Ja," anwortete Sonja, und Morka begann zu erzählen.
Es war eine wunderbare, traumhafte Geschichte, und obwohl sie so spannend
war, schlief Sonja mittendrin ein. Von nun an hatte sie nie mehr Angst
und schlief immer sofort ein. Denn sie hatte ja Morka.
n
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DER
MANN IM MOOR
| Es
war der 21. Juli 1954, ein sonniger Montagmorgen, als ich mal wieder früh
von meinem Mitarbeiter geweckt wurde, der stürmisch meine Zimmertür
aufriß und sich dann mit einer Zeitung in der Hand vor mich stellte."
Mrs Lanchaster, wachen sie auf!" " Danke, das bin ich schon," antwortete
ich mürrisch," was gibt es denn so Wichtiges, Mr Parker? Hm?" " Hier,
sehen sie," sagte er außer Atem und hielt mir die Zeitung vor die
Nase, " sehen sie, dieser Artikel dort, "der Mann im Moor", der wird ihnen
bestimmt gefallen, denn er handelt von einem Mord, der noch nicht aufgedeckt
wurde. Also, das ist unser neuer Fall!" " Nun mal langsam junger Mann,
erst einmal würde ich gerne den Artikel lesen, bevor ich meine Meinung
dazu äussere." Ich überflog den Bericht schnell, aber gründlich
und kam dann zu dem Schluß, dass dieser Fall wirklich etwas für
Mr Parker und mich wäre." Ja, ich glaube sie haben recht, diesen Fall
könnten wir zwei bestimmt gut lösen." Ach ja, ich sagte ja noch
gar nicht, worum es in diesem Artikel überhaupt ging. Am gestrigen
Abend wurde in der Nähe von Westminster eine Moorleiche gefunden.
Die Polizei hat den Mann, der getötet wurde, noch nicht identifiziert
und die Mordursache ist auch nicht aufgeklärt. Der angebliche Mord
wurde höchst wahrscheinlich aus Geldsucht begangen. Aber das stand
halt noch nicht fest. " Also worauf warten wir noch, Mrs Lanchaster, lassen
sie uns gleich zum Tatort fahren", drängelte Mr Parker. Wir stiegen
in den alten Rover von mir ein und fuhren die wenigen Kilometer nach Westminster.
Es war nicht sehr weit, weil wir im Zentrum von London wohnten. Als Mr
Parker und ich dort ankamen, war der Fundort schon wieder still und verlassen,
lediglich die Fuß- und Autospuren zeigten uns, dass hier vor kurzer
Zeit noch ein ziemlicher Auflauf gewesen war. Wir untersuchten die Stelle
gründlich und genau, fanden aber keinerlei Anzeichen, wie der Mann
umgebracht wurde. Nach einer Stunde gründlicher Durchsuchung stiegen
wir wieder ins Auto und fuhren die Gegend ab. Rundherum befand sich nur
Wald und das nächste Städtchen war wohl noch etwas weiter entfernt.
Uns fiel nicht das leiseste Bißchen auf, bis wir auf eine "Stadt"
stießen. Es war eine sehr kleine Stadt mit ungefähr fünfzig
bis siebzig Einwohnern. Ich klingelte am nächst gelegensten Haus an
und wartete, bis eine alte und freundliche Frau mir die Tür öffnete.
" Ja, guten Tag, was kann ich für sie tun?" fragte sie freundlich.
" Guten Tag, mein Name ist Paula Lanchester und ich hätte gerne mit
ihnen über den gestrigen Mord gesprochen." antwortete ich, " Ach ja,
das hier ist mein Mitarbeiter Richard Parker." " Na, dann kommen sie erst
einmal herein, es ist zwar schönes Wetter draußen, aber drinnen
ist es doch gemütlicher, finden sie nicht?" Wir gingen also in das
etwas altmodisch eingerichtete Haus und ließen uns von der netten
Dame bedienen. Als sie mit einem Schälchen Knabbereien wieder ins
Wohnzimmer kam, fing sie an, uns zu erzählen, was sie so alles über
den Mord wußte. " Also, hier in diesem kleinen Dörfchen gab
es immer schon kleine Streitereien. Aber in letzter Zeit wurde der Streit
zwischen Mr. Scully und Mr. Moreno immer größer. Es ging um
Schulden, die Mr. Moreno nicht an Mr. Scully bezahlt hatte. Mr Scully gehört
der kleine Laden am Ende der Straße, und Mr. Moreno machte jeden
Tag bei ihm Schulden. Da er keinen Job hatte, hatte er natürlich auch
nie Geld bei sich. Er bekam in diesem kleinen Lädchen alle seine Essensvorräte
und die tägliche Morgenzeitung. Dies ging auch so ein, zwei Jahre
gut, bis Mr. Scully langsam aber sicher pleite ging. Er war ein sehr netter
und freundlicher Mann, aber als ein neuer Mann, Mr Hatfield, zu uns kam
und ebenfalls ein Lädchen eröffnete, wechselten plötzlich
die meisten Kunden von Mr. Scully zu Mr. Hatfield herüber, es hieß
Mr. Scully wäre zu teuer geworden und Mr. Hatfield hätte außerdem
auch noch die bessere Qualität. |
Ich
glaubte den ganzen Schwachsinn nicht, weil ich schon mein ganzes Leben
bei Mr Scully eingekauft hatte. So, nun wieder zu Mr. Moreno, wie ich schon
sagte, machte er jeden Tag mehr und mehr Schulden bei Mr, Scully. Da dieser
aber in hohen Geldschwierigkeiten steckte, mußte er das Geld von
Mr Moreno zurück bekommen. Mr Scully macht Moreno unheimlich viel
Druck, aber wie sollte Mr Moreno das Geld zurück bezahlen, wenn er
selber keines hatte?
Mr Scully wartete noch vier
Monate auf sein Geld, aber er bekam es nicht. Langsam fing Mr Scully schon
an, von Selbstmord oder solchem Zeug zu sprechen. Wie man sieht, war für
ihn also seine Situation aussichtslos. Er gab Mr. Moreno immer noch ab
und zu seine Reste der Woche, aber mehr auch nicht. Irgendwann hörte
er auf, über Selbstmord und ähnliches zu reden und fing damit
an, über den Mord an Mr Moreno zu sprechen. Er malte sich die schrecklichsten
Bilder dazu aus, und er stritt ständig mit ihm, er verscheuchte ihn
aus seinem Laden und wollte das Lädchen sogar schon schließen.
Davon konnten meine Freundinnen und ich ihn aber immer wieder abbringen.
Gestern morgen wurde der Streit wieder schlimmer und Scully brüllte
Moreno nur noch an und drohte ihm sogar damit, ihn im Moor ersticken zu
lassen. Wie es weiter ging, wissen sie ja bereits aus der Zeitung und für
uns alle hier im Städtchen ist es ganz klar, dass Scully Moreno im
Moor umgebracht hat." " Danke schön, sie haben uns sehr viel bei unseren
Ermittlungen geholfen, könnten sie mir trotzdem noch eine Frage beantworten?
Wissen sie zufällig, wo Mr Scully im Moment steckt?" " Oh, ja, das
kann ich ihnen sagen. Er sitzt in seinem Lädchen einsam und verlassen
und bringt keinen Ton mehr aus sich heraus. Aber sie können es ja
versuchen. Viel Glück!" Wir verabschiedeten uns noch von der Dame
und gingen dann die Straße entlang zum Lädchen. " Was sagst
Du zu der Geschichte?" fragte mich Mr Parker. " Ich weiß nicht recht.
Aber irgendwie kommt mir das Ganze ziemlich spanisch vor. Ich glaube kaum,
dass Mr Scully Moreno umgebracht hat. Ich würde da eher auf etwas
anderes tippen." Antwortete ich geheimnisvoll. " und auf was?" wollte Mr
Parker neugierig wissen. " Das möchte ich noch nicht sagen, aber ich
glaube, dass ich mit dieser Theorie recht habe." Zum Glück waren wir
bei dem Lädchen angekommen, und Mr Parker konnte mir keine weiteren
Fragen mehr stellen. Ich öffnete die Tür und trat ein. " Mr Scully,
sind sie da? Ich würde sie gerne etwas zu dem gestrigen Mord fragen."
Ich hörte Schritte, und dann kam Mr Scully hinter dem Tresen hervor
getreten. " Guten Tag, ich habe nicht viel dazu zu sagen, nur, dass ich
Moreno nicht umgebracht habe. Er hat sich selbst getötet, dass hat
er mir kurz bevor er zum Moor gefahren ist, erzählt und danach kam
er nicht mehr wieder. Reicht ihnen das? Kann ich jetzt wieder gehen?" "
Warten sie bitte noch einen Augenblick, sagen sie, können sie das
bezeugen?" " Klar ," antwortete er mürrisch, " Ein paar alte Frauen
waren hier, als er das erzählte. Sie haben ebenfalls alles mitbekommen."
"Aha, war da auch die alte Frau bei, die am Anfang der Straße wohnt?"
" Roslie? Nein, die nicht, sie mußte noch kurz zu Hause aufräumen,
aber das können wir alle bestätigen." Wir bedankten uns noch
und fuhren zu Roslie. Wir fragten sie eindringlich, wo sie zu der Tatzeit
war. "Ich war spazieren!" "Und wo?" "Im Moor?" antwortete sie und reagierte
sofort mit großem Entsetzen. "Im Moor? Haben sie auch Moreno gesehen?
Wo war er, was hat er gemacht? Wo war Scully?" Roslie brach in Tränen
aus und gestand, daß sie Moreno am Rande des Moores stehen gesehen
hatte. Sie hat sich angeschlichen und ihn ins Moor gestoßen. "Daraufhin
bin ich in seine Wohnung gefahren und habe sie durchsucht. Ich wußte,
daß er nicht so arm war, nein er war reich und spielte nur den Bettler.
Vor langer Zeit hat er mir mal erzählt, daß er eine Erbschaft
gemacht hat und sie in seiner Wohnung versteckt hat. Ich habe alles durchsucht
und gefunden habe ich nur diese blöden Briefmarken." Sie zeigte uns
ein dünnes Briefmarkenalbum, aber Mr. Parker wurde ganz blaß,
als er es genauer betrachtete. "Die sind wirklich ein Vermögen wert."
Nur das half weder Mr. Moreno noch Roslie, denn sie wurde sofort von der
Polizei verhaftet. Die beste Jounalistin hatte mal wieder einen Fall für
die Polizei gelöst.
chr
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Die
Burgspürnasen von Constanze
Überraschung am Samstagabend
Es war am Samstagabend.
Die Lottozahlen wurden bekannt gegeben. Ron saß gerade am Computer
und war in ein Detektivspiel vertieft, während seine Mutter in einen
Krimi vertieft war. Plötzlich wurde die Abendliche Ruhe durch einen
lauten Schrei unterbrochen:„Ron, Lisa, das werdet ihr nicht glauben, ich
habe gewonnen, ich habe wirklich gewonnen!" "Bitte ???!" "Was ?!? Wieviel?!?
Wo?!?", war das einzige was Ron und seine Mutter hervor brachten. "Ich
habe 20 Millionen DM im Lotto gewonnen." Rons Papa war immer noch ganz
aufgeregt.
In dieser guten Stimmung
konnte natürlich keiner richtig schlafen. Aus diesem Grund legte Mama
einen Disneyfilm ein den sie sich anguckten. Endlich sagte Mama zu Ron:
"Jetzt ist gleich elf Uhr durch. Mach, dass du schnell ins Bett kommst."
Nach einer viertel Stunde
war Ron endlich soweit und machte sich auf den Weg ins Bett. In dieser
Nacht träumte er wirres Zeug von irgendwelchen fliegenden Geldscheinen
die ihn und seine Eltern auf einen fliegenden Teppich hoben und zu einem
anderen Ort brachten.
Am nächsten Morgen überhörte
er den Wecker und schlief bis zehn Uhr durch. Als er endlich fertig angezogen
in der Küche auftauchte waren seine Eltern mit dem Frühstücken
fast fertig und wollten gerade anfangen den Tisch abzuräumen, da entdeckte
Papa Ron in der Küchentür. Ron bemerkte, dass sein Vater ihm
etwas wichtiges erzählen wollte. "Sag mal, Ron, wie findest du eigentlich
die Burg Drachenauge ?" "Warum?" fragte Ron. "Weil Papa und ich überlegt
haben diese Burg aufzukaufen. Wir könnten sie mit Hilfe von Mamis
und meinen Geschwistern ausbauen."
"Aber die Wohnung hier ist
doch sehr groß und ich fühle mich hier sehr wohl, außerdem
habe ich hier meine Freunde."
„Das weiß ich doch,
aber du weißt, dass Mami und ich schon seit langem die Burg Drachenauge
kaufen wollen und wir aber noch nicht genug Geld hatten." „Dann willst
du also deinen gesamten Gewinn für die Burg ausgeben?", fragte Ron
ziemlich erstaunt. „Nicht ganz", antwortete Mama.
„Obwohl eine ganze Menge
dabei drauf gehen wird", fuhr sie fort. „Kann ich denn dann noch auf meine
alte Schule gehen?" Ron war nun doch interessiert ob er bei seinen Freunden
bleiben konnte.
„Leider nicht, aber du kannst
Cem und Jens ja mal einladen oder überhaupt mit ihnen in Verbindung
bleiben." „Schade", maulte Ron. Er ging in sein Zimmer und schaltete den
Computer an. Dann legte Ron eine CD-Rom ein und fing an zu spielen. Doch
heute war nicht wie sonst bei der Sache. Seine Gedanken schweiften immer
wieder zu der Burg Drachenauge ab und außerdem hatte er keine Ahnung
wie er seinen Freunden erklären sollte, dass er mit seinen Eltern
in die Burg Drachenauge ziehen würde. Er ahnte nicht, dass es später
auf der Burg sehr spannend werden sollte.
Der Umzug
„Ron wir sind jetzt weg!"
„Hmmmh", kam die Antwort. Seine Eltern wollten zu irgendeinem komischen
Notar; sie wollten den Vertrag für den Umzug auf die Burg klarstellen.
Ron war in den letzten Tagen öfter als sonst bei Cem und Jens gewesen.
Auch die beiden waren traurig, dass Ron wegzog. Rons Papa hatte den Computer
seines Sohnes schon in seine ursprüngliche Kiste verpackt. Also nahm
Ron sich ein Buch und las. Als seine Eltern wiederkamen gab es Abendessen
und Ron erfuhr, dass sie in den Sommerferien anfangen würden die Burg
auszubauen.
Die Sommerferien brachen
an. Rons Eltern hatten inzwischen Geschwister und Freunde gebeten ihnen
beim Ausbau der Burg zu helfen. Am 23. Juni kamen morgens um 10 Uhr die
Helfer zur Burg und alle fingen an die Burg zu renovieren. Sogar Jens‘
Eltern hatten sich bereit erklärt zu helfen.
Cems Eltern konnten nicht
mithelfen, denn sie waren in die Türkei geflogen und Cem hatte es
sich nicht entgehen lassen seine Großeltern und Cousinen und Cousins
zu sehen. Mittags gab es ein ausführliches Picknick und alle stärkten
sich, um um 13 Uhr weiterarbeiten zu können. Ron und Jens guckten
sich an was schon alles bearbeitet worden war. An dem Wohnzimmer arbeiteten
die meisten Leute, aber auch in der Küche und den Badezimmern (es
sollten drei werden) mangelte es nicht an Leuten. "Ron, Jens, habt ihr
Lust Matze zu helfen das Kinderzimmer zu machen ?", rief Rons Mutter sie
von hinten zurück. „Aber klar", antworteten die beiden Jungen, die
darauf aus waren endlich den alten Rittersaal betreten zu können.
So ging die Arbeit an der Burg Drachenauge die ganzen Ferien weiter und
am Ende der Ferien musste die Burg nur noch bezogen werden.
„Ron gib mir mal den Karton
mit deinem Kleinkram", ächtzend schleppte Rons Papa eine Kiste mit
Bürosachen in den Umzugswagen. Ron lief in die Wohnung und holte die
Kiste mit kleinen Kuscheltieren, Ü-Eifiguren und noch allerlei Kleinkrams.
Die Koffer mit der Kleidung und die Kisten mit den Fotoalben hatte Mami
schon mit dem Auto zur Burg gebracht. Als sie jetzt wiederkam, nahm sie
die restlichen Sachen mit. Ron lief noch einmal ins Haus um sich zu vergewissern,
dass er auch wirklich nichts vergessen hatte. Als er nichts mehr entdeckte,
stieg er ins Auto und dann ging es los.
„Endlich!", rief Ron aus
als sie endlich angekommen waren. „Jaaaah... länger hätte ich
es im Auto auch nicht mehr ausgehalten", gähnte Mama. "So", begann
Papa feierlich „das ist also unser neues Heim!" „Ja, ich weiß nicht
warum, aber irgendwie freue ich mich jetzt auch, dass wir hier sind", sagte
Ron.
Die ersten Tage
Ron war sehr aufgeregt.
Morgen würden die großen Ferien zu Ende sein und er würde
in die neue, fremde Schule gehen. Den Abend davor konnte er kaum still
sitzen vor Aufregung. „Nun sitz doch mal still, sonst wirfst...", fing
Mama an, da passierte es: Ron stieß mit dem Arm gegen sein Glas und
stieß es um. „Tschuldigung", murmelte er. „Ron, ich verstehe, dass
du aufgeregt bist, aber das ist noch lange kein Grund Zappelphillipp zu
spielen.", sagte Papa. „Ja, aber ich bin zu aufgeregt." „Verstehe. Am besten
gehst du gleich in die Falle", seufzte Mama. Ron lag im Bett, aber er wusste,
dass er in dieser Nacht wohl wenig Schlaf finden würde.
„Ron, du musst jetzt aufstehen,
sonst kommst du am ersten Tag zu spät zur Schule." „Was denn, schon
?", gähnte Ron schlaftrunken. Obwohl Ron noch so aufgeregt war, hatte
er in dieser Nacht doch wohl lange geschlafen. Ron frühstückte
schnell, zog sich an und dann startete Mama das Auto. Als sie angekommen
waren, gingen sie durch einen Flur und hielten vor dem Lehrerzimmer. Ron
klopfte und öffnete die Tür. „Guten Morgen", sagte Mama und eine
Frau, die wohl die Direktorin war, begrüßte sie ebenfalls freundlich.
„Bist du Ron? Ich freue mich dich kennenzulernen", sagte die Frau. „Ich
bin übrigens Frau Klinkmann", fuhr sie fort. „Ich freue mich ebenfalls
sie kennenzulernen", sagte Mama. Ron fragte sie allmählich, wann er
denn zum Unterricht müsste, da kam auch schon, als ob Frau Klinkmann
Gedanken lesen könnte, die Antwort: „Du gehst mit Frau Leinert bittein
die Klasse 6 a." Ron folgte Frau Leinert durch die Flure der Schule bis
zu Raum 38 e und Frau Leinert öffnete die Tür.
Ron saß auf einem Stuhl
in einem Stuhlkreis. Er fragte sich gerade warum er diese ganzen Fragen
über den Umzug und das ganze Zeug eigentlich erzählte, da sagte
Frau Leinert endlich: „So, nun habt ihr Ron aber genug mit Fragen bombardiert."
Es klingelte zur Pause, doch das half Ron nicht viel, denn die anderen
Jungen und auch manche Mädchen umringten ihn.
Neue Freunde
Als die neuen Klassenkameraden
Rons sich endlich entfernt hatten, blieb ein einziger Junge noch stehen
der ihn ansprach. „Sag mal Ron.. eh... wollen wir Freunde werden, ich kann
dir die Stadt heute zeigen, wenn du willst?" „Gerne, du bist Olaf nicht
war?" während Ron diese Frage stellte, nickte Olaf eifrig mit dem
Kopf.
Am Nachmittag gingen Olaf
und Ron in die Innenstadt und Olaf erklärte ihm die Buslinien die
zur Schule fuhren und noch andere wichtigen Sachen. Abends kamen sie gegen
viertel vor sieben zur Burg zurück. Die beiden verabschiedeten sich
um sieben Uhr und vereinbarten, dass Olaf Ron am nächsten Morgen zur
Schule abholen sollte.
Am nächsten Morgen klingelte
Olaf bei Ron an der Tür. Er hatte sein Fahrrad mit dabei. „Hey, Ron,
hast du ein Rad?" „Klar habe ich eins!" Ron zog seine Weste über sein
T-Shirt während seine Mutter das Rad aus dem Schuppen holte.
Als Olaf und Ron in die
Klasse kamen, herrschte das übliche Gewühle, aber heute ging
es noch turbulenter zu als sonst. Olaf fand die Ursache, denn an der Tafel
stand in großen Buchstaben:
JONATHAN LIEBT LOUISA
Ron setzte sich neben Olaf auf
seinen Platz. Als Frau Leinert in die Klasse kam, las sie den Text durch
und sah dann mit strengem Ge- sicht in die Klasse. „Wer hat das geschrieben?".
Keiner meldete sich. „Also, egal wer das geschrieben hat, ich hoffe, dass
diese Person es nicht noch einmal tut." Ron wusste, wer das geschrieben
hatte, aber er wollte nicht petzten. „Wer ist eigentlich Louisa?", fragte
Ron seinen Freund. „Louisa ist aus der anderen Klasse, aus der 6c.", flüsterte
Olaf .
Ron lag auf dem Fußboden
in seinem Zimmer und schrieb die letzten Sätze in sein Deutschheft.
Da klingelte es. Ron lief in die Eingangs- halle um die Tür zu öffnen,
aber das hatte seine Mutter schon erledigt. Olaf und Ron liefen die Wendeltreppe
zum Rittersaal (Rons Zimmer). Dort angekommen gab Olaf Ron einen Zeitungsausschnitt.
Ron las laut vor:
"Bankraub und Entführung,
Gestern Abend wurde gegen
17.10 Uhr die Bundesbank am Landring 6 überfallen. Der Täter
knackte 24 Schließfächer und ließ rund 12 Millionen DM
mitgehen. Die Bankangestellten waren gerade in der Mittagspause. Die Polizei
verfolgte den maskierten Täter, der jedoch entkam. Um ungefähr
17.10 Uhr ging die 11-jährige Louisa Tewes aus dem Haus ihrer Großmutter,
um nach Hause zu gehen. Dort kam sie aber nicht an. Die Polizei schließt
ein Verbrechen nicht aus. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder
Detektiv Holzauge (0243 126783) entgegen".
„Sagtest du nicht, dass Louisa
in der Parallelklasse ist?" „Ja, ist sie. Der arme Jonathan der tut mir
leid, denn der liest auch oft Zeitung und ich meine sogar die gleiche wie
wir." „Wieso, gibt es verschiedene?", fragte Ron. „Ja, es gibt mehrere
Zeitungen, frag mich aber nicht wie sie alle heißen." „Sollen wir
nicht zu Dina gehen?", fragte Ron nach kurzer Zeit. „Wer ist Dina?" „Dina
ist meine Cousine und wohnt.." „Was willst du denn bei ihr?", fragte Olaf.
„Ich will sie fragen, ob sie uns bei der Aufklärung von dem Fall Louisa
hilft. Wir übernehmen doch den Fall, oder?" „Klar, Jonathan wird uns
ewig dankbar sein." Olaf machte eine Verbeugung und sagte mit verliebter
und ein wenig übertriebener Stimme zu einer unsichtbaren Louisa: „Ach,
Louisa, ich bin ja so froh, dass Ron und Olaf mit Dina dich gerettet haben.
„Hast du es noch ‘ne Nummer kleiner?", fragte Ron belustigt. Die beiden
fuhren mit ihren Rädern zu Dina. Auch sie hatte es gelesen und war
sofort dabei.
Am nächsten Morgen
riefen die drei bei Detektiv Holzauge an. „Guten Morgen", meldete sich
Olaf, „hier ist Olaf Wolfermann, neben mir stehen meine zwei Freunde und
wir wollen ihnen bei der Aufklärung des Falles Bankraub und Entführung
helfen." Aus dem Hörer drangen unverständliche Wörter und
dann legte Olaf das Telefon wieder in den Ständer. „Und was hat er
gesagt?", fragte Dina. „Also, er hat gesagt, dass er jede Hilfe gebrauchen
kann", erzählte Olaf seinen Freunden.
Der geheimnisvolle Schuppen
Es war Spätnachmittag,
und Ron war auf dem Weg zu Dina. Plötzlich sah er einen Mann der ein
Mädchen aus einem Auto zerrte. ,Das muss Louisa sein‘ schoss es ihm
durch den Kopf. Er rief bei Dina an und sagte ihr, dass er nicht kommen
würde weil er eine Spur hätte und versprach ihr morgen alles
zu erzählen. Jetzt war der Mann schon ein ganzes Stück weit weg
und Ron tr |