hier schreibe ich!
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    Morka, die weiße Robbe
Bochum - Einmal ging Sonja auf den Flohmarkt. Sie war sieben Jahre alt und hatte abends immer schreckliche Angst und lag lange wach. Sie hatte zwei DM mit. Zuerst ging sie an allen Ständen vorbei und guckte sich alles genau an. Sie kaufte ein Comicheft, ein Quartett und ein Puppenkleid. Zum Schluß hatte Sonja nur noch 50 Pf übrig. Sie ging durch die Stände, guckte hier hin und dort hin, und plötzlich sah sie etwas. Eine kleine, weiße Robbe, ganz schmuddelig und dreckig lag sie zwischen vielen anderen Kuscheltieren, und die Leute eilten achtlos an ihr vorbei. Sofort ging Sonja auf sie zu. Ihr Herz klopfte , als sie sich dem Preisschildchen näherte. "Oh bitte", dachte sie, "bitte! Sie darf nicht mehr als 50 Pf kosten." Sie schaute sich um und las, was auf dem Preisschildchen stand: 50 Pf. Erleichtert griff sie in ihr Portemonnaie und bezahlte die kleine, weiße Robbe. Als sie die Robbe in den Armen hielt, wußte sie, daß sie einen richtigen Kauf gemacht hatte. Die Robbe war sehr weich, und am Bauch war sie noch schneeweiß. "Ich werde dich Morka nennen," flüsterte Sonja der Robbe zu. 

Zu Hause steckte die Mutter Morka in die Wäschetrommel. Am Abend, nachdem sie gewaschen war, sah Morka wie neu aus. Sonja nahm sie in die Arme und legte sich ins Bett. 

Nach einiger Zeit bekam sie wieder Angst. Da hörte sie plötzlich eine Stimme. Du brauchst keine Angst zu haben. "Komm, ich erzähle dir eine Geschichte." "Wer bist du ?" fragte Sonja verwundert und ängstlich. "Ich bin es, Morka." "Morka, Du?" "Ja." antwortete Morka. "Ja ,aber... Wie kommt es, daß du sprechen kannst?" fragte Sonja. "Jedes Kuscheltier kann sprechen ", antwortete Morka, "denn jedes hat eine Seele. Wenn man sie lieb hat und sie jeden Tag in den Arm nimmt und mit ihnen kuschelt, sind sie froh, dann können sie auch sprechen. Aber wenn sie nicht beachtet werden, verkümmert ihre Seele, und sie verlernen auch das Sprechen wieder. Ich lag jahrelang auf diesem Stand. Mein ehemaliger Besitzer ist jedesmal auf dem Flohmarkt gewesen. Nie hat mich jemand gewollt. Aber jetzt bist du gekommen, und du hattest mich sofort lieb, das habe ich gespürt. Deshalb spreche ich wieder. Möchtest du nun eine Geschichte hören ?" "Weißt du denn eine ?", fragte Sonja. "Ja ,weißt du denn nicht, daß wir Kuscheltiere die besten Geschichtenerzähler der Welt sind? Jedes Kuscheltier weiß mindestens 1000 Geschichten zu erzählen. Möchtest du die Schönste von ihnen hören?" fragte Morka. "Ja," anwortete Sonja, und Morka begann zu erzählen. Es war eine wunderbare, traumhafte Geschichte, und obwohl sie so spannend war, schlief Sonja mittendrin ein. Von nun an hatte sie nie mehr Angst und schlief immer sofort ein. Denn sie hatte ja Morka. 
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DER MANN IM MOOR
Es war der 21. Juli 1954, ein sonniger Montagmorgen, als ich mal wieder früh von meinem Mitarbeiter geweckt wurde, der stürmisch meine Zimmertür aufriß und sich dann mit einer Zeitung in der Hand vor mich stellte." Mrs Lanchaster, wachen sie auf!" " Danke, das bin ich schon," antwortete ich mürrisch," was gibt es denn so Wichtiges, Mr Parker? Hm?" " Hier, sehen sie," sagte er außer Atem und hielt mir die Zeitung vor die Nase, " sehen sie, dieser Artikel dort, "der Mann im Moor", der wird ihnen bestimmt gefallen, denn er handelt von einem Mord, der noch nicht aufgedeckt wurde. Also, das ist unser neuer Fall!" " Nun mal langsam junger Mann, erst einmal würde ich gerne den Artikel lesen, bevor ich meine Meinung dazu äussere." Ich überflog den Bericht schnell, aber gründlich und kam dann zu dem Schluß, dass dieser Fall wirklich etwas für Mr Parker und mich wäre." Ja, ich glaube sie haben recht, diesen Fall könnten wir zwei bestimmt gut lösen." Ach ja, ich sagte ja noch gar nicht, worum es in diesem Artikel überhaupt ging. Am gestrigen Abend wurde in der Nähe von Westminster eine Moorleiche gefunden. Die Polizei hat den Mann, der getötet wurde, noch nicht identifiziert und die Mordursache ist auch nicht aufgeklärt. Der angebliche Mord wurde höchst wahrscheinlich aus Geldsucht begangen. Aber das stand halt noch nicht fest. " Also worauf warten wir noch, Mrs Lanchaster, lassen sie uns gleich zum Tatort fahren", drängelte Mr Parker. Wir stiegen in den alten Rover von mir ein und fuhren die wenigen Kilometer nach Westminster. Es war nicht sehr weit, weil wir im Zentrum von London wohnten. Als Mr Parker und ich dort ankamen, war der Fundort schon wieder still und verlassen, lediglich die Fuß- und Autospuren zeigten uns, dass hier vor kurzer Zeit noch ein ziemlicher Auflauf gewesen war. Wir untersuchten die Stelle gründlich und genau, fanden aber keinerlei Anzeichen, wie der Mann umgebracht wurde. Nach einer Stunde gründlicher Durchsuchung stiegen wir wieder ins Auto und fuhren die Gegend ab. Rundherum befand sich nur Wald und das nächste Städtchen war wohl noch etwas weiter entfernt. Uns fiel nicht das leiseste Bißchen auf, bis wir auf eine "Stadt" stießen. Es war eine sehr kleine Stadt mit ungefähr fünfzig bis siebzig Einwohnern. Ich klingelte am nächst gelegensten Haus an und wartete, bis eine alte und freundliche Frau mir die Tür öffnete. " Ja, guten Tag, was kann ich für sie tun?" fragte sie freundlich. " Guten Tag, mein Name ist Paula Lanchester und ich hätte gerne mit ihnen über den gestrigen Mord gesprochen." antwortete ich, " Ach ja, das hier ist mein Mitarbeiter Richard Parker." " Na, dann kommen sie erst einmal herein, es ist zwar schönes Wetter draußen, aber drinnen ist es doch gemütlicher, finden sie nicht?" Wir gingen also in das etwas altmodisch eingerichtete Haus und ließen uns von der netten Dame bedienen. Als sie mit einem Schälchen Knabbereien wieder ins Wohnzimmer kam, fing sie an, uns zu erzählen, was sie so alles über den Mord wußte. " Also, hier in diesem kleinen Dörfchen gab es immer schon kleine Streitereien. Aber in letzter Zeit wurde der Streit zwischen Mr. Scully und Mr. Moreno immer größer. Es ging um Schulden, die Mr. Moreno nicht an Mr. Scully bezahlt hatte. Mr Scully gehört der kleine Laden am Ende der Straße, und Mr. Moreno machte jeden Tag bei ihm Schulden. Da er keinen Job hatte, hatte er natürlich auch nie Geld bei sich. Er bekam in diesem kleinen Lädchen alle seine Essensvorräte und die tägliche Morgenzeitung. Dies ging auch so ein, zwei Jahre gut, bis Mr. Scully langsam aber sicher pleite ging. Er war ein sehr netter und freundlicher Mann, aber als ein neuer Mann, Mr Hatfield, zu uns kam und ebenfalls ein Lädchen eröffnete, wechselten plötzlich die meisten Kunden von Mr. Scully zu Mr. Hatfield herüber, es hieß Mr. Scully wäre zu teuer geworden und Mr. Hatfield hätte außerdem auch noch die bessere Qualität.  Ich glaubte den ganzen Schwachsinn nicht, weil ich schon mein ganzes Leben bei Mr Scully eingekauft hatte. So, nun wieder zu Mr. Moreno, wie ich schon sagte, machte er jeden Tag mehr und mehr Schulden bei Mr, Scully. Da dieser aber in hohen Geldschwierigkeiten steckte, mußte er das Geld von Mr Moreno zurück bekommen. Mr Scully macht Moreno unheimlich viel Druck, aber wie sollte Mr Moreno das Geld zurück bezahlen, wenn er selber keines hatte? 
Mr Scully wartete noch vier Monate auf sein Geld, aber er bekam es nicht. Langsam fing Mr Scully schon an, von Selbstmord oder solchem Zeug zu sprechen. Wie man sieht, war für ihn also seine Situation aussichtslos. Er gab Mr. Moreno immer noch ab und zu seine Reste der Woche, aber mehr auch nicht. Irgendwann hörte er auf, über Selbstmord und ähnliches zu reden und fing damit an, über den Mord an Mr Moreno zu sprechen. Er malte sich die schrecklichsten Bilder dazu aus, und er stritt ständig mit ihm, er verscheuchte ihn aus seinem Laden und wollte das Lädchen sogar schon schließen. Davon konnten meine Freundinnen und ich ihn aber immer wieder abbringen. Gestern morgen wurde der Streit wieder schlimmer und Scully brüllte Moreno nur noch an und drohte ihm sogar damit, ihn im Moor ersticken zu lassen. Wie es weiter ging, wissen sie ja bereits aus der Zeitung und für uns alle hier im Städtchen ist es ganz klar, dass Scully Moreno im Moor umgebracht hat." " Danke schön, sie haben uns sehr viel bei unseren Ermittlungen geholfen, könnten sie mir trotzdem noch eine Frage beantworten? Wissen sie zufällig, wo Mr Scully im Moment steckt?" " Oh, ja, das kann ich ihnen sagen. Er sitzt in seinem Lädchen einsam und verlassen und bringt keinen Ton mehr aus sich heraus. Aber sie können es ja versuchen. Viel Glück!" Wir verabschiedeten uns noch von der Dame und gingen dann die Straße entlang zum Lädchen. " Was sagst Du zu der Geschichte?" fragte mich Mr Parker. " Ich weiß nicht recht. Aber irgendwie kommt mir das Ganze ziemlich spanisch vor. Ich glaube kaum, dass Mr Scully Moreno umgebracht hat. Ich würde da eher auf etwas anderes tippen." Antwortete ich geheimnisvoll. " und auf was?" wollte Mr Parker neugierig wissen. " Das möchte ich noch nicht sagen, aber ich glaube, dass ich mit dieser Theorie recht habe." Zum Glück waren wir bei dem Lädchen angekommen, und Mr Parker konnte mir keine weiteren Fragen mehr stellen. Ich öffnete die Tür und trat ein. " Mr Scully, sind sie da? Ich würde sie gerne etwas zu dem gestrigen Mord fragen." Ich hörte Schritte, und dann kam Mr Scully hinter dem Tresen hervor getreten. " Guten Tag, ich habe nicht viel dazu zu sagen, nur, dass ich Moreno nicht umgebracht habe. Er hat sich selbst getötet, dass hat er mir kurz bevor er zum Moor gefahren ist, erzählt und danach kam er nicht mehr wieder. Reicht ihnen das? Kann ich jetzt wieder gehen?" " Warten sie bitte noch einen Augenblick, sagen sie, können sie das bezeugen?" " Klar ," antwortete er mürrisch, " Ein paar alte Frauen waren hier, als er das erzählte. Sie haben ebenfalls alles mitbekommen." "Aha, war da auch die alte Frau bei, die am Anfang der Straße wohnt?" " Roslie? Nein, die nicht, sie mußte noch kurz zu Hause aufräumen, aber das können wir alle bestätigen." Wir bedankten uns noch und fuhren zu Roslie. Wir fragten sie eindringlich, wo sie zu der Tatzeit war. "Ich war spazieren!" "Und wo?" "Im Moor?" antwortete sie und reagierte sofort mit großem Entsetzen. "Im Moor? Haben sie auch Moreno gesehen? Wo war er, was hat er gemacht? Wo war Scully?" Roslie brach in Tränen aus und gestand, daß sie Moreno am Rande des Moores stehen gesehen hatte. Sie hat sich angeschlichen und ihn ins Moor gestoßen. "Daraufhin bin ich in seine Wohnung gefahren und habe sie durchsucht. Ich wußte, daß er nicht so arm war, nein er war reich und spielte nur den Bettler. Vor langer Zeit hat er mir mal erzählt, daß er eine Erbschaft gemacht hat und sie in seiner Wohnung versteckt hat. Ich habe alles durchsucht und gefunden habe ich nur diese blöden Briefmarken." Sie zeigte uns ein dünnes Briefmarkenalbum, aber Mr. Parker wurde ganz blaß, als er es genauer betrachtete. "Die sind wirklich ein Vermögen wert." Nur das half weder Mr. Moreno noch Roslie, denn sie wurde sofort von der Polizei verhaftet. Die beste Jounalistin hatte mal wieder einen Fall für die Polizei gelöst.
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Die Burgspürnasen von Constanze

Überraschung am Samstagabend
Es war am Samstagabend. Die Lottozahlen wurden bekannt gegeben. Ron saß gerade am Computer und war in ein Detektivspiel vertieft, während seine Mutter in einen Krimi vertieft war. Plötzlich wurde die Abendliche Ruhe durch einen lauten Schrei unterbrochen:„Ron, Lisa, das werdet ihr nicht glauben, ich habe gewonnen, ich habe wirklich gewonnen!" "Bitte ???!" "Was ?!? Wieviel?!? Wo?!?", war das einzige was Ron und seine Mutter hervor brachten. "Ich habe 20 Millionen DM im Lotto gewonnen." Rons Papa war immer noch ganz aufgeregt.

In dieser guten Stimmung konnte natürlich keiner richtig schlafen. Aus diesem Grund legte Mama einen Disneyfilm ein den sie sich anguckten. Endlich sagte Mama zu Ron: "Jetzt ist gleich elf Uhr durch. Mach, dass du schnell ins Bett kommst."
Nach einer viertel Stunde war Ron endlich soweit und machte sich auf den Weg ins Bett. In dieser Nacht träumte er wirres Zeug von irgendwelchen fliegenden Geldscheinen die ihn und seine Eltern auf einen fliegenden Teppich hoben und zu einem anderen Ort brachten.

Am nächsten Morgen überhörte er den Wecker und schlief bis zehn Uhr durch. Als er endlich fertig angezogen in der Küche auftauchte waren seine Eltern mit dem Frühstücken fast fertig und wollten gerade anfangen den Tisch abzuräumen, da entdeckte Papa Ron in der Küchentür. Ron bemerkte, dass sein Vater ihm etwas wichtiges erzählen wollte. "Sag mal, Ron, wie findest du eigentlich die Burg Drachenauge ?" "Warum?" fragte Ron. "Weil Papa und ich überlegt haben diese Burg aufzukaufen. Wir könnten sie mit Hilfe von Mamis und meinen Geschwistern ausbauen."
"Aber die Wohnung hier ist doch sehr groß und ich fühle mich hier sehr wohl, außerdem habe ich hier meine Freunde."

„Das weiß ich doch, aber du weißt, dass Mami und ich schon seit langem die Burg Drachenauge kaufen wollen und wir aber noch nicht genug Geld hatten." „Dann willst du also deinen gesamten Gewinn für die Burg ausgeben?", fragte Ron ziemlich erstaunt. „Nicht ganz", antwortete Mama.
„Obwohl eine ganze Menge dabei drauf gehen wird", fuhr sie fort. „Kann ich denn dann noch auf meine alte Schule gehen?" Ron war nun doch interessiert ob er bei seinen Freunden bleiben konnte. 

„Leider nicht, aber du kannst Cem und Jens ja mal einladen oder überhaupt mit ihnen in Verbindung bleiben." „Schade", maulte Ron. Er ging in sein Zimmer und schaltete den Computer an. Dann legte Ron eine CD-Rom ein und fing an zu spielen. Doch heute war nicht wie sonst bei der Sache. Seine Gedanken schweiften immer wieder zu der Burg Drachenauge ab und außerdem hatte er keine Ahnung wie er seinen Freunden erklären sollte, dass er mit seinen Eltern in die Burg Drachenauge ziehen würde. Er ahnte nicht, dass es später auf der Burg sehr spannend werden sollte.

Der Umzug
„Ron wir sind jetzt weg!" „Hmmmh", kam die Antwort. Seine Eltern wollten zu irgendeinem komischen Notar; sie wollten den Vertrag für den Umzug auf die Burg klarstellen. Ron war in den letzten Tagen öfter als sonst bei Cem und Jens gewesen. Auch die beiden waren traurig, dass Ron wegzog. Rons Papa hatte den Computer seines Sohnes schon in seine ursprüngliche Kiste verpackt. Also nahm Ron sich ein Buch und las. Als seine Eltern wiederkamen gab es Abendessen und Ron erfuhr, dass sie in den Sommerferien anfangen würden die Burg auszubauen. 
Die Sommerferien brachen an. Rons Eltern hatten inzwischen Geschwister und Freunde gebeten ihnen beim Ausbau der Burg zu helfen. Am 23. Juni kamen morgens um 10 Uhr die Helfer zur Burg und alle fingen an die Burg zu renovieren. Sogar Jens‘ Eltern hatten sich bereit erklärt zu helfen. 

Cems Eltern konnten nicht mithelfen, denn sie waren in die Türkei geflogen und Cem hatte es sich nicht entgehen lassen seine Großeltern und Cousinen und Cousins zu sehen. Mittags gab es ein ausführliches Picknick und alle stärkten sich, um um 13 Uhr weiterarbeiten zu können. Ron und Jens guckten sich an was schon alles bearbeitet worden war. An dem Wohnzimmer arbeiteten die meisten Leute, aber auch in der Küche und den Badezimmern (es sollten drei werden) mangelte es nicht an Leuten. "Ron, Jens, habt ihr Lust Matze zu helfen das Kinderzimmer zu machen ?", rief Rons Mutter sie von hinten zurück. „Aber klar", antworteten die beiden Jungen, die darauf aus waren endlich den alten Rittersaal betreten zu können. So ging die Arbeit an der Burg Drachenauge die ganzen Ferien weiter und am Ende der Ferien musste die Burg nur noch bezogen werden.

„Ron gib mir mal den Karton mit deinem Kleinkram", ächtzend schleppte Rons Papa eine Kiste mit Bürosachen in den Umzugswagen. Ron lief in die Wohnung und holte die Kiste mit kleinen Kuscheltieren, Ü-Eifiguren und noch allerlei Kleinkrams. Die Koffer mit der Kleidung und die Kisten mit den Fotoalben hatte Mami schon mit dem Auto zur Burg gebracht. Als sie jetzt wiederkam, nahm sie die restlichen Sachen mit. Ron lief noch einmal ins Haus um sich zu vergewissern, dass er auch wirklich nichts vergessen hatte. Als er nichts mehr entdeckte, stieg er ins Auto und dann ging es los. 

„Endlich!", rief Ron aus als sie endlich angekommen waren. „Jaaaah... länger hätte ich es im Auto auch nicht mehr ausgehalten", gähnte Mama. "So", begann Papa feierlich „das ist also unser neues Heim!" „Ja, ich weiß nicht warum, aber irgendwie freue ich mich jetzt auch, dass wir hier sind", sagte Ron.

Die ersten Tage
Ron war sehr aufgeregt. Morgen würden die großen Ferien zu Ende sein und er würde in die neue, fremde Schule gehen. Den Abend davor konnte er kaum still sitzen vor Aufregung. „Nun sitz doch mal still, sonst wirfst...", fing Mama an, da passierte es: Ron stieß mit dem Arm gegen sein Glas und stieß es um. „Tschuldigung", murmelte er. „Ron, ich verstehe, dass du aufgeregt bist, aber das ist noch lange kein Grund Zappelphillipp zu spielen.", sagte Papa. „Ja, aber ich bin zu aufgeregt." „Verstehe. Am besten gehst du gleich in die Falle", seufzte Mama. Ron lag im Bett, aber er wusste, dass er in dieser Nacht wohl wenig Schlaf finden würde.

„Ron, du musst jetzt aufstehen, sonst kommst du am ersten Tag zu spät zur Schule." „Was denn, schon ?", gähnte Ron schlaftrunken. Obwohl Ron noch so aufgeregt war, hatte er in dieser Nacht doch wohl lange geschlafen. Ron frühstückte schnell, zog sich an und dann startete Mama das Auto. Als sie angekommen waren, gingen sie durch einen Flur und hielten vor dem Lehrerzimmer. Ron klopfte und öffnete die Tür. „Guten Morgen", sagte Mama und eine Frau, die wohl die Direktorin war, begrüßte sie ebenfalls freundlich. „Bist du Ron? Ich freue mich dich kennenzulernen", sagte die Frau. „Ich bin übrigens Frau Klinkmann", fuhr sie fort. „Ich freue mich ebenfalls sie kennenzulernen", sagte Mama. Ron fragte sie allmählich, wann er denn zum Unterricht müsste, da kam auch schon, als ob Frau Klinkmann Gedanken lesen könnte, die Antwort: „Du gehst mit Frau Leinert bittein die Klasse 6 a." Ron folgte Frau Leinert durch die Flure der Schule bis zu Raum 38 e und Frau Leinert öffnete die Tür. 

Ron saß auf einem Stuhl in einem Stuhlkreis. Er fragte sich gerade warum er diese ganzen Fragen über den Umzug und das ganze Zeug eigentlich erzählte, da sagte Frau Leinert endlich: „So, nun habt ihr Ron aber genug mit Fragen bombardiert." Es klingelte zur Pause, doch das half Ron nicht viel, denn die anderen Jungen und auch manche Mädchen umringten ihn.

Neue Freunde
Als die neuen Klassenkameraden Rons sich endlich entfernt hatten, blieb ein einziger Junge noch stehen der ihn ansprach. „Sag mal Ron.. eh... wollen wir Freunde werden, ich kann dir die Stadt heute zeigen, wenn du willst?" „Gerne, du bist Olaf nicht war?" während Ron diese Frage stellte, nickte Olaf eifrig mit dem Kopf. 

Am Nachmittag gingen Olaf und Ron in die Innenstadt und Olaf erklärte ihm die Buslinien die zur Schule fuhren und noch andere wichtigen Sachen. Abends kamen sie gegen viertel vor sieben zur Burg zurück. Die beiden verabschiedeten sich um sieben Uhr und vereinbarten, dass Olaf Ron am nächsten Morgen zur Schule abholen sollte.

Am nächsten Morgen klingelte Olaf bei Ron an der Tür. Er hatte sein Fahrrad mit dabei. „Hey, Ron, hast du ein Rad?" „Klar habe ich eins!" Ron zog seine Weste über sein T-Shirt während seine Mutter das Rad aus dem Schuppen holte.
Als Olaf und Ron in die Klasse kamen, herrschte das übliche Gewühle, aber heute ging es noch turbulenter zu als sonst. Olaf fand die Ursache, denn an der Tafel stand in großen Buchstaben:

JONATHAN LIEBT LOUISA
Ron setzte sich neben Olaf auf seinen Platz. Als Frau Leinert in die Klasse kam, las sie den Text durch und sah dann mit strengem Ge- sicht in die Klasse. „Wer hat das geschrieben?". Keiner meldete sich. „Also, egal wer das geschrieben hat, ich hoffe, dass diese Person es nicht noch einmal tut." Ron wusste, wer das geschrieben hatte, aber er wollte nicht petzten. „Wer ist eigentlich Louisa?", fragte Ron seinen Freund. „Louisa ist aus der anderen Klasse, aus der 6c.", flüsterte Olaf .

Ron lag auf dem Fußboden in seinem Zimmer und schrieb die letzten Sätze in sein Deutschheft. Da klingelte es. Ron lief in die Eingangs- halle um die Tür zu öffnen, aber das hatte seine Mutter schon erledigt. Olaf und Ron liefen die Wendeltreppe zum Rittersaal (Rons Zimmer). Dort angekommen gab Olaf Ron einen Zeitungsausschnitt. Ron las laut vor:

"Bankraub und Entführung, 
Gestern Abend wurde gegen 17.10 Uhr die Bundesbank am Landring 6 überfallen. Der Täter knackte 24 Schließfächer und ließ rund 12 Millionen DM mitgehen. Die Bankangestellten waren gerade in der Mittagspause. Die Polizei verfolgte den maskierten Täter, der jedoch entkam. Um ungefähr 17.10 Uhr ging die 11-jährige Louisa Tewes aus dem Haus ihrer Großmutter, um nach Hause zu gehen. Dort kam sie aber nicht an. Die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder Detektiv Holzauge (0243 126783) entgegen".

„Sagtest du nicht, dass Louisa in der Parallelklasse ist?" „Ja, ist sie. Der arme Jonathan der tut mir leid, denn der liest auch oft Zeitung und ich meine sogar die gleiche wie wir." „Wieso, gibt es verschiedene?", fragte Ron. „Ja, es gibt mehrere Zeitungen, frag mich aber nicht wie sie alle heißen." „Sollen wir nicht zu Dina gehen?", fragte Ron nach kurzer Zeit. „Wer ist Dina?" „Dina ist meine Cousine und wohnt.." „Was willst du denn bei ihr?", fragte Olaf. „Ich will sie fragen, ob sie uns bei der Aufklärung von dem Fall Louisa hilft. Wir übernehmen doch den Fall, oder?" „Klar, Jonathan wird uns ewig dankbar sein." Olaf machte eine Verbeugung und sagte mit verliebter und ein wenig übertriebener Stimme zu einer unsichtbaren Louisa: „Ach, Louisa, ich bin ja so froh, dass Ron und Olaf mit Dina dich gerettet haben. „Hast du es noch ‘ne Nummer kleiner?", fragte Ron belustigt. Die beiden fuhren mit ihren Rädern zu Dina. Auch sie hatte es gelesen und war sofort dabei.
Am nächsten Morgen riefen die drei bei Detektiv Holzauge an. „Guten Morgen", meldete sich Olaf, „hier ist Olaf Wolfermann, neben mir stehen meine zwei Freunde und wir wollen ihnen bei der Aufklärung des Falles Bankraub und Entführung helfen." Aus dem Hörer drangen unverständliche Wörter und dann legte Olaf das Telefon wieder in den Ständer. „Und was hat er gesagt?", fragte Dina. „Also, er hat gesagt, dass er jede Hilfe gebrauchen kann", erzählte Olaf seinen Freunden.

Der geheimnisvolle Schuppen
Es war Spätnachmittag, und Ron war auf dem Weg zu Dina. Plötzlich sah er einen Mann der ein Mädchen aus einem Auto zerrte. ,Das muss Louisa sein‘ schoss es ihm durch den Kopf. Er rief bei Dina an und sagte ihr, dass er nicht kommen würde weil er eine Spur hätte und versprach ihr morgen alles zu erzählen. Jetzt war der Mann schon ein ganzes Stück weit weg und Ron tr